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Kreuzschulen-Turnhalle wird wohl teurer als drei Millionen Euro

Kostenspirale dreht sich kräftig weiter

Heek

Gut drei Millionen Euro sollte der Umbau der Kreuzschulen-Turnhalle zu einem Kultur- und Sportzentrum kosten. Doch dabei wird es nicht bleiben. Stahl, Holz, Dämm- und Kunststoffe oder Farbe – den Baufirmen in Deutschland geht das Material aus. Das treibt die Preise in die Höhe.

„Wir müssen mit einer klaren Kostensteigerung rechnen“, sagt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. Wie viel genau, dazu macht er keine Angaben. Das Dinkelbündnis warf allerdings während der jüngsten Ratssitzung die Zahl 45 Prozent in den Raum. ​„Bei einer solchen Kostensteigerung gegenüber der Planung sind wir an einem Punkt, wo wir die Notbremse ziehen sollten“, forderte darum der DB-Fraktionsvorsitzende Bernhard Holtkamp.

Ursprünglich „nur“ zwei Millionen veranschlagt

Bürgermeister Weilinghoff relativiert diese Zahl: „Den Wert halte ich für aus der Luft gegriffen.“ Dass es teurer wird, stehe allerdings fest. „Wir können die Arbeiten nur ausschreiben und dann das günstigste Angebot nehmen.“ Eine Notbremse kommt für ihn nicht infrage: „Jetzt ein solches Projekt, das ich nach wie vor an der Stelle für genau richtig erachte, wegen der Entwicklung auf dem Markt zu stoppen, halte ich für den falschen Weg.“

Ursprünglich waren übrigens rund zwei Millionen Euro inklusive 841 000 Euro Fördergelder für das Projekt veranschlagt. Der Eigenanteil der Gemeinde betrug entsprechend nur 1,3 Millionen Euro. Doch im Juni 2020 ploppten Mehrkosten von einer Millionen Euro auf – unter anderem für Brandschutzmaßnahmen. Wurden bereits Rohbauarbeiten oder Dachdecker- und Verputzarbeiten für die Turnhalle vergeben? Ja, im nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Ratssitzung, wie der Bürgermeister berichtet. „Wir wollen die Schule und den Schulsport stärken.“

Auswirkung auf Zeitplan noch nicht klar

​Damit ist auch klar, dass das Ansinnen des Dinkelbündnisses, die Erweiterung der Turnhalle zu einem Kultur- und Sportzentrum wegen der Kosten auf Eis zu legen, im Rat kein Gehör fand. Zuvor hatte die Wählergruppe bereits vergeblich einen Ratsbürgerentscheid gefordert, um das Projekt zu stoppen.

Wie sich die Entwicklung auf dem Weltmarkt derweil auf den Zeitplan auswirkt, wird sich noch zeigen müssen.

Viele Gewerke greifen bei der Errichtung eines Bauwerks ineinander. Steht ein Gewerk still, kann es dazu führen, dass andere nicht weiterarbeiten können und die Baustelle im schlimmsten Fall ruht.

Mit den Arbeiten werde schon bald begonnen, sagt der Bürgermeister. Zunächst wohl nicht an der Halle, sondern auf dem Schulhof. Das neue Multifunktionsfeld soll errichtet werden. Natürlich auch eine Ausgleichsfläche, wenn die Halle selbst während des Umbaus nicht zur Verfügung steht.

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