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Nienborger haben neue Nachbarn

Motorradclub bei Mümken

Nienborg

Seit Samstagabend ist es offiziell: Der Motorradclub „Satans Slaves MC“ ist seit August neuer Mieter in der ehemaligen Gaststätte Mümken. Die neuen Medien waren schneller als von den Gastgebern beabsichtigt. Denn eigentlich sollte die „Persönliche Einladung“ im internen Kreis verbleiben. Per Whats­app verbreitete sich die Nachricht über die Clubhauseröffnung trotzdem und in Windeseile durch die Gemeinde. Auf ein Bier wagten einige neugierige Nienborger den Blick in die Szene und hinter die Kulissen. Deren Fazit: „Die sind alle superhöflich und offen für Fragen.“

Sabine Sitte

Mitglieder von Chaptern aus ganz Deutschland gratulierten zum neuen Clubhaus. Foto: Sabine Sitte

Die schlechte Nachricht vorab: Falls sich der eine oder andere Einheimische nun Hoffnungen hingibt, zukünftig in der historischen Eckkneipe ab und an wieder auf ein Bier einkehren zu können, ist das ein Trugschluss. „Das ist ein reines Clubhaus und keine öffentliche Gastronomie“, betonen die neuen Mieter. Die gute Nachricht lautet: Es sind regelmäßige „Open House Partys“ geplant, und auf einen Schwatz sei jeder Neugierige immer willkommen.

Vor dem Gebäude reihen sich die schweren Maschinen aneinander, am Giebel prangt weiß auf schwarzem Grund das Namensschild, und in den Fenstern verkündet das bunte Logo mit dem Totenkopf, wer nun hier zu Hause ist: Satans Slaves MC. Mit sattem Sound rollen im Minutentakt Harleys, Yamahas, Suzukis und BMW auf den Parkplatz hinter dem Haus. Aus ganz Deutschland reisen die Mitglieder der anderen Chapter an, um zum neuen Domizil zu gratulieren. Nienborg ist nach Gronau, Velbert, Metelen, Konz, Emsbüren und Langenfeld in Deutschland die siebente Untergruppe des Motorradclubs. Gegründet 1966 in Shipley und seitdem auf 29 Chapter in England, Schottland und Deutschland angewachsen, feiert der englische Club in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum.

Mitglieder und Anwärter tragen Kutte, eine schwarze ärmellose Lederweste mit den Club-Insignien, die den Status seines Trägers auf den ersten Blick deutlich macht. Je mehr Patches (Aufnäher, Anm. der Redaktion) auf der Kutte, um so höher der Rang. Vorstandsmitglieder zeigen ihren Titel gut sichtbar vorn links: President, Vice-President, Secretary, Treasurer und Sergeant-at-arms. Im Club herrschen strenge Hierarchien und Regeln.

Nicht auf jede Frage darüber gibt es eine Auskunft. „Das ist intern“, heißt es dann oder „Darüber sagen wir nichts.“ Trotzdem sind die Männer für Gespräche offen und möchten unbedingt klarstellen: „Wir distanzieren uns ganz klar von Clubs mit kriminellen Machenschaften.“ Außerhalb der Szene arbeiten die Männer als Pfleger in der Intensivbetreuung, als Baubetreuer, Maschinenführer oder sind bereits in Rente. „Keiner hier finanziert seinen Lebensunterhalt über den Club.“

Der Spaß am Motorradfahren führt sie zusammen, am Freiheitsgefühl auf der Straße und dem Zusammenhalt. Einmal Biker, immer Biker.

Für Nienborg wünschen sie sich eine gute Nachbarschaft und vielleicht auch neue Mitglieder: „Wir warten auf gute Leute.“ Zwingende Voraussetzung sind der Motorradführerschein, gute Laune und Respekt vor den Gefährten.

Auch wenn zu einer friedlichen Koexistenz dann und wann Kompromisse gehören, sind die Biker in zwei Dingen unerbittlich: „Die Maschinen bleiben schwarz, und sie werden nicht leiser.“

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