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Mitglied der von-Bönninghausen-Familie öffnet Türen zum Clemensmarkt

Neue Pläne für neues Leben im Hohen Haus

Nienborg

Lange waren die Türen des Hohen Hauses zuletzt für die Öffentlichkeit verschlossen – spätestens seitdem das Café vor drei Jahren seinen Betrieb einstellte. Das ändert sich am kommenden Montag beim Clemensmarkt erstmals wieder: Dann kann das Haus von 7.30 bis 13 Uhr besucht werden.

-bsch-

Michael von Bönninghausen tot Herinkhave (2.v.l.) will das Haus unter anderem als Seminarort für seine Psychologie-Praxis nutzen Foto: Bernd Schäfer

Immer wieder gab es mal Meldungen über neue Konzepte, die die von der Eigentümerfamilie von Bönninghausen eingerichtete Stiftung zum Erhalt des fast 700 Jahre alten Gebäudes plante – umgesetzt wurde keines.

Ein festes Konzept hat Michael von Bönninghausen tot Herinkhave nicht in der Tasche, aber das Ziel, dem Haus neues Leben einzuhauchen. Der Psychologe lebt mittlerweile in der Nähe von Utrecht, nachdem er viele Jahre in der ganzen Welt unterwegs war, vor allem in Süd- und Mittelamerika. Zuletzt war er auf Kuba, bevor er in die heimischen Niederlande zurückkehrte. Und sich dort an das Haus seiner Familie in Nienborg erinnerte. „Als Kind war ich einige Male zu Besuch bei Onkel Lodi“, hat er noch Erinnerungen an das Gebäude und seinen ehemaligen Bewohner, den 2005 verstorbenen Baron Lodewyk von Bönnighausen.

Nach einigen Besuchen in den vergangenen Monaten, bei denen er erste Kontakte zu Nienborgern knüpfte, steht für ihn fest, das Haus als Seminarort für seine Utrechter „Covitaal“-Praxis zu nutzen, mit der er Schulen und Unternehmen psychologisch berät.

Mischung aus verschiedenen Kulturen

Außerdem stellt sich beim Clemensmarkt die Mutmacherwerkstatt von Gisa Sendfeld vor. „Wir werden jetzt ‚Burgbestatter‘ und wollen darstellen, wie wir Trauerfeiern anbieten.“ Dafür wird sie an dem Vormittag Musik und eine Trauerrede vorstellen. „Die Location gibt ja eine Steilvorlage, sich mit Tod und Vergänglichkeit zu beschäftigen“, ist sie fasziniert von dem Gedanken, wie viele Generationen von Menschen bereits das Haus nutzten. Die Verbindung zwischen ihr und den langen Aufenthalten in Südamerika von Michael von Bönninghausen schlägt die Mexikanerin Eva, die einen Altar im Stil des mexikanischen Feiertags „Día de los Muertos“ aufbaut. „Wir wollen authentisch zeigen, wie wir den Tag feiern“, sagt die in den Niederlanden lebende Südamerikanerin. Auch kubanische Einflüsse gibt es beim Clemensmarkt in Form von Bildern eines Malers aus der Region Santiago de Cuba, kubanischer Suppe mit Bananchips und Musik.

„Wir wollen eine Mischung aus verschiedenen Kulturen zeigen“, ist es laut Michael von Bönninghausen tot Herinkhave wichtig, immer wieder neues kennenzulernen. Und schließlich passe auch das zur Geschichte des Hohen Hauses, das in früheren Jahrhunderten ein wichtiger Handelspunkt an der Verbindung zwischen Münster und Deventer war, an dem sich Menschen verschiedener Nationalitäten trafen.

„Es ist ein erster Schritt, ein Anfang“, sagt Dieter Gottschlich, der sich als Bindeglied zwischen Nienborg und Bönninghausen zur Verfügung gestellt hat. „Mal sehen, was daraus wird.“ Natürlich hofft er wie viele andere, dass die Öffnung zum Clemensmarkt nicht die letzte bleiben wird.

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