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Inhaber lobt Belohnung für zielführende Hinweise aus

Schon wieder Einbrecher

Heek

Wieder haben Einbrecher die Autoverwertung Spahn heimgesucht. Der jüngste Einbruchsversuch wirft viele Fragen auf. Der Inhaber lobt darum eine satte Belohnung für zielführende Hinweise aus.

Von Till Goerke

wei Einbrecher suchten die Autoverwertung Spahn in der Nacht zu Samstag (14.05.) im Düstermühlenweg heim. Foto: Grafik: Martin Klose

Es ist gegen 0.30 Uhr in der Nacht zum Samstag (14. Mai), als zwei Männer über den Zaun bei der Autoverwertung Spahn im Düstermühlenweg klettern. Die Kapuzen ihrer Pullis haben sie aufgesetzt. Sie schleichen über das Firmengelände. Um 0.36 Uhr löst der Alarm aus.

Es ist der Moment, in dem Inhaber Ludger Spahn und seine Ehefrau Mandy aus dem Schlaf gerissen werden. Sie wohnen direkt angrenzend zur Autoverwertung. Ludger Spahn zieht sich an, steigt ins Auto und fährt direkt auf den Feldweg hinter seiner Firma. Seine Frau verständigt die Polizei.

Was kurios anmutet, hat seinen Grund. Beim letzten Einbruch in die Autoverwertung Ende 2020 parkte auf dem Feldweg der Fluchtwagen der Täter. „Ich habe spekuliert, hätte sie dann zugeparkt“, sagt Ludger Spahn, als wir ihn in seinem Betrieb besuchen.

Dritter Versuch in zwei Jahren

Mittlerweile ist es der dritte Einbruch beziehungsweise Versuch binnen zwei Jahren. „Es ist traurig und macht wütend“, so der Firmeninhaber. Und seine Frau ergänzt: „Natürlich hat man mittlerweile ein mulmiges Gefühl.“

Sie war es auch, die die Polizeibeamten in der Nacht des Einbruchs nach dem Eintreffen auf das Firmengelände führte. Mehrere Streifenwagen fuhren vor. Innerhalb weniger Minuten waren sie da. Doch von den Tätern fehlte da schon jede Spur. Sie entkamen in unbekannte Richtung. Oder doch nicht?

Denn nur sechs Minuten später ging der Alarm beim EBM-Baumarkt in der Stroot, gut 800 Meter Luftlinie entfernt, los. Mit dem Auto sind es keine zwei Minuten Fahrtzeit. Waren es dieselben Täter? Nachfrage bei der Polizei. „Das kann sein, aber es muss nicht sein“, so Polizei-Sprecher Dietmar Brüning.

Polizei mit zahlreichen Einsatzkräften in Heek

Wegen der doppelten Alarmauslösung binnen weniger Minuten sei die Polizei jedenfalls mit „zahlreichen Einsatzkräften“ in Heek unterwegs gewesen, um nach den Tätern zu suchen. Ohne Erfolg am Ende.

Dass es am Baumarkt kein Fehlalarm war, belegen Aufhebelspuren am Fenster. Die Kripo war in beiden Fällen vor Ort, um Spuren zu sichern. Und jetzt werden auch Zusammenhänge zu anderen Täten geprüft. So wurde etwa in Havixbeck eine Nacht zuvor in eine Autoverwertung eingebrochen. Die Beute? Katalysatoren. Von einer gezielten Suche danach spricht die Polizei. „Ich denke, darauf hatten es die Täter auch bei mir abgesehen“, so Ludger Spahn. Der Durschnittwert läge bei 200 bis 300 Euro. „Gute“ Kats könnten aber auch schon mal nen 1000er wert sein.

Jetzt hat Ludger Spahn die Sicherheitstechnik weiter erhöht. Auf die Details wird an dieser Stelle bewusst verzichtet. Nur so viel: Auch ein Wachhund gehört dazu. Der allerdings schon seit längerer Zeit. Doch das Verhalten des Schäferhundes beim jüngsten Einbruch wirft Fragen auf. Dass der Hund anschlägt und bellt, zeigt der Besuch der Redaktion.

Tagsüber ist er im Zwinger. Nachts streift er frei über das Gelände. Auch, um Einbrecher abzuschrecken. Ludger Spahn erinnert sich, dass der den Hund einige Zeit vor dem Auslösen des Alarms habe bellen hören. Dann Ruhe.

Wachhund reagiert rätselhaft

Als wenige Minuten später die Polizei eintraf, habe der Hund wieder angeschlagen. Was also ist passiert, als die Einbrecher auf dem Gelände waren? „Es ist sehr komisch, wir wissen es nicht“, so Mandy Spahn. Wurde der Hund mit Futter abgelenkt oder betäubt? Oder kannte der die Täter? Unklar.

Mandy Spahn ist sich jedenfalls sicher, dass die zwei Täter Komplizen – möglicherweise mit einem Fluchtwagen – in der Nähe hatten. Also ein Bandenvorgehen? „Auch das können wir derzeit nicht ausschließen“, so der Polizei-Sprecher. Die Ermittlungen liefen. So oder so: Für die Spahns ist jetzt das Fass voll. „Hier ist ohnehin nichts zu holen“, so der Firmeninhaber. Anders als früher würden die Kats regelmäßig abgeholt. Lange Lagerzeiten vor Ort? Fehlanzeige. Bargeld oder andere Wertsache gebe es ohnehin nicht. Um den Spuk ein Ende zu setzen, lobt Ludger Spahn sogar 1000 Euro Belohnung für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter führen. „Es reicht jetzt wirklich“, unterstreicht auch Ehefrau Mandy, die froh ist, dass die Kinder bisher nichts mitbekommen haben.

Personenbeschreibung der Täter: Etwa 20 bis 30 Jahre alt und bekleidet mit dunklen Hosen und helleren Kapuzenpullovern. Die Schuhe sollen das Licht im Fersenbereich auffällig reflektiert haben. Hinweise an die Kripo: Tel. 02561 9260.

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