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Warensendungen wurden abgeholt – und tauchten nie mehr auf

Spurlos verschwunden

Nienborg

Astrid Dümmer ist mit dem Nerven am Ende. Seit Jahren bringt die Eperanerin ihre Warensendungen, Päckchen und Pakete zum DHL-Paketshop im Autohaus Wiemers in Nienborg. So auch am 8. Februar.

tgo

Aus dem DHL-Paketshop im Autohaus Wiemers sind Astrid Dümmers Päckchen abgeholt worden. Danach verliert sich ihre Spur. Foto: Gehring

Doch von ihren rund 40 Sendungen ist bis heute keine einzige angekommen. Beleidigungen, Drohungen und ein herber finanzieller Verlust sind die Folge.

Jede einzelne Sendung scannte die 54-Jährige nach eigenen Angaben am jenem Montag zusammen mit einer Mitarbeiterin von Wiemers ein. Danach verliert sich ihre Spur. ​„Mich haben die Käufer angeschrieben, wo ihre Ware bleibt“, erzählt Astrid Dümmer. Als es immer mehr wurden ahnte die Eperanerin, dass etwas schiefgelaufen sein musste. „Die Pakete wurden am 9. Februar hier bei uns abgeholt“, versichert Christoph Wiemers allerdings.

Detailprüfungen

Der DHL-Fahrer hat die Pakete beim Verladen offenbar nicht gescannt – was er für die Sendungsverfolgung laut DHL jedoch hätte machen müssen. Auf der Internetseite von DHL erhält man die Info, dass die Ware angeblich noch bei Wiemers liege. Was sie nachweislich nicht tut.

DHL-Pressesprecher Rainer Ernzer meint dazu: „Wir sind ein Querschnitt der Gesellschaft. Auch bei uns gibt es kriminelle Energie, aber weitaus seltener, als gerne gesagt wird.“

Bezogen auf den Fall aus Nienborg gebe es noch keine Erkenntnisse, wo die Sendungen geblieben sind. „Wir gehen jetzt in die Detailprüfungen. An jeder Stelle, die in der Lieferkette damit in Berührung war, haken wir nach.“

Astrid Dümmer

Die Nachforschungen könnten aber drei bis vier Wochen dauern, denn derzeit gebe es pro Tag acht bis zehn Millionen Sendungen.

Für Astrid Dümmer ist die Situation jedenfalls „unerträglich“, wie sie sagt. „Ich kann die Käufer ja verstehen, dass sie sauer sind, wenn sie ihre Ware nicht bekommen, aber ich kann ja nichts dafür.“ Etliche Mails habe sie geschrieben, um den Käufern den Sachverhalt zu schildern.

​Nicht alle hätten mit Verständnis reagiert, es habe Beleidigungen und Drohungen gegeben. „Mir wurde sogar geschrieben, dass man mich fertigmachen will“, berichtet Astrid Dümmer hörbar niedergeschlagen.

Das Geld habe sie allen Käufern zurückgezahlt, alles in allem ein Verlust von weit über 1000 Euro. Doch noch viel schlimmer sei der ruinierte Ruf auf der Internet-Auktionsplattform. Nicht nur eine negative Bewertung habe es gegeben. „Wie stehe ich denn jetzt da?“, fragt die 54-Jährige ratlos. Geholfen habe ihr DHL bisher nicht.

Ersatzansprüche

​Dafür erstattete Astrid Dümmer Anzeige gegen Unbekannt und schickte einen Nachforschungsantrag an DHL. „Das ist wichtig, damit wir alles tiefgründig prüfen können“, sagt Rainer Ernzer. „Und es ist wichtig für Ersatzansprüche, denn diese hat die Kundin ja, wenn die Sendungen nicht wieder auftauchen sollten.“

Zumindest für die Pakete. Bei Warensendungen oder Päckchen würde Astrid Dümmer auf dem Schaden sitzen bleiben. Ein Nachforschungsauftrag sei dennoch sinnvoll, wie Rainer Ernzer sagt. „Wenn eine Sendung wieder auftaucht, können wir sie so gegebenenfalls zuordnen.“

„Mir setzt das alles zu. Es geht einfach an die Nerven“, leidet die Eperanerin unter der Sache. Einzig und allein für den Postfilialbetreiber Wiemers hat sie lobende Worte übrig. „Die können doch gar nichts dafür. Ich gehe auch weiter dort hin.“

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