1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Nienborg
  6. >
  7. Tragen eines Helms sollte in Fleisch und Blut übergehen

  8. >

Radfahrausbildung in Nienborg

Tragen eines Helms sollte in Fleisch und Blut übergehen

Nienborg

Die Zahl der Unfälle mit Pedelec-Beteiligung steigt. Wie ihre Zahl verringert, aber auch die Folgen eventueller Unfälle vermindert werden können, dazu vermittelte Polizeihauptkommissar Josef Rickers Seniorinnen und Senioren in Nienborg wertvolle Hinweise.

Polizeihauptkommissar Josef Rickers Foto: privat

Nicht erst seit Beginn der Corona-Krise sind mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs. Besonders die Verkaufszahlen von Pedelecs (E-Bikes) stiegen sprunghaft an, was auch zu deutlich mehr Unfällen mehr schwerwiegenden Folgen führte.

Besonders ältere Menschen, die das Radfahren für sich neu entdecken, haben anfängliche Schwierigkeiten mit dem Elektroantrieb. Die Fahrradgruppe des SC Rot-Weiß Nienborg trifft sich allwöchentlich zur gemeinsamen Ausfahrt. Nun nahm Polizeihauptkommissar Josef Rickers mit ihnen im Haus Hugenroth die Grundregeln der Radfahrausbildung durch.

Polizeihauptkommissar Josef Rickers

Der Verkehrssicherheitsberater der Kreispolizeibehörde Borken richtete den Appell an die Senioren, bei jeder Fahrradtour einen Helm zu tragen. „Der Helm verhindert keinen Unfall, er mildert aber die Unfallfolgen. Niemand kauft sich ein Handy ohne eine Schutzhülle“, machte er deutlich. Das Tragen eines Fahrradhelmes ist zwar keine Pflicht, es sollte nach Ansicht von Josef Rickers wie die Einführung der Gurtpflicht vor mehr als 50 Jahren in Fleisch und Blut übergehen. Die Senioren sieht der Polizeibeamte dabei als Vorbilder für die jüngeren Generationen. Weitere wichtige Bestandteile der passiven Sicherheit sind das Tragen heller, auffälliger und reflektierender Kleidung und das Fahren mit Tagfahrlicht. Pedelec-Fahrer sollten auf einen technisch einwandfreien Zustand ihres Gefährts achten. Bei höherem Tempo sind starke und gut zu dosierenden Bremsen ein Sicherheitsplus.

Starke Bremsen ein Sicherheitsplus

Wer auf einem E-Bike unterwegs ist, fährt in der Regel schneller als auf einem normalen Fahrrad ohne Antriebsunterstützung. Nicht nur der Radfahrer muss sich an das Tempo gewöhnen, auch andere Verkehrsteilnehmer müssen sich auf schnellere Radler einstellen. „Ihr müsst immer mit dem Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer rechnen. Daher gehören beide Hände immer bremsbereit am Lenker“, sagte Josef Rickers und zeigte an zahlreichen Bildern anschaulich, wie man sich mit dem Fahrrad sicher im Straßenverkehr bewegt. An mehreren Beispielen zeigte er Probleme an verschiedenen Kreisverkehre und Kreuzungen in Ahaus, Heek und Nienborg auf, die vielfach verschiedenen Regeln beinhalten. Deutliche Handzeichen werden nur gegeben, wenn dieses möglich ist und die Verkehrssituation dieses erfordert. Die Königsdisziplin für die Fahrradfahrer ist für ihn das Linksabbiegen. Hierbei ist der Schulterblick mit der doppelten Rückschaupflicht elementar. Beim Abbiegevorgang bleiben die Hände am Lenker. Besonders wichtig ist dem erfahrenen Beamten, stets die Augen offen zu haben und aufmerksam zu sein sowie aktiv zu schauen und bewusst zu fahren.

Nach der theoretischen Schulung steht nun die Praxis der Verkehrsunfallprävention auf dem Programm. Dazu treffen sich die Radfahrer mit Josef Rickers am Mittwoch (17. November) um 8.30 Uhr mit Fahrrädern und Fahrradhelm am Haus Hugenroth.

Startseite
ANZEIGE