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Fronten im Gemeinderat Heek verhärtet

Trion-Vorgang überprüfen

Heek

Die „Campus-Affäre“ um drei Mitglieder des Dinkelbündnisses, die mitihrem Projekt Trion entgeltlich einen Heeker Unternehmer beraten haben, ist noch längst nicht zu den Akten gelegt. Es steht eine externe Überprüfung an. Und dabei geht es nicht nur um Trion, sondern auch um die Rolle des Bürgermeisters.

Till Goerke

Um genügend Abstand zu gewährleisten, fand die Ratssitzung in der Sporthalle der Kreuzschule statt. Foto: Till Goerke

Die Fronten in dieser „Affäre“ sind nach wie vor verhärtet. Erst recht zwischen CDU-Fraktion und Dinkelbündnis. Das wurde während der jüngsten Ratssitzung deutlich. In diese hatte das Dinkelbündnis den Antrag eingebracht, eine unabhängige, sprich externe, Überprüfung des Vorgangs Trion auf die Rechtmäßigkeit in die Wege zu leiten.

​Eins vorweg: Der Rat stimmte zu. Wie und wann das alles im Detail ablaufen soll, war kein Thema. Klar ist nur, dass es jetzt eine externe Überprüfung geben wird. Und dabei möchte das Dinkelbündnis auch die Rolle von Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff in dieser Causa überprüft haben. Stichwort Ehrenschutz bei vertraulichen Informationen.

Ein Ansinnen, das beim Bürgermeister auf Unverständnis stieß. „Ich sehe nicht, wo meine Unabhängigkeit berührt sein sollte.“ Wie die Wählergruppe zu der Annahme kommt, dass der Ehrenschutz verletzt worden sein könnte, ist unklar.

​Den Stein ins Rollen gebracht hat jedenfalls die (erst) vor wenigen Wochen online gegangene Internetseite Trions. Auf dieser kann jeder nachlesen, was hinter dem Projekt steckt und wer daran beteiligt ist. Dass die Sache „Geschmäckle“ hat, wird so schnell klar.

Übrigens hielten sich die Trion- und Ratsmitglieder, Bernhard Holtkamp und Prof. Dr. Berthold Wigger, im Rat bedeckt. Nicht ein Wort verloren sie über das Thema Trion. Sebastian Franzbach, der Dritte aus dem Trio-Gespann, ist ohnehin kein Ratsmitglied. Stattdessen sprach Birgit Wüsten (DB) zum Thema.

Und sie stellte klar, dass mit dem Vorgang kein geltendes Recht gebrochen worden sei. Insofern stelle sich da die Frage, wer die Grenzen des politischen Anstandes überschritten habe. Offensichtlich ein Seitenhieb in Richtung CDU-Fraktion. Aber Wüsten stellte auch klar: „Die lückenlose Aufklärung ist für die weitere gute Zusammenarbeit im Rat notwendig.“

​Unkommentiert ließ die CDU den Seitenhieb von Wüsten nicht. Im Gegenteil. Christian Hilbring fand deutliche Worte: „Wir unterstellen nicht, dass geltendes Recht gebrochen wurde. Doch legal ist nicht legitim. Erst recht nicht, wenn man in der Vergangenheit mit dem Finger auf andere (die CDU – Anmerkung der Redaktion) gezeigt hat.“

Und Hilbring legte nach: „Den Rundumschlag von Herrn Wigger (im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss – Anmerkung der Redaktion) können wir so nicht stehenlassen. Politischen und gesellschaftlichen Anstand können wir, kann ich nicht erkennen.“

​Zur Erklärung: Im besagten Ausschuss hatte Prof. Dr. Berthold Wigger mit Blick auf Trion zu einem verbalen Rundumschlag gegen CDU und Presse ausgeholt. Dabei zielte die Wortwahl auch unter die Gürtellinie. Zudem ging Wigger den Bürgermeister scharf an. Alles in allem ein Auftritt, der viele Fragen aufwarf.

Genau deshalb stellte Christian Hilbring klar: „Eine Entschuldigung dafür wäre hier heute im Rat angebracht.“ Doch seine Forderung verhallte (ungehört). Berthold Wigger schwieg.

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