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Christdemokraten kritisieren lange Anfahrtszeiten des Rettungsdienstes

CDU: Zustand auf Dauer unhaltbar

Schöppingen

Die CDU-Fraktion sorgt sich um die rettungsdienstliche Erstversorgung in der Gemeinde. Die Christdemokraten kritisieren das zu häufige Überschreiten der zwölfminütigen Hilfsfrist. In einer Statistik des Kreises Borken lag Schöppingen im vergangenen Jahr kreisweit auf dem vorletzten Platz. Die CDU will das nun ändern und bringt das Thema in die Ratssitzung am Mittwoch (5. Oktober) ab 18.30 Uhr ein.

Rupert Joemann

Wer in Schöppingen die 112 wählt, muss in einem Viertel der Fälle länger als die Zwölf-Minuten-Hilfsfrist warten, bis die rettungsdienstliche Erstversorgung erfolgt. Foto: Ludger Warnke

In nur 75,88 Prozent der hilfsfrist-relevanten 314 Einsätze wurde 2015 die Zwölf-Minuten-Frist eingehalten. Lediglich Südlohn weist mit 73,42 Prozent eine noch schlechtere Quote auf. Der kreisweite Durchschnitt betrug 92,87 Prozent.

2013 hatte der Wert in Schöppingen bei 352 auswertbaren Einsätzen 85,80 Prozent betragen. Im darauffolgenden Jahr sackten die Einsätze in der eingehaltenen Hilfsfrist auf 77,30 Prozent ab.

„Dieser Zustand ist auf Dauer unhaltbar“, so Ralf Marpert. Leider zeige die aktuelle Statistik, dass sich der Wert im Vergleich zu 2013 um fast zehn Prozentpunkte verschlechtert habe und im zweiten Jahr in Folge deutlich unter 80 Prozent liege, so der CDU-Fraktionsvorsitzende. Marpert: „Dieser Eindruck der zu langen Anfahrtzeiten wird auch durch persönliche Einschätzungen bei Unfällen in jüngster Zeit untermauert.“

In den vergangenen Jahrzehnten sei Schöppingen im Kreis Borken häufig Schlusslicht in Bezug auf die Einsatzzeiten der Erstversorgung gewesen, so Marpert. Als Reaktion darauf sei 2012 das First-Responder-Modell ins Leben gerufen und die Rettungswache in Heek als Tageswache errichtet worden, „was sich nachhaltig positiv auf das Niveau der Erstversorgung ausgewirkt hat“. 2013 sei die Rettungswache zu einer 24-Stunden-Wache ausgebaut und das First-Responder-Modell zurückgefahren worden, so Marpert.

Mit der schlechten Quote beim Einhalten der Hilfsfrist will sich die CDU nicht abfinden. „Ziel sollte eine Versorgungsquote von nahezu 90 Prozent innerhalb von zwölf Minuten sein“, findet der Fraktionsvorsitzende.

Deshalb möchte die Fraktion in einem Antrag den Bürgermeister beauftragen, gemeinsam mit dem Kreis ein Konzept zu erarbeiten, das das Niveau der rettungsdienlichen Erstversorgung wieder auf ein Niveau in die Nähe des Kreisdurchschnitts anhebe.

Dabei sehen die Christdemokraten drei Ansatzpunkte: die Stärkung des First-Responder-Dienstes, eine geänderte Ausrichtung der Rettungswache Heek mit einer stärkeren Priorisierung Schöppingens und der eventuellen Errichtung einer Rettungswache im Drei-Kreise-Eck Borken/Coesfeld/Steinfurt. Hier gelte es in Abstimmung mit den Kreisen Coesfeld und Steinfurt einen möglichen Bedarf zu ermitteln.

Eine eigene Rettungswache war in den vergangenen Jahren in der Gemeinde Rosendahl kein Thema. Das erklärte Bernd Voß von der Gemeindeverwaltung.

Aufgrund des auf über 25 Kilometer langgestreckten Gemeindegebiets mit den drei Ortschaften Darfeld, Osterwick und Holtwick wird die Gemeinde Rosendahl von zwei Rettungswachen rettungsdienstlich versorgt. Nach einem Anruf in der DRK-Rettungsleitstelle Coesfeld wird entweder ein Rettungswagen der Rettungswachen Coesfeld oder Billerbeck nach Rosendahl geschickt. „Der Notarzt kommt dabei immer aus Coesfeld“, so Voß. Teilweise werde auch mit dem First-Responder-Modell gearbeitet.

Wie Bernd Voß erklärte, lägen der Gemeinde keine Informationen über die Dauer der Anfahrtszeiten vor.

„Ich wüsste nicht, dass die Erstversorgung bei uns problematisch ist“, sagte Horstmars Bürgermeister Robert Wenking. Die relative Nähe zum Borghorster Krankenhaus (zehn Kilometer) biete eine gute Versorgung, so der Bürgermeister.

Eine First-Responder-Gruppe gibt es in Horstmar nicht. „Wahrscheinlich mangels Bedarf“, vermutet Wenking.

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