Pastor Eberhard Mwageni kehrt nach rund dreieinhalb Jahren in Schöppingen zurück nach Tansania

Deutsche Ordnungsliebe ist gefragt

Eggerode

Pastor Eberhard Mwageni blickt zufrieden auf seine Zeit in Deutschland zurück. Fünf Jahre, rund dreieinhalb Jahre davon in Schöppingen und eineinhalb Jahre in Nottuln, war der Tansanier zuletzt in Deutschland tätig. Sein Fazit: „Ich bringe das gute Gesicht von Deutschland nach Tansania.“ Am 26. August fliegt Mwageni zurück nach Tansania.

Rupert Joemann

Pastor Eberhard Mwageni hat etwa dreieinhalb Jahre in Schöppingen gewohnt, rund eineinhalb Jahre davon im Eggeroder Pfarrhaus, nur einen Steinwurf von der Marienkapelle entfernt. Foto: Rupert Joemann

Und zum guten Gesicht gehört für den 67-Jährigen auch die Ordnungsliebe der Deutschen. „Ich mag Ordnung“, sagt der Priester. Diese strukturierte Vorgehensweise fehlt ihm zuweilen in seiner Heimat.

Dabei ähneln sich die Charaktere der Menschen in seiner Heimatregion und denen im Münsterland. Eberhard Mwageni stammt aus einer rund 2000 Meter hohen Bergregion. „Die Menschen sind ähnlich zurückhaltend wie hier“, sagt der Pastor. Sie bräuchten einige Zeit um aufzutauen – wie im Münsterland. Doch wenn einmal das Eis gebrochen sei, sei es ein herzliches Miteinander.

Stets offene und herzliche Art

„Die Leute haben mich hier akzeptiert“, sagt er. Seit etwa eineinhalb Jahren lebt Eberhard Mwageni im renovierten Eggeroder Pfarrhaus. Doch der Geistliche ist nicht nur in Eggerode tätig. Er hilft auch in Schöppingen und Gemen aus. Seine stets offene und herzliche Art kam bei den Menschen an.

„Unsere Arbeit ist es zu helfen“, sagt der Seelsorger. Mwageni hebt dabei das gute Miteinander der vier Geistlichen der Pfarrei hervor. So sei gesichert, dass, wenn jemand rufe, immer schnell ein Priester ansprechbar sei. Vor allem die Kranken und alten Leute seien dankbar dafür, hat Eberhard Mwageni die Erfahrung gemacht.

Ihn freut es, dass er mit Menschen arbeiten kann. Dass er aber auch organisieren kann, hat er in seiner Heimat oft und lange bewiesen. Der 67-Jährige unterrichtete an einer Universität und leitete sieben Jahre als Rektor ein Priesterseminar. Dazu kommt ein sechsjähriger Aufenthalt in Rom. Trotz der Arbeitsintensität hat er manchmal seinen Urlaub gerne in Deutschland verbracht. In der Katholischen Akademie Stapelfeld in Cloppenburg hat er einmal ein mehrtägiges Seminar besucht, in dem unter anderem die Planung von Hochzeiten und anderen kirchlichen Feierlichkeiten besprochen wurde.

Typische deutsche Mentalität

„An der Universität braucht man auch Ordnung“, sagt Eberhard Mwageni. So half ihm die typische deutsche Mentalität durchaus in seiner beruflichen Arbeit.

Und bei einem Priesterseminar in Tansania sind auf jeden Fall große Führungsqualitäten gefragt. „Die Seminare sind voll“, erzählt Mwageni. Bis zu 250 angehende Priester bereiten sich dort auf ihren Dienst vor. Jetzt sei das neunte Priesterseminar eröffnet worden, so der Pastor. Einen Priestermangel gibt es in dem ostafrikanischen Land nicht.

Führungsqualitäten hat er auch beim Bau einer Kirche 1997 bewiesen. Eberhard Mwageni war für die Organisation und Finanzierung zuständig. „Ich habe viele Diözesen in Deutschland und den USA angeschrieben“, erzählt er. Letztlich hat er ausreichend Spendengelder zusammenbekommen.

Am liebsten hätte ihn sein Bischof wieder an die Uni oder in ein Priesterseminar geschickt, doch Eberhard Mwageni wollte etwas Neues ausprobieren. Jetzt soll er als Leiter ein Fortbildungshaus gründen. „Ich möchte noch etwas lernen, auch wenn ich 67 bin“, zeigt sich Eberhard Mwageni neugierig und aufgeschlossen – wie in seinen gut dreieinhalb Jahren in Schöppingen.

Startseite