Umgestaltung der Burgschänke und des Burgtors

Die Burg wird weiter aufgewertet

Es war einer dieser Termine, die länger dauern, am Ende aber auch sehr ergiebig sind. Ergiebig als Zeitungsthema, aber vor allem ergiebig für die Nienborger und die Gemeinde Heek.

Rupert Joemann

Foto: Heinrich Schwarze-Blanke

Es geht um die Umgestaltung der Burgschänke und des Burgtores auf der Ringburganlage.

Die Gemeinde plant in Zusammenarbeit mit einem Trägerverein, die beiden Gebäude mit neuem Leben zu füllen und somit auch wieder mehr Leben auf die Burg zu bringen. Rund 2,1 Millionen Euro soll das kosten, das Land soll etwa 1,5 Millionen Euro davon tragen. Die Gemeinde hofft, möglichst bald den Bewilligungsbescheid zu erhalten.

Der moderate Pachtzins (anfangs ein Prozent, nach 20 Jahren 1,5 Prozent), die lange Laufzeit (mindestens 40 Jahre) sowie die Teilfinanzierung durch die Armenfundation sorgen für überschaubare Kosten – sowohl bei der Gemeinde als auch bei den Vereinen, die sich an den (Betriebs-)Kosten beteiligen werden müssen.

Aus meiner Sicht ist es bestens angelegtes Geld. Die Gemeinde schlägt jede Menge Fliegen auf einmal. Die Vereine finden eine neue Bleibe, die Burg wird stärker frequentiert und rückt somit noch stärker in den Mittelpunkt des dörflichen Lebens, die Gebäude werden vor dem Verfall bewahrt und die historischen Schwesternhäuser Burgschänke und Alte Schule bilden ein bauliches Duo, das den Glanz der ehemals bedeutsamen Burg erahnen lässt.

Coup

Bemerkenswert ist schon, wie geräuschlos und schnell an diesem Coup von allen Seiten gearbeitet worden ist. Und wäre die Corona-Pandemie nicht dazwischengekommen, es wäre noch schneller gegangen. Niemand der Protagonisten hat sich ins Rampenlicht gestellt. Ein Beispiel: Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff verzichtete darauf, bei der Planvorstellung anwesend zu sein und für sich im Kommunalwahlkampf zu werben. Es wäre ein Leichtes für ihn gewesen. Er überließ (wie sonst auch) seinem Kollegen, in diesem Fall Fachbereichsleiter Jürgen Lammers, der die Hauptarbeit an dem Projekt trägt, die Präsentation. Es ist an der Sache und für die Nienborger gearbeitet worden.Vor rund zwei Jahren berichteten die Westfälischen Nachrichten vom Wunsch des Allgemeinen Bürgerschützenvereins, des Musikvereins und von RW Nienborg nach größeren Räumen. Das Kneipensterben – und damit das Verschwinden von großen Sälen – hat dazu geführt, dass es keine entsprechende Räume mehr gibt. Der Musikverein probt in der Aula der Bischof-Martin-Grundschule und stößt dort an seine Grenzen. Der engagierte Sportverein hat zwar viele Ideen, aber zu wenig Kapazitäten – abseits des Fußballplatzes – diese umzusetzen. Dazu kommen noch viele Vereine, die es in der lebendigen Dorfgemeinschaft gibt.

Weiteres Glanzstück

Nur zwei Jahre sind seit dem Bericht vergangen. Das hört sich nach viel an. Doch wer die zeitlichen Abläufe innerhalb von Verwaltungen kennt, weiß, dass das ein sehr überschaubarer Zeitrahmen ist. In dieser Zeit sind nicht nur die Gemeinde, die Politik, der Eigentümer und die Vereine, sondern auch die Bezirksregierung und das Land mit ins Boot geholt worden. Ein Vielzahl von Gesprächen und Abstimmungen sind dafür notwendig.

Nienborg erhält an seiner historischen Keimzelle ein weiteres Glanzstück, das den Vereinen – und somit den Bürgern – offensteht. Schon die Nutzung einiger Häuser auf der Burganlage (zum Beispiel Langes Haus, Alte Schule) durch die Landesmusikakademie und des Hauses Hugenroth durch den Heimatverein hat die Burg aufgewertet. Was jetzt noch fehlt, ist eine nachhaltige – im Idealfall öffentliche – Nutzung des Hohen Hauses. Mit einem guten Konzept müsste dort doch etwas zu verwirklichen sein. Notfalls einfach die Nienborger fragen.

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