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Ev. Jugendhilfe nimmt zum Haltestellen-Kreuz Stellung

Entsorgung stand nie zur Diskussion

Schöppingen

In der Diskussion um das abgehängte Kruzifix im Jugendheim hat die Evangelische Jugendhilfe Münsterland jetzt eine Stellungnahme abgegeben:

wn

Küster Andreas Kortüm mit dem Kreuz, das momentan in der St.-Brictius-Kirche gelagert. Foto: Rupert Joemann

„Zum 1.1.2021 ist die Evangelische Jugendhilfe Münsterland mit der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Schöppingen beauftragt worden. Die katholische Kirchengemeinde hatte nach vielen Jahren diese Aufgabe und das Jugendheim Haltestelle an die Gemeinde abgegeben. Wir freuen uns darüber, nun an der Begleitung, Unterstützung und auch Bildung junger Menschen in Schöppingen noch mehr mitzuwirken.

Die Entwicklungen und die missverständliche Kommunikation der letzten Woche rund um das Kreuz im Jugendheim Haltestelle bedauern wir sehr.

Besondere Bedeutung

Über die besondere Bedeutung des Kreuzes vom Bildhauer Hans Dinnendahl hatten wir zu der Zeit noch keine Kenntnis. Durch die lange Zeit, die es schon zum Jugendheim gehört, hat es für viele SchöppingerInnen neben der christlichen auch eine historische Bedeutung erworben. Diese Symbolik verstehen wir und sie ist uns als Evangelische Jugendhilfe Münsterland wichtig.

Mit der Rückgabe des Kreuzes an die Kirchengemeinde sollte es sicher aufgehoben und gewürdigt werden. Zu keiner Zeit war die Rede davon, dieses ‚entsorgen‘ zu wollen. Diese Behauptung weisen alle am Gespräch Beteiligten entschieden zurück. Um dem tatsächlichen Sachverhalt auf den Grund zu gehen, gab es in der letzten Woche Gespräche mit den neuen Mitarbeitenden des Jugendheims, der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde, und mit der Gemeinde Schöppingen.

Auch Platz für christliche Symbole

Jugendarbeit macht offene Angebote für junge Menschen, unabhängig von ihren konfessionellen oder religiösen Haltungen und Überzeugungen. Dabei ist es unser Auftrag und unsere Haltung, Jugendliche teilhaben zu lassen, damit das Jugendheim ihr Haus wird, in dem sie mitbestimmen können, was dort geschieht und wie es gestaltet wird. Auch christliche Symbole wie das Kreuz können und sollen dort ihren Platz finden. Diesen Platz möchten wir gemeinsam mit den jungen Menschen im Rahmen der Gestaltung des Jugendheimes finden und entwickeln.

Moderner Umgang mit christlichen Glaubenswerten

In der Offenen Kinder- und Jugendarbeit machen wir unsere eigene Haltung deutlich, ohne die Offenheit, den Respekt und die Toleranz gegenüber den jungen Menschen unterschiedlicher Kultur und Religion aufzugeben. Dies beinhaltet, dass die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen an unserem Tun unsere Haltungen und Überzeugungen erkennen können. Dann gelingt ein Transfer, um unsere Gesellschaft weiterhin offen für alle zu gestalten. Unser caritatives/ diakonisches Tun sagt etwas darüber aus, wer wir sind und wofür wir stehen. Dies verstehen wir als einen konstruktiven und modernen Umgang mit christlichen Glaubenswerten. Die katholische Kirchengemeinde und die Gemeinde Schöppingen sind in dieser Woche zu einem persönlichen klärenden Gespräch ins Jugendheim eingeladen, in dem es um den weiteren Verbleib des Kreuzes sowie einen konstruktiven Austausch gehen soll.“

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