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Team Rynkeby

Europaweites Radsportprojekt hilft schwerkranken Kindern

Heek

Es ist ein gigantisches und europaweites Charity-Radsportprojekt – Team Rynkeby. Vergleichbares in dieser Größendimension gibt es nicht. Die Vorbereitungsphase für 2023 steht unmittelbar bevor. Zwei Heeker sind aus tiefster Überzeugung mit von der Partie: Berthold (68) und Thomas (39) Berghaus aus Heek können es nicht mehr abwarten, wieder loszulegen. Thomas Berghaus als aktiver Radler und sein Vater als Servicekraft.

Von Till Goerke

Die Heeker Berthold (l.) und Thomas Berghaus werden sich 2023 erneut für das europaweite Charity-Radsportprojekt Team Rynkeby in den Sattel schwingen. Foto: privat

Sind die Feiertage und der Jahreswechsel Geschichte, startet für die aktiven Radler das intensive Training für die große Sternfahrt nach Paris. 2500 Hobby-Rennradfahrer und 68 Teams aus ganz Europa fahren beim Projekt Rynkeby, das 2002 in Dänemark ins Leben gerufen wurde, mit.

Von unterschiedlichen Startpunkten aus geht es für alle in die französische Hauptstadt. Am 15. Juli, nach sechs Tagen und 1200 Kilometern im Sattel, ist dort die große Einfahrt geplant.

Geld für schwerkranke Kinder

Alle Teams und Fahrer vereint neben der Bereitschaft, sich auf dem Rad „zu quälen“, der unabdingbare Wille, mit dem einmaligen Radsportprojekt über Sponsoren und Spenden Geld für schwerkranke Kinder zu sammeln. Die fünf deutschen Teams spenden alles an die deutsche Kinderkrebsstiftung.

„Wir sind alle keine Profis“, erklärt Thomas Berghaus im Gespräch mit der Redaktion. Keiner der Teilnehmer bekomme auch nur einen Cent. Im Gegenteil. Die Fahrer müssten selbst kräftig investieren, um alles auf die Beine zu stellen. Und: „Jede Spende wird eins-zu-eins weitergegeben.“

Thomas Berghaus

Längst hat das Charity-Radsportprojekt seinen internationalen Durchbruch geschafft. Und doch ist es jedes Jahr aufs Neue wichtig, auf all das aufmerksam zu machen, um Sponsoren und Unterstützer zu gewinnen.

Für Thomas Berghaus, der mittlerweile in Amsterdam lebt, wird es kommendes Jahr die dritte, für seinen Vater die zweite Teilnahme sein. Abnutzungserscheinungen? Fehlanzeige.

„Wenn wir Kinderleben retten können, retten wir zugleich die nächsten 70 bis 80 Jahre“, macht Thomas Berghaus deutlich. So, wie er die Worte betont, wird deutlich, wie viel innere Überzeugung und Hilfswille vorhanden sind.

Die deutsche Kinderkrebsstiftung mit Sitz in Bonn ist übrigens eine gemeinnützige Organisation, die sich für die Bekämpfung von Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter engagiert und Betroffenen sowie deren Familien im Umgang mit der Krankheit hilft. Und viel Geld in die Forschung investiert.

Schreckensdiagnose Krebs

Viele der Teilnehmer hätten schon im persönlichen Umfeld erlebt, was die Schreckensdiagnose Krebs bei den Kindern und Familien auslösen kann. Da komme die Motivation zur Teilnahme trotz aller Quälerei von ganz alleine, so Thomas Berghaus.

Er und sein Vater sind im deutschen „Rhein-Ruhr-Team“. Ihr Startpunkt wird am 9. Juli Düsseldorf sein. Sechs Tage jeweils gut acht Stunden im Sattel werden dann angesagt sein. Wobei die Route jedes Jahr variiert.

Immer dabei neben den 51 Team-Radlern ist das zehnköpfige Serviceteam mit Pkw und Anhänger, das die Fahrer auf der Tour bei den eingelegten Stopps mit allem Notwendigen inklusive Verpflegung versorgt.

Dazu gehören auch Berthold Berghaus, ein guter Freund von ihm sowie die Frau von Thomas Berghaus. Es zeigt: Jeder kann mitmachen und helfen. „Ohne das Serviceteam würde es einfach nicht gehen“, betont der 39-Jährige.

Sponsoren gesucht

An dieser Stelle kommen wir zum Thema Sponsoring. Denn das Rhein-Ruhr-Team sucht für die Verpflegung der Radler wieder Supermärkte, die bereit sind, das Ganze materiell zu unterstützen. „Das würde uns enorm helfen“, so Thomas Berghaus.

Ebenso werden Firmen-Sponsoren gesucht, die die Radler und die gute Sache mit einem Festbetrag unterstützen möchten. Dafür gibt es dann auch auf den extra für die Tour angefertigten gelben Trikots und Hosen die Möglichkeit, das eigene Firmenlogo zu platzieren.

Die Eierhandlung Amshoff und die Althoff Autovermietung aus Ahaus sind bereits Unterstützer aus der Region, wie Thomas Berghaus berichtet. Über weitere würde sich das Rhein-Ruhr-Team im Sinne der guten Sache freuen.

Viele Trainingskilometer

Deadline ist der 12. Januar. „Weil wir die Trikots und Hosen ja auch entsprechend herstellen lassen müssen“, begründet Thomas Berghaus. Auf eigene Kosten versteht sich. Wer Interesse an einem Sponsoring für den guten Zweck hat, kann sich per E-Mail an das Team wenden (rheinruhr@team-rynkeby.com).

Natürlich dürfen sich auch Personen melden, die einfach „nur“ mit ihrer Spende das Charity-Radsportprojekt in 2023 unterstützen möchten. „Jede Spende hilft, das Leid unzähliger Kinder etwas zu lindern“, unterstreicht Thomas Berghaus.

Bis die große Fahrt ansteht, gilt es für die Hobby-Radler aber erst mal noch viele Trainingskilometer „zu fressen“. 2500 Kilometer muss etwa jeder Fahrer des Teams Rhein-Ruht absolviert haben, ehe er an den Start gehen darf.

Ohne diese knüppelharte Vorbereitung wäre es sonst auch nicht möglich, die rund 1200 Kilometer binnen sechs Tagen bis nach Paris zu schaffen. „Es ist schon so mancher an seine absolute Leistungsgrenze gestoßen, aber der unbedingte Wille, schwerkranken Kindern zu helfen, hat noch alle ins Ziel gebracht“, blickt der 39-Jährige auf die vergangenen Jahre zurück.

Aus allen Himmelsrichtungen

Sternfahrt heißt das Ganze übrigens, weil die große Einfahrt der Teams aus allen Himmelsrichtungen erfolgt. In jedem Team gibt es einen GPS-Sender, sodass stets gegenseitig verfolgt werden kann, wer sich gerade wo befindet. Mit den Pariser Behörden sei alles bis ins kleinste Detail besprochen.

Muss es auch, schließlich treffen sich alle aktiven Radler und Teams an einem zentralen Platz in der französischen Hauptstadt. „Da sind schnell 5000 bis 6000 Personen“, berichtet Thomas Berghaus. Große Leinwand, Live-Musik und ein Pavillon-Stand von jedem Team inklusive. Eine Art großes Volksfest.

Vergessen sei dann all die Quälerei. Und noch mehr in Vergessenheit gerate diese, wenn dann die Spendenergebnisse feststünden. Dass dabei richtig große Summen zusammenkommen, haben 2022 alleine die vier deutschen Teams (2023 werden es fünf sein) bewiesen.

350.706 Euro für die Kinderkrebshilfe

Beachtliche 350.706 Euro konnten am Ende an die deutsche Kinderkrebshilfe übergeben werden. Insgesamt erfuhren alle Teams 10,4 Millionen Euro. Eine Summe dieser Größenordnung ist auch für 2023 das große Ziel der Radler und Helfer. Dafür braucht es jetzt nur noch ganz viele Sponsoren und Spender.

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