Talkrunde aus dem Fasslager der Feinbrennerei Sasse

Generationswechsel ist nie abgeschlossen

Schöppingen

Kommunikation ist das A und O – besonders dann, wenn im Unternehmen ein neuer Chef an Bord ist, der vorher noch in einer ganz anderen Rolle agierte.

Die Talkteilnehmenden Patrick Lehr, Monika Bone, Rüdiger Sasse und Ralf Swetlik, Moderatorin Andrea Hansen sowie das Projektteam von Gründergeist #Youngstarts Münsterland, Katharina Stemmer und Frank Sibbing. Foto: Münsterland e.V.

Egal, ob jemand aus der Familie oder von außen übernimmt: Ohne Kommunikationsgeschick funktioniert die Übergabe nicht.

Genau zu diesem Thema haben drei Nachfolger und eine Kommunikations-Expertin bei der zweiten Auflage des Thementalks „Eine Runde Nachfolge“ diskutiert, die live via Zoom aus dem Fasslager der Feinbrennerei Sasse gestreamt wurde. Eingeladen hatte das Verbundprojekt Gründergeist #Youngstarts Münsterland in Kooperation mit dem Münsterland-Siegel.

„Wir wollen zum einen ganz allgemein für das Thema Unternehmensnachfolge begeistern, zum anderen aber auch praktische Tipps und konkrete Ideen für Nachfolgeprozesse auf den Weg geben“, erläuterte Frank Sibbing, Projektleiter von Gründergeist#Youngstarts Münsterland beim Münsterland e.V.

Generationswechsel nie abgeschlossen

Talkrunden-Teilnehmer und Gastgeber Rüdiger Sasse war gerade einmal 21 Jahre alt, als er in die elterliche Brennerei „eingestiegen“ ist. Seit 1990 prägt er das über 300 Jahre alte Familienunternehmen, das mit seinen 40 Mitarbeitern auch Mitglied im Münsterland-Siegel ist. „Für mich fühlt es sich so an, dass der Generationswechsel in einem Familienunternehmen eigentlich nie abgeschlossen ist. Sobald sich der Sohn gegenüber dem Vater emanzipiert hat, geht es schon darum, Tochter oder Sohn für den Betrieb zu begeistern. Hierdurch ergeben sich bei Übernahmen von Familienunternehmen besondere Spannungsfelder, die auch eine externe Begleitung sinnvoll machen können“, sagte Rüdiger Sasse.

Aus Sicht von Kommunikations-Expertin Monika Bone gibt es nicht den einen Rat für Nachfolgerinnen und Nachfolger, denn jede Übergabe ist unterschiedlich. Dennoch sei die passende Kommunikation maßgeblich für den Erfolg einer Unternehmensnachfolge. „Wichtig für eine gelingende Nachfolge ist die bewusste Auseinandersetzung mit der neuen Rolle: Wie hat der Vorgänger mit seiner Persönlichkeit die Rolle gefüllt und wie fülle ich diese Rolle mit meiner? Wie nutzen wir die Unterschiede, so dass sie unsere Arbeit bereichern? Wertschätzend über Unterschiede zu reden, schafft fruchtbaren Boden für die Zusammenarbeit“, betonte Bone.

Transparenz ist wichtig

Ebenfalls zur Diskussionsrunde gehörten die Nachfolger Ralf Swetlik vom Druckhaus Dülmen sowie Patrick Lehr von der Firma Motorrad Bögel in Ibbenbüren. Sie sprachen darüber, wie sie den Übergabeprozess bei den Mitarbeitern kommuniziert haben und über Dinge, die sie sich von ihren Vorgängern abgeguckt oder die sie bewusst anders gemacht haben. Beide betonten, wie wichtig ihnen Transparenz gegenüber ihren Beschäftigten ist und wie sie diese immer wieder mit ins Boot holen.

Der nächste Thementalk ist bereits in Planung, konkrete Termine werden zeitnah auf youngstarts-muensterland.com bekanntgegeben. Daneben bietet das Verbundprojekt weitere Veranstaltungen zum Thema Unternehmensnachfolge an, etwa Online-Seminare am 23. und 30. Juni.

Zudem finden Interessierte auf young-starts-muensterland.com einen Podcast mit spannenden Nachfolgegeschichten.

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