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Entlassfeier der Sekundarschule

Jeder hat ein Gesicht und einen Namen

Schöppingen

Hubertus Drude betritt die Bühne. Der Leiter der Sekundarschule hat eine Salvador-Dali-Maske in Anlehnung an die TV-Serie „Haus des Geldes“ aufgesetzt, als er am Freitagnachmittag ans Rednerpult anlässlich der Entlassfeier in der Kulturhalle tritt.

Schulleiter Hubertus Drude verteilte an alle scheidenden Schülerinnen und Schüler eine rote Rose, nachdem die Jugendlichen von ihren Klassenlehrern die Zeugnisse überreicht bekommen hatten.Mit Salvador-Dali-Maske trat Hubertus Drude ans Rednerpult.Schulhund Jedi war bei der Schulentlassfeier auch dabei. Foto: Rupert Joemann

„Es kann niemals gut sein, seinen Namen oder im übertragenen Sinn sein Gesicht zu verlieren. Das wünsche ich niemandem hier in der Runde, ein Leben lang“, sagt Drude. In der TV-Serie versucht ein Verbrecher, der Professor, dass seine Mittäter sich nicht kennenlernen. Er benennt sie nach Städten und verbietet den Kontakt. Doch der Plan geht schief.

Er ziehe für sich das Fazit, dass Beziehungen an der Sekundarschule erlaubt seien und „es darf jeder von euch sein Gesicht zeigen und ihr habt auch alle einen Namen. Jede und jeder von euch hat Stärken und jetzt liegt es an euch, diese weiter zu nutzen.“

Jugendliche sollen ihre Stärken nutzen

In seiner Rede spielt Drude weiter auf die Serie an: Sind die Noten das wert, was sie zu sein scheinen? Sind 100 Euro für jeden das Gleiche? „Hat die Note sehr gut für jeden von uns die gleiche Bedeutung?“ Banknoten und Schulnoten hätten aus seiner Sicht gemeinsam, dass sie nur eine Momentaufnahme seien. Das Glück des Menschen vermehre sich nicht proportional zum Geld. Im Gegenteil. Durch die weniger zur Verfügung stehende Freizeit würden die Menschen oft unglücklich.

„Jeder entscheidet, welchen Weg er mit seinem Wissen einschlägt“, sagt der Schulpflegschaftsvorsitzende Karsten Möhle zu den Schülern. Soziale Kontakte auf ein Minimum herunterzufahren und die Krise trotzdem zu überstehen, stärke bestimmte Eigenschaften, spielt Möhle auf die Corona-Pandemie an. Diese Eigenschaften „werden euch als Guthaben in der Wissensbank verbucht“.

Die Jahrgangsbesten

Auf das Miteinander gehen auch die Schülersprecher Alina Feemers und Jost Laubrock ein. „Besonders die letzten Monate haben uns gezeigt, wie toll es in der Schule war“, so Laubrock. „Wir sind froh, dass wir so tolle Leute in unserer Stufe haben durften, denn dies ist nicht selbstverständlich“, fügt Feemers hinzu.

Auch die Klassenlehrer spielen in ihrer Rede auf zwischenmenschliche Aspekte an. Die Schüler hätten sich „des Stehlens von Klassenlehrer-Herzen“ schuldig gemacht. Die Trennung fällt so manchem Lehrer sichtbar schwer.

Alle Schüler erhalten einen Abschluss

Nach Angaben von Schulleiter Drude haben alle Jugendlichen einen Schulabschluss erhalten. Vier den Hauptschulabschluss nach der 9. Klasse, 23 den Hauptschulabschluss nach der 10. Klasse, 29 die Fachoberschulreife und 53 die Fachoberschulreife mit der Berechtigung für die gymnasiale Oberstufe.

Drude verabschiedete zudem Lehrerin Julia Hansen, die künftig in Berlin eine Schulleitung übernimmt.

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