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Pianistin Anna Zassimova spielt im Alten Rathaus

Sehnsucht nach Romantik, aber auch Gewaltausbrüche

Schöppingen

Dieser Klavierabend auf Einladung des Freundeskreises Schöppinger Konzerte und der Volkshochschule Ahaus machte deutlich, wie sehr die Seele Musik braucht – gerade in Zeiten des Krieges. Die in Russland geborene Pianistin Anna Zassimova machte in ihren einführenden Worten deutlich, wie sehr sie der Krieg gegen die Ukraine erschüttert.

Die Pianistin Anna Zassimova Foto: Freundeskreis Schöppinger Konzerte

Dieser Klavierabend auf Einladung des Freundeskreises Schöppinger Konzerte und der Volkshochschule Ahaus machte deutlich, wie sehr die Seele Musik braucht – gerade in Zeiten des Krieges. Die in Russland geborene Pianistin Anna Zassimova machte in ihren einführenden Worten deutlich, wie sehr sie der Krieg gegen die Ukraine erschüttert.

Es folgten im ersten Konzertteil Robert Schumanns Arabeske op. 18 und sein Faschingsschwank aus Wien op. 26. Musik, die fantasievoll hin- und herschweift, deren Stimmung jeden Augenblick wechseln kann.

Der zweite Teil war zwei russischen Komponisten am Übergang zwischen Spätromantik und Moderne gewidmet. Den Mathematiker und Komponisten Georges Catoire hat Zassimova musikwissenschaftlich erforscht und für die Konzertbühne wiederentdeckt. Besonders erschütterte die Klaviersonate Nr. 3 f-moll von Wsewolod Saderazki.

Der aus einer russischen Adelsfamilie stammende Komponist war vor der Revolution 1917 Musiklehrer am Zarenhof und wurde nach der Machtübernahme der kommunistischen Partei im Gulag interniert. In seiner Musik scheinen sowohl die Sehnsucht nach der romantischen Epoche als auch die Gewaltausbrüche des 20. Jahrhunderts aufgehoben zu sein.

Mit zwei Zugaben – von Alexander Skrijabin und Franz Liszt – kehrten die Hörerinnen und Hörer zum normalen Leben zurück.

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