1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Schöppingen
  6. >
  7. „Unsicherheitsfaktor“ ZUE

  8. >

IT-NRW: Einwohnerzahl in Schöppingen sinkt weiter, Gemeinde sieht umgekehrte Tendenz

„Unsicherheitsfaktor“ ZUE

Schöppingen

Die Einwohnerzahl Schöppingens ist im vergangenen Jahr gesunken. Das jedenfalls geht aus der aktuellen Bevölkerungsstatistik des Landesbetriebs IT-NRW hervor. Die Gemeindeverwaltung kommt auf eine andere Zahl.

Von Rupert Joemann

Bürgermeister Franz-Josef Franzbach Foto: privat

Der Landesbetrieb IT-NRW weist in seiner aktuellen Bevölkerungsstatistik zum Stichtag 31. Dezember 2021 für Schöppingen 6623 Einwohner aus. Das sind 136 weniger als ein Jahr zuvor. Die Gemeindeverwaltung nennt für den gleichen Stichtag dagegen mit 7043 laut Melderegister eine deutlich höhere Einwohnerzahl.

Laut Landesstatistik hat die Bevölkerungszahl in der Vechtegemeinde in den vergangenen Jahren abgenommen. Nach Angaben der Düsseldorfer Statistiker betrug die Einwohnerzahl 2010 noch 8398.

Fünf Jahre später waren es nur noch 7280 und Ende 2020 lediglich 6759 Einwohner. IT-NRW räumt jedoch selbst ein, dass „die Ergebnisse der Wanderungsstatistik und als Folge die Entwicklung des Bevölkerungsstandes ab Berichtsjahr 2016 aufgrund methodischer Änderungen, technischer Weiterentwicklungen der Datenlieferungen aus dem Meldewesen an die Statistik sowie der Umstellung auf ein neues statistisches Aufbereitungsverfahren nur bedingt mit den Vorjahreswerten vergleichbar“ sind.

Von den 6623 Einwohnern waren laut IT-NRW 3111 weiblich und 3512 männlich. Damit leben in Schöppingen überproportional viele Männer. Im Jahr 2018 lag deutschlandweit das Verhältnis von Frauen zu Männern bei 50,7 Prozent Frauen zu 49,3 Prozent Männern. Das dürfte mit der relativ hohen Zahl an in der Vechtegemeinde lebenden ausländischen männlichen Werkarbeitern zusammenhängen.

Bürgermeister Franz-Josef Franzbach weiß seit Jahren um die Diskrepanz zwischen den Zahlen der Landesstatistiker und der Gemeindeverwaltung. Franzbach geht davon aus, dass das mit den Bewohnern der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) zusammenhängt. Die Asylbewerber werden bei Aufnahme in die ZUE bei der Gemeinde angemeldet und beim Auszug wieder abgemeldet.

Einwohner doppelt abgezogen

Es könne sein, so Franzbach, dass IT-NRW der Gemeinde Einwohner doppelt abgezogen habe. Es handele sich dabei um eine technische Frage, „die sehr komplex ist“. Für rund 200 Einwohner ist der Einwohnerstatus unklar.

Seit Jahren ist das Problem bekannt. Für ein Jahr sind mittlerweile die Daten ausgewertet worden. Dabei konnte die Problematik in etwa zehn Fällen geklärt werden. Wann die Liste vollständig abgearbeitet ist, kann Franzbach nicht sagen. „Jeder Fall muss von Hand angefasst werden“, sagte der Bürgermeister.

Stellt man nur die Geburten- und Todeszahlen gegenüber, wäre die Einwohnerzahl gesunken. Das ließe jedoch die Zu- und Wegzüge außer Acht und ergäbe kein vollständiges Bild. Im vergangenen Jahr registrierte die Verwaltung 69 Geburten und 96 Sterbefälle. Ein Jahr zuvor waren es 77 Geburten und 84 Sterbefälle, im Jahr 2019 waren es ebenfalls 77 Geburten, aber 99 Sterbefälle.

Startseite
ANZEIGE