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Ulrike Büker gibt Leitung der Kita St. Benedikt ab und wird Ruheständlerin

18 bewegte Jahre in Herbern enden

Herbern

Sie lebt in Rinkerode, wäre aber ohne den wachen Blick der Tochter vielleicht nicht in Herbern gelandet. Ulrike Büker wäre damit auch „der beste Schritt überhaupt“ verwehrt geblieben.

Theo Heitbaum

Ulrike Büker schaut nach vorne in Richtung Ruhestand. 45 Jahre als Erzieherin, davon 18 als Leiterin der Kita St. Benedikt Herbern liegen bald hinter der Rinkeroderin. Foto: Theo Heitbaum

Der Impuls kam von der Tochter. Sie sah die Anzeige, dass in Herbern eine Kindergartenleiterin gesucht wird. „Obwohl ich in Rinkerode wohne, kannte ich Herbern nicht. Es ging immer bis zur B 58 und dann links oder rechts ab“, erzählt Ulrike Büker. Angestupst von der Tochter fuhr sie für eine Stippvisite geradeaus, um mal zu schauen, wo der St. Benedikt Kindergarten liegt und wie er aussieht: „Den großen naturnahen Spielplatz fand ich Klasse. Der hat mich sofort begeistert“, schildert Büker den ersten ersten Eindruck. Ihr Wunsch, die Arbeit in einem sozialen Brennpunkt gegen eine neue Aufgabe zu tauschen, erhielt ein Ziel. Am 2. Mai 2002 übernahm sie die Regie am Schulweg. 18 Jahre später, wenige Tage vor dem Abschied, sagt die künftige Ruheständlerin: „Das war der beste Schritt überhaupt.“

Büker kam mit 27 Jahren Kindergartenerfahrung aus Münster, Hiltrup und Borghorst nach Herbern. St. Benedikt wurde zu ihrer dritten Leiterinnenstelle. Die Rinkeroderin hat also Vergleichsmöglichkeiten, wenn sie sagt: „Die Zusammenarbeit mit dem Träger und den Eltern war von Anfang an klasse. Das Team hat über die gesamte Zeit toll mitgezogen.“ Gemeinsam wurden gewaltige Veränderungen bewältigt. Als die neue Leiterin startete, besuchten 100 Kinder in vier Gruppen einen windelfreien Kindergarten: „Acht Kinder wurden über Mittag betreut, heute sind es 50“, berichtet die scheidende Leiterin. Die vier Gruppen bieten nach dem Kibiz Platz für 72 Mädchen und Jungen. Der jüngste Besucher ist ein Jahr alt. Mit dem Kibiz wurden Betreuungszeiten eingeführt: Die Eltern hatten die Wahl 25, 35 oder 45 Stunden zu buchen. Die Kitas mussten das Umsetzen. „Die Teams sind größer geworden, neue Bereiche wurden angebaut. Es brauchte Ruhe- und Wickelräume“, berichtet Büker. Mit den 25-Stunden-Kindern gab es ein Angebot, das aus ihrer Sicht zu kurz griff: „In der knappen Zeit sind Ziele, die man für die Kitas setzt, nicht zu erreichen. Die Kinder sollen den Kindergarten als Ihr Haus ansehen, eine Ort zum Spielen, Lernen und sich wohl fühlen. Da reichen 25 Stunden nicht aus.“

In die Amtszeit Bükers fällt der Aufbau des gemeinsamen Familienzentrums mit dem Kindergarten St. Hildegardis. „Die Zusammenarbeit hat von Beginn an geklappt. Es gab kein Konkurrenzdenken. Ulla Bubolz und ich standen nicht allein da“, berichtet Büker.

Im Rückblick ist die scheidende Leiterin der katholischen Kirchengemeinde als Träger dankbar, dass die Kitas immer gut ausgestattet waren und sind. Das gilt auch fürs Personal. Ihr Dank geht an die ehrenamtlichen Verantwortlichen aus dem Kirchenvorstand genauso wie an Verbundleiterin Sandra Schulz, die gerade in Corona-Zeiten für schnelle Informationen und zudem ein gleiches Vorgehen der fünf katholischen Kitas gesorgt hat. Büker erinnert sich an den Corona-Start: „Wir waren zu meinem Abschluss mit dem Team ein Wochenende in Greetsiel. Da kamen per WhatsApp die ersten Informationen.“ Was mit dem Team noch geklappt hat, geht mit der großen Kindergemeinschaft inklusive Eltern nicht. Nach 18 Jahren wird es ein stiller Abschied werden. Raus aus dem Kindergarten, aber nicht in ein Leben ohne Kinder. „Es gibt drei Enkel“, sagt die Rinkeroderin mit Blick nach vorne. Der Kita wünscht sie, dass ein sich anbahnender Engpass nicht durchschlägt: „Es braucht mehr gut ausgebildetes Personal, damit die Arbeitsbelastung besser verteilt werden kann. Nachfolgerin von Ulrike Büker wird Linda Huesmann, die vorher im Kindergarten St. Katharina in Ascheberg tätig war.

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