Runder Tisch soll jährlich tagen

Alter und Pflege dauerhaft im Blick

Ascheberg

Der demografische Wandel fordert auch die Gemeinde Ascheberg heraus. Ein runder Tisch zu „Pflege und Alter“ soll diesen Prozess mit jährlichen Treffen begleiten. Ein erstes Treffen fand jetzt statt.

Theo Heitbaum

Das Altenheim St. Lambertus Ascheberg soll durch einen Neubau ersetzt und von 51 auf 72 Plätze erweitert werden. Foto: Theo Heitbaum

Der demografische Wandel führt dazu, dass auch in der Gemeinde Ascheberg mehr alte Menschen leben werden. Ein runder Tisch zu „Pflege und Alter“ soll diesen Prozess mit jährlichen Treffen begleiten. Bei einem ersten Treffen wurde der Status Quo von unterschiedlichen Seiten beschrieben.

Aktuell verfügen das Altenheim St. Lambertus (51) und das Malteserstift St. Benedikt (60) zusammen über 111 Plätze. Mit den Neubauplänen in Ascheberg ist auch ein Ausbau auf 72 Plätze vorgesehen, das wären dann zusammen 132 Plätze. Eine Kurzzeitpflege ist nur eingestreut möglich. Bedeutet: Das Angebot ist nur verfügbar, wenn zur gewünschten Zeit Betten frei sind. Im Regelfall sind aber alle Plätze belegt. Mehr scheitert daran, dass die Kurzzeitpflege nicht auskömmlich finanziert ist.

In Herbern, so Fachbereichsleiter Thomas Stohldreier bei der Ergebnispräsentation, gebe es in einer Wohngemeinschaft ein Dutzend weiterer Pflegeplätze. Aktuell werde im Ort eine Möglichkeit für elf weitere Plätze geschaffen. Insgesamt reiche die Zahl der Plätze aus, doch gebe es bei der stationären Pflege aktuell eine Warteliste. „Wo es akut anfällt, werden Lösungen geschaffen“, informierte Stohldreier.

Thomas Stohldreier

In der Tagespflege stehen mit dem Umzug des Caritas-Angebotes 15 Plätze zur Verfügung. Dahinter, so Stohldreier, stünden gut 30 Menschen, denn nicht jeder Gast komme täglich. Der Pflegedienst Hantel eröffnet an der Sandstraße eine zweite Tagespflege mit 14 Plätzen. „Das ist ein deutlicher Ausbau einer beliebten Form der Unterstützung“, erklärte Stohldreier.

In der Gemeinde Ascheberg sind zehn Pflegedienste im Einsatz. Sie seien gut ausgelastet, aber nicht überlastet. „Bisher musste noch niemandem abgesagt werden“, informierte der Verwaltungsmann. Auf der Ascheberger Habenseite sei zudem das Wohnen mit Service an der Biete zu sehen.

Auf dem Wunschzettel der Senioren stehe eine kleine Begegnungsstätte für kleine Gruppen. Insgesamt wünschten sich Teilnehmer mehr Beratung.

In der Diskussion des Fachausschusses wurde der Wunsch nach zuverlässigen Kurzzeitpflegeplätzen und nach Angeboten für Davensberg deutlich.

Belastung durch Pflege und Bürokratie

In Sachen Beratung forderte die CDU per Antrag eine aufsuchende Form der Hilfe. Erfahrungsberichte aus der Runde machten deutlich, dass neben allen Sorgen um zu pflegende Familienangehörige die bürokratische Begleitmusik die Betroffenen überfordere. Mit dem Kreis soll geprüft werden, ob und wie das bisherige Angebot verändert oder erweitert werden kann. Bisher ist alle zwei Monate eine Beraterin des Teams der Kreisverwaltung Coesfeld vor Ort. „In den elf Städten und Gemeinden des Kreises Coesfeld hat die Pflegeberatung im Jahr 2019 insgesamt 167 Beratungen im Rahmen ihrer Sprechstunde vor Ort vorgenommen, im Durchschnitt also rund 15 Termine pro Kommune. 18 Beratungen in Ascheberg passen dazu“, informiert Kreissprecher Christoph Hüsing auf WN-Anfrage.

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