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Literaturreihe „Eine Gemeinde liest“ fortgesetzt

Berührend, spannend und unterhaltsam

Ascheberg

Hanau-Texte, die ans Herz gingen, ein spannender Thriller, die Chronik des Fußballkreises Lüdinghausen – die Bandbreite der Werke war bei der Fortsetzung der Literaturreihe „Eine Gemeinde liest“ groß. An gleich mehreren Abenden wurde sie fortgesetzt.

Die „Texte nach Hanau“ erschütterten die Zuhörer von Anna Homann in Herbern. Martin Bußkamp las bei Fisch Wenning. Foto: privatprivat

Die literarische Reise durch die Gemeinde Ascheberg ging weiter: „Texte nach Hanau“ hatte beispielsweise Anna Homann für ihre Lesung in der Reihe „Eine Gemeinde liest“ ausgesucht.

In den sechs Jahren der Literaturreihe habe es noch keinen Beitrag mit solch erschütternden Texten gegeben, heißt es in einer Pressemitteilung. Es ging um Rassismus und darum, was er mit den Betroffenen macht. Im konkreten Fall ging es um das Attentat am 19. Februar 2020 in Hanau, bei dem neun Menschen ihr Leben verloren. Die Texte sind von Hinterbliebenen, Betroffenen und Opfern geschrieben worden. Sie gehen ans Herz und machen betroffen. Die Lesung ermöglichte es den Teilnehmern, im Anschluss über Rassismus zu diskutieren.

Blumige Sprache in alten Zeitungsberichten

Am Freitag standen bei „Eine Gemeinde liest“ gleich zwei Lesungen an. Theo Heitbaum erinnerte mit Passagen aus seiner Chronik des Fußballkreises Lüdinghausen an die Gründerzeiten des Zusammenschlusses im Sommer 1946. Aus der Zeit vor 75 Jahren war besonders die blumige Sprache in Zeitungsberichten hörenswert.

In der Hundeschule Kehrmann war Thriller-Zeit angesagt: Sonja Schober las aus Sebastian Fitzek „Der erste letzte Tag“. Den Samstagskrimi hatte Renate Behr selbst geschrieben. Ihr Kommissar Wischkamp aus Werne hatte es mit einer „Verhängnisvollen Erbschaft“ zu tun.

Am Sonntagabend las Martin Busskamp auf dem Hof von Fisch Wenning. Passend zum Leseort hatte er ein Buch von dem Sprachwissenschaftler Rolf-Bernhard Essig vorgestellt: „Butter bei die Fische – Wie das Meer in unsere Sprache floss“. Nach einer kurzen Erläuterung zum Autor des Buches las Martin Busskamp einige Passagen aus dem „Sprichwort-Ratgeber“ vor, die die Zuhörer in Erstaunen versetzten. Viele Redewendungen wie „Den roten Faden behalten“, „Bis zum bitteren Ende“, „Mit allen Wassern gewaschen“ oder „Auf dem Trockenen sitzen“ kommen aus dem maritimen Bereich. Die Erklärungen waren nicht nur lehrreich, sondern auch unterhaltsam.

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