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Schulgeschichte endet

Burg-Schule in Davensberg ist Geschichte

Davensberg

Nach 47 Jahren ist Schluss, Wunschkugeln werden an die Burg-Schule erinnern. Der größte Wunsch, sie zu erhalten, ist mit der Förderschule seit Mittwoch Geschichte.

Theo Heitbaum

Die Wunschkugeln werden weiter an die Burg-Schule Davensberg erinnern. 47 Jahre wurden an der Förderschule Kinder unterrichtet. Für die 15 Jugendlichen, die entlassen wurden, geht es im Gegensatz zu ihrer Schule nach den Sommerferien weiter. Foto: hbm

„Früher habe ich mich geschämt, hierhin zu gehen, heute komme ich gerne.“ Raphaela Kaiser ist vor zehn Jahren von der Burg-Schule Davensberg entlassen worden. Gestern kehrte sie noch einmal an ihre alte Schule zurück. Wieder wurden Zehntklässler entlassen. Doch nicht nur: Gestern schloss die gemeinsame Förderschule der Gemeinden Ascheberg und Senden sowie der Stadt Lüdinghausen. Nach 47 Jahren wird das Schulbuch zugeklappt, endgültig. Wieweit unter der neuen Landesregierung ein wohnortnahes Förderschulangebot möglich wird, ist zurzeit offen.

Der kommissarische Schulleiter Jens-Uwe Szelong und Bürgermeister Dr. Bert Risthaus, wünschten den 15 Jugendlichen, deren Zeit in Davensberg endete, einen guten Anschluss nach dem Abschluss. Man habe ihnen nicht nur Wissen mit auf den Weg gegeben, sondern auch intensiv an Dingen wie Verlässlichkeit und Teamfähigkeit gearbeitet. Die neuen Wege seien mit der Berufserkundung und Praktika angedeutet worden, gehen müssten die Jugendlichen ihn an der Seite ihrer Eltern allein. Mit der Zeugnisausgabe durch die Lehrerinnen Viktoria Heugen und Christiane Löcke-Nitsch endete das Kapitel Schule für sie – auf dem Rückweg grüßten die letzten Burg-Schüler Sandra Lüningmeyer, die bis zum Sommer 2016 für fünf Jahre ihre Klassenlehrerin gewesen war, herzlich.

Geht es für die Schüler weiter, werden die Schultüren endgültig geschlossen, die Akten wandern ins Gemeindearchiv, die verbliebenen Lehrkräfte werden als Förderschullehrer andernorts schon sehnsüchtig erwartet. Szelong hat schon halbtags an der Schule für Kranke in Münster als Konrektor gearbeitet und wird das nun in Vollzeit fortsetzen.

Bei dem von Sascha Klaverkamp moderierten Schlussakkord sorgte ein Ensemble der Musikschule Ascheberg für beschwingte Töne. Neben Raphaela Kaiser blickten die frühere Lehrerin Nicola Sommer, der frühere Leiter Wilhelm Henrichmann und Heiner Gesper vom Förderverein in die Schulgeschichte zurück. Aus Elternsicht vermittelte Gesper Bitternis: „Der Todesstoß ist durch die Politik vollzogen worden.“ Henrichmann glaubt, dass es „für die Schule eine Chance gegeben hätte, wenn die neue Regierung ein halbes Jahr eher gekommen wäre“. Gemeinsam mit Sommer strich er heraus, dass die Arbeit mit den Kindern das Besondere der Förderschule gewesen sei. Wie eng die Bindung war, zeigte der Hinweis von Sommer, dass sie schon einmal mit „Mama“ von den Kindern angesprochen worden sei: „Mir hat diese Schule viel gegeben, ich habe mich voller Elan in die Arbeit gestürzt.“

Ganz geht die Burg-Schule nicht. Die letzten beiden Jahrgänge haben in einem Gelsenwasser-Projekt mit Künstlerin Anke Knoke-Kahner Wunschkugeln geschaffen, die am Römerweg immer an die Burg-Schule erinnern werden. „Wir waren eine bunte Schule mit Schülern aus 30 verschiedenen Nationen“, erklärte Szelong die bunte Vielfalt einer Kugel.

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