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Gastspiel auf Einladung des Kukaduh

Comedian Frank Fischer reiht verbale Elfmeter aneinander

Ascheberg

Gezückter Stift und stets griffbereites Notizbuch sind alles, was man braucht, um Comedian zu werden. Wenn man Frank Fischer glauben mag.

Nicole Klein-Weiland

Frank Fischer braucht kein Alpecin, für den Haarwuchs tut es auch eine Portion Spaghetti. Foto: nico

Gezückter Stift und stets griffbereites Notizbuch sind alles, was man braucht, um Comedian zu werden. Wenn man Frank Fischer glauben mag. „Ich erfinde wirklich nichts“, beteuert er. Es gibt kaum etwas Menschliches, das ihm entgeht. Und das sich dann nicht später in seinem Programm wiederfindet. Zum Beispiel in „Gewöhnlich sein kann jeder“, mit dem er am Freitag auf Einladung des Ascheberger Kunst- und Kulturvereins „Kukaduh“ im Bürgerforum zu Gast war.

„Vielen Leuten ist es einfach nicht bewusst, dass sie merkwürdige Dinge sagen“, weiß Frank Fischer. Und bombardiert seine „Reisegruppe“ mit jeder Menge Beispiele. Dabei schöpft er aus einem gewaltigen Fundus: Alltagsbeobachtungen, der Werbung, dem Fernsehprogramm. Die Absurditäten des Alltags bieten ihm reichlich Stoff. Beispielsweise, wenn der südhessische Landfrauenverein in Tchibo-Funktionsjacken auf dem Weg zum Musical nach Hamburg ist. Da wird dann der „König der Löwen“ auch schon mal zu „Starlight Express“, nur eben ohne Rollschuhe. Noch schlimmer ist es im Fitnessstudio und den chinesischen Schriftzeichen-Tattoos auf den gestählten Körpern. „Die denken, da steht Hoffnung, Liebe oder Vertrauen und in Wirklichkeit heißt es ‚Ente süß-sauer‘“, vermutet Fischer. Auch an der Supermarkt-Kasse findet sich Potenzial fürs Komische. „Wenn sie nach Treuepunkten gefragt werden, dann lassen sie doch mal den inneren Kinski raus“, rät der Comedian und demonstriert das pöbelnd und mit irrem Blick.

Seine Angebotspalette für das „täglich Besondere“ ist umfangreich. Gibt es im Baumarkt festgelegte Fluchtrouten für Berater, um den unbequemen Fragen der Kunden zu entkommen? Wie mag es in einer WG zugehen, in der sich die Chefs von Trigema, Seitenbacher, Alpecin und Dyson, dem Staubsauger ohne Saugkraftverlust, über das schmutzige Geschirr streiten? Ist es wirklich Service, wenn man beim Krimi aus der Bücherei auf Seite 50 vermerkt, wer der Mörder ist? „Mein Leben ist eine ständige Aneinanderreihung verbaler Elfmeter“, lässt Fischer das Publikum wissen und erklärt dann, wie er seinen eigenen Alltag aufhellt: Er geht zum Italiener, bestellt eine Portion Spaghetti, schüttet sie sich auf den Kopf und freut sich: „Endlich wieder Haare“. Manchmal reichen eben Kleinigkeiten.

Es wird viel gelacht bei „Gewöhnlich sein kann jeder“ im Bürgerforum. Die Besucher fühlen sich gut unterhalten von Frank Fischer und seinen skurrilen Alltaggeschichten, für die er seine Umwelt genau ins Visier nimmt. Warum? Für solche Fragen hat der Comedian stets seinen Lieblingssatz parat: „Weil es erlaubt ist“.

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