Kraft- und Ausdauertraining im Fitnessstudio

Corona-Frust wird ausgeschwitzt

Ascheberg

Lidia Eichholz ist glücklich: Nach sieben Monaten coronabedingter Zwangspause ist ihr Sportstudio endlich wieder geöffnet. Für alle, deren Muskeln sich durch Homeoffice und Sportentzug verkürzt haben, wird ein spezielles Muskellängentraining angeboten.

Von Tina Nitsche

Endlich geht es wieder los! Beschwingt trat Lidia Eichholz beim Milon-Zirkel in die Pedalen.Auch das Oberarmtraining für den Trizeps stand auf dem Trainingsplan. Foto: Tina Nitsche

Lidia Eichholz greift nach den schwarzen Schlaufen und zieht. Langsam und konzentriert. Als ihre Unterarme angewinkelt sind und sie spürt wie sich ihr Trizeps anspannt, gibt sie nach. Nur um gleich die nächste Wiederholung zu starten. Ihre Wangen sind leicht gerötet, ihr Blick ist konzentriert, aber auf ihrem Gesicht zeichnet sich trotz der Anstrengung am Fitness-Tower ein Lächeln ab. Sieben Monate hat sie nun auf ihre wöchentlichen Trainingseinheiten im Ascheberger Kraftclub verzichtet. „Aber jetzt, jetzt geht es endlich wieder los“, greift sie zu einem Lappen tränkt ihn mit Desinfektionsmittel und wischt die Griffe ab. Die Trizeps-Übung war die letzte Übung. Eineinhalb Stunden Kraftanstrengung und Schwitzen liegen hinter ihr.

Terminvereinbarung per App

„Morgen habe ich bestimmt Muskelkater, aber dann merke ich, dass ich endlich wieder etwas getan habe“, sagt die gelernte Krankenschwester und verrät, dass sie direkt nach dem Dienst den Kraftclub angesteuert ist. „Mein Sohn hat am Montag sofort einen Termin für mich vereinbart, via App.“ Lidia ist glücklich. „Denn mir hat wirklich etwas gefehlt. Sieben Monate so ganz ohne Training, und ohne die Rückenschule, die ich hier auch belege, das war nichts“, gibt sie zu. Denn gerade in ihrem Job als Krankenschwester sind die regelmäßigen Besuche im Ascheberger Kraftclub nicht nur ein guter Ausgleich, sondern auch „beste Prävention, um Rückenproblematiken vorzubeugen“, sagt sie.

Muskellängentraining zum Einstieg

Vor zwei Jahren hat Lidia ihre Ernährung umgestellt und ist dann parallel in Ascheberg im Kraftclub gestartet. Sie war kein Neuling auf dem Gebiet, hatte vorher auch schon mal ein Fitnessstudio besucht. „Aber das war immer mit Fahrerei verbunden und da lässt man dann auch schon mal, wenn es eng wird, den Termin sausen.“ Zu Hause vor Ort die Möglichkeit zu haben, das ist nicht nur bequemer, „nein, da mutiert schon der Weg dorthin quasi zum kleinen Warm-up, denn da kann ich jetzt mit dem Fahrrad hinfahren.“ Ob der Hosenbund in Corona-Zeiten wieder enger geworden ist? „Nein“, sagt die Aschebergerin lachend, „ich habe nicht zugenommen, denn ich habe bewusst auf die Ernährung geachtet.“ Dennoch hat das regelmäßige Training in diesem Zusammenspiel gefehlt. Und da war Lidia mehr als begeistert, über die Besonderheit, die Kraftclub-Inhaber Joshua Köhne und sein Team eingeführt haben. Nach der langen Coronapause absolvieren alle ein spezielles Muskellängentraining zum Einstieg. „Denn die Muskeln sind im wahrsten Sinne des Wortes zu kurz gekommen, sie haben sich durch das viele Sitzen im Homeoffice und den fehlenden Sport verkürzt“, erklärt Joshua Köhne.

Gerätetraining ohne Maske

Auch Lidia hat begeistert dieses Sondertraining absolviert. Noch bevor sie in den Milon-Zirkel gegangen ist, wo sie Kraft und Ausdauer im Wechsel trainiert hat. Die Voraussetzung zum Besuch im Kraftclub ist ganz einfach. „Die drei Gs sozusagen“, erklärt Köhne. Getestet, Geimpft oder Genesen. Lidia hat vorher einen Test gemacht. An den Geräten wird ohne Masken trainiert, spezielle Hepa-Filter-Anlagen sorgen geräuschlos für die Luftreinigung. Lappen und Desinfektionsmittel kommen jetzt nach jeder Benutzung der Geräte zum Einsatz. „Aber das ist ja alles kein Problem“, findet Lidia. Sie hat ihr erstes Training nach der langen Pause sichtlich genossen. „Irgendwie gibt mir das das Gefühl, dass die Normalität langsam wieder zurückkehrt.“

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