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Wanderer und Radler missachten Regeln

Corona hinterlässt Spuren im Wald

Davensberg

Wanderer und Radler sind im Wald von Cornelius Bracht grundsätzlich willkommen. Allerdings hält sich längst nicht jeder Besucher an die Regeln und weicht von den Hauptwegen ab: Junge Bäume werden zertreten und zerfahren. Corona verstärkt dieses unachtsame Verhalten. Bracht setzt auf Dialog.

Siegmar Syffus

Cornelius Bracht hat einige Trampelpfade, die im Lauf der Zeit entstanden sind, mit Flatterbändern „abgesperrt“. Die Hinweise, auf den Hauptwegen zu bleiben, um den Wald zu schonen, wurden nicht beachtet. Durchtrennte Bänder blieben zurück. Foto: Siegmar Syffus

„Die meisten Leute sind einsichtig, wenn man ihnen erklärt, dass sie auf den Wegen bleiben müssen, um die Natur zu schonen“, sagt Cornelius Bracht, Besitzer eines zwischen Kreuzbauerschaft und Ortsrand Davensberg gelegenen Waldstücks. Gleichwohl drängt sich ihm seit geraumer Zeit ein Problem zunehmend auf: „Es besteht ein Dilemma zwischen dem Willkommen-sein in der Natur, um sich in der Corona-Zeit zu erholen, und dem Schutz des Waldes“, sagt der Ottmarsbocholter. Der Wald leide nach wie vor unter der Trockenheit der drei vergangenen Sommer und unachtsamen Besuchern.

Sogar Quadfahrer heizen durch den Wald

Anfang des Jahres sei zwar eine Menge Regen und Schnee gefallen, räumt der Waldbesitzer ein. „Aber der Grundwasserspiegel ist immer noch nicht auf Stand. Wenn man nur einen Meter tief bohrt, ist der Boden trocken.“ Etliche Bäume seien bereits stark angeschlagen. Einige müssten womöglich gefällt werden, bedauert Bracht. Hinzu kommt: Junge Bäume, die jenseits der Hauptwege gerade erst das Licht der Welt erreicht haben, seien von Wanderern zertreten und von Radlern zerfahren worden. Selbstgestaltete Hinweisschilder und Absperrungen durch Flatterbänder und Reisighaufen würden missachtet. „Es gibt sogar Quadfahrer, die hier durchheizen – sowas geht gar nicht“, ärgert sich der Naturschützer über die Rücksichtslosigkeit einzelner Zeitgenossen. „Wir wollen niemanden verärgern, sondern die Davensberger mitnehmen, den Wald zu erhalten“, hebt Bracht ausdrücklich hervor und bittet um Beachtung der Schutzmaßnahmen. Ebenso selbstverständlich sollte es sein, keinen Müll zu hinterlassen.

Auch das Sperren der Wege mit Ästen ist erfolglos: Waldbesucher trampeln sich immer wieder neue Pfade um die Blockaden herum. Foto: Siegmar Syffus

Ausdrücklich willkommen sind dem Ottmarsbocholter Gruppen der Davensberger Grundschule und der Kita St. Anna. Denn: „Der Naturschutzgedanke muss bei den Kindern ansetzen. Wir könnten Waldprojekte anbieten. Meine Frau Katharina ist ausgebildete Grundschullehrerin“, lädt der Vater eines vierjährigen Sohnes und einer zweijährigen Tochter zum Naturerleben ein. Er möchte vermitteln, „dass der Erhalt des Waldes eine generationenübergreifende Aufgabe ist“.

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