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Ascheberger Tafel verliert Kunden

Corona mindert Nachfrage

Ascheberg

Die Zahl der Kunden der Ascheberger Tafel ist rückläufig. Vermisst werden am Fenster des Verkaufsraumes vorwiegend ältere Tafelkunden, die schon früh in der Corona-Zeit nicht mehr gekommen seien.

-hbm-

Die Ausgabe der Tafel erfolgt aus dem Fenster. Die Helfer tragen – anders als auf diesem Archivbild – eine Schutzmaske. Foto: Tina Nitsche

Die Pandemie hat bei der Ascheberger Tafel ihre Spuren hinterlassen. Die Zahl der Tafelkunden ist rückläufig. „Wir gehen davon aus, dass die Schließungen der Ausgaben im vergangenen und in diesem Jahr zur Verunsicherung beigetragen haben“, erklärt Vorsitzender Martin Hörster den Westfälischen Nachrichten. Inzwischen habe man gelernt, mit den unterschiedlichen Entwicklungen während der Pandemie umzugehen. „Erneute Schließungen sind aus heutiger Sicht für uns nicht erkennbar“, so Hörster.

Schutz vor Ansteckungen hat oberste Priorität

Vermisst werden am Fenster des Verkaufsraumes vorwiegend ältere Tafelkunden. Sie seien schon früh in der Corona-Zeit nicht mehr gekommen. Sich anzustecken sei damals noch die große Sorge gewesen. An die verunsicherten Menschen richtet Hörster die Botschaft: „Wir haben die Ausgabe so gestaltet, dass das Gefahrenpotenzial weitgehend gemieden wird. Auch ältere Tafelkunden können gefahrlos zu uns kommen.“

Die Tafel habe auch bemerkt, dass Kunden nicht mehr kommen würden, weil ihnen die Maßnahmen, die zum Schutz der Helfer und der Tafelkunden ergriffen worden seien, zu eng oder umständlich seien. Diese Rückläufe nehme man hin, weil der Schutz der Menschen die oberste Priorität genieße. Deswegen sei mit den Maßnahmen auch noch länger zu rechnen.

Zurückhaltung Bedürftiger ist unbegründet

Nach Gesprächen mit der Verwaltung wissen die Tafelmitarbeiter, dass es mehr Bedürftige gibt, als an der Tafel Kunden registriert sind. Besonders der erste Weg zur Tafel sei für viele Menschen nicht einfach. „Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen, dass man finanziell nicht so gut gestellt ist wie die Mehrheit. Und es gibt keinen Grund, zu glauben, man würde irgendwem zur Last fallen“, lädt Hörster zum Besuch ein. Letztlich helfen die Kunden der Tafel bei einem ihrer Anliegen: „Wir als Tafel wollen unnötige Lebensmittelvernichtung vermeiden. Wir wollen den Überfluss einsammeln und jenen geben, deren Leben wir damit ein wenig leichter machen können.“

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