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Seniorenbeirat freut sich über Projekt von Gemeinde und Kreis

„Das direkte Gespräch zählt“

Ascheberg

Für junge Menschen ist der Ascheberger Bahnhof schnell mit dem Rad erreicht. Für ältere oder gebrechliche Bürger sieht die Sache schon ganz anders aus. Heinz Bartsch benennt als Vorsitzender des Seniorenbeirates die Probleme, lobt aber auch die Fortschritte.

Von Beate Nießen

Karl-Heinz Bartsch leitet seit 2015 die Geschicke des Seniorenbeirates. Er ist froh, dass nach der Pandemie endlich wieder auch Präsenz-Angebote möglich sind. Foto: ben

Themen, über die es sich zu reden lohnt, gibt es aus Sicht von Karl-Heinz Bartsch mehr als genug. Der Vorsitzende des Seniorenbeirates Ascheberg zählt nur kurz ein paar auf: der unzureichende öffentliche Personennahverkehr, insbesondere die fehlende Anbindung des Bahnhofs in Ascheberg, die gerade für ältere Menschen schwierige Erreichbarkeit wichtiger Fachärzte im Umland, fehlende Kurzzeitpflegeplätze vor Ort oder auch die zuletzt immer mehr zunehmende Altersarmut.

Letztere sei zwar häufig noch nicht so sichtbar, da sie zum einen oft mit großer Scham bei den Betroffenen verbunden sei. „Zum anderen sorgt das enge soziale Netz in einem so kleinen Ort wie Ascheberg dafür, dass vieles noch privat abgefedert wird.“ Wenn es nicht die Angehörigen seien, springe nicht selten auch die über Jahrzehnte gewachsene Nachbarschaft ein, wenn die ersten Probleme auftreten. „Aber das wird in Zukunft immer weniger werden“, so die düstere Einschätzung des Vorsitzenden.

Heinz Bartsch

Um so erfreulicher sind für ihn da die Aktivitäten von Gemeinde und Kreis, neue Angebote für Senioren ins Leben zu rufen. „Bürgermeister Stohldreier hat da von Anfang an vieles unterstützt und vor allem die Menschen mitgenommen“, lobt er das Gemeindeoberhaupt. Aktuelles Beispiel sei für ihn die Initiative „Je früher desto besser – länger gut leben in DAH“, einem Projekt in Kooperation der Gemeinde Ascheberg und der Pflege- und Wohnberatung des Kreises Coesfeld. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die neue aufsuchende Pflegeberatung (die WN berichteten), über die alle Bürger über 75 Jahre durch ein Anschreiben informiert werden. Dazu kommen die offenen Sprechstunden des Seniorenbeirates in allen drei Ortsteilen, die endlich nach Corona wieder stattfinden können, sowie Einzelveranstaltungen zu den Themen Enkeltrick, Betreuungsrecht oder barrierefreies Banking.

Für Bartsch sind es besonders die persönlichen Gespräche, die für Senioren zählen. „Ein Informationsvortrag ist prima, aber nicht jeder ältere Mensch kann dem in Gänze noch folgen.“ Auch eventuelle Nachfragen würden sich in so einem großen Kreis nur die wenigsten trauen zu stellen. „Deswegen finde ich vor allem persönliche Gespräche, wie beispielsweise bei der neuen aufsuchenden Pflegeberatung, ein so sinnvolles Angebot.“

„Je früher desto besser – länger gut leben in DAH“

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