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Regina Selhorst

Das neue Gesicht der Landfrauen

Herbern

Sie kommt aus einem Dorf, lebt in einem Dorf und leiht dem ländlichen Raum ihre Stimme: Regina Selhorst (51) aus Herbern ist die neue Präsidentin des Westfälisch-Lippischen Landfrauenverbandes.

Theo Heitbaum

Sie kommt aus einem Dorf, lebt in einem Dorf und leiht dem ländlichen Raum ihre Stimme: Regina Selhorst (51) ist die neue Präsidentin des Westfälisch-Lippischen Landfrauenverbandes. Bevor sie in dieser Woche von den Delegierten zum Gesicht des 43 000 Mitglieder starken Verbandes gewählt wurde, ergriff sie am Sonntag in einer anderthalbstündigen Fernsehdiskussion Partei für die Interessen der Landwirtschaft. „Ich war zufrieden“, blickt die fünffache Mutter auf ihre TV-Premiere beim WestArt-Talk zurück.

Die Diplom-Verwaltungswirtin ist in Fröndenberg groß geworden. Dort engagierte sie sich in der Landjugend. Als stellvertretende Ringvorsitzende in Westfalen/Lippe hat sie die räumlichen Grenzen der Region, die sie jetzt vertritt, schon kennengelernt. Über die Landjugend lernte sie auch ihren Mann Benedikt Selhorst kennen. Mit der Hochzeit 1987 ist sie nach Herbern in die Bauerschaft Forsthövel gezogen und aus der Verwaltungsexpertin ist eine Bäuerin oder eben Landfrau geworden. Für sie steht dahinter eine Frau, die in der Familie, auf dem Hof, in der Nachbarschaft und ihrem Dorf Verantwortung übernimmt: „Landfrauen sind in ihrem sozialen Umfeld bestens eingebunden“, schreibt Selhorst ihnen eine wichtige Rolle zu. Eine, die auch in Ministerien so gesehen wird. Vor ihrer Wahl war die Forsthövelerin schon als Beisitzerin im Vorstand aktiv und für die Landfrauen zu den Gesprächsrunden zum Klimaschutzkonzept fürs Land Nordrhein-Westfalen unterwegs. „Man weiß im Ministerium genau, welche Bedeutung Landfrauen haben, denn hinter den 43 000 Mitgliedern stehen Familien“, wundert Selhorst sich nicht, dass der Verband an den Gesprächen beteiligt war.

Dort und wo immer sich die Möglichkeit ergibt, für den ländlichen Raum Partei zu ergreifen, fühlt die Herbernerin sich zu Hause. Deswegen hat sie es auch begrüßt, dass der Berufsstand seinen Alltag offensiver darstellt. Das neue Pflänzchen Öffentlichkeitsarbeit ist gesät. „Wir werden es jetzt pflegen und gedeihen lassen“, spielt Selhorst dabei gerne eine wichtige Rolle. So sehr sie das quicklebendige Leben in den Ortsgruppen schätzt, das Bild der Landwirtschaft vom romantischen Ölgemälde zum modernen digitalen Abbild des realen Geschehens zu entwickeln – das wird ihr ein wichtiges Anliegen sein. So hat sie 2002 nach dem Ende der Kleinkinderphase ihrer fünf Söhne auf Kreisebene auch keine weitere Häkelgruppe eingerichtet, sondern das Forum junger Landfrauen ins Leben gerufen. „Das ist eine Plattform für die Interessen der Bäuerinnen, für Weiterbildung und Austausch“, erläutert Selhorst. Das Forum bereichert ein Angebot des Verbandes, zu dem natürlich auch für die Präsidentin alles gehört, was „uns im Ortsverein Herbern so stark und attraktiv für viele Landfrauen macht.“ Handarbeitsangebote und mehr inklusive.

Für ihr Bild von Landwirtschaft und Landfrau setzt sie sich auch live im Fernsehen mit konträren Meinungen auseinander. „Da bin ich ins kalte Wasser gesprungen, aber gut zu Wort gekommen“, blickt sie auf ihre Teilnahme an der Diskussionsrunde vom vergangenen Sonntag zurück.

Im Verband wird Regina Selhorst auf Teamwork setzen: „Wir werden viele Aufgaben delegieren. Aber 43 000 Frauen brauchen ein Gesicht“, sieht sie einige ehrenamtliche Arbeit auf sich zukommen.

Die Herberner kennen Regina Selhorst auch, weil sie zehn Jahre im Kirchenvorstand von St. Benedikt mitgearbeitet und als stellvertretende Vorsitzende Position bezogen hat. Seit der Fusion gehört sie dem Verwaltungsausschuss der neuen Pfarrei St. Lambertus an.

Regina Selhorst
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