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Corona-Zwangspause des Angebots für Frauen ist beendet

Die Nähmaschinen der Flüchtlingshilfe rattern wieder

Ascheberg

Seit März 2019 mussten die Nähmaschinen der Flüchtlingshilfe St. Lambertus ruhen. Jetzt sind sie wieder in Aktion. Und es gibt freie Kapazitäten

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Im Flüchtlingsheim am Breil wird nach langer coronabedingter Pause wieder fleißig genäht. Foto: Flüchtlingshilfe St. Lambertus

Seit März 2019 mussten die Nähmaschinen der Flüchtlingshilfe St. Lambertus ruhen. Jetzt sind sie wieder in Aktion. Das Nähteam begrüßte am Donnerstag sechs Frauen in der Nähwerkstatt der Unterkunft Breil. Scheren, Maßband und andere Utensilien wurden verteilt und dann ging es los. Nach vorgefertigten Schnitten wurden Leggins für die Kinder und T-Shirts zugeschnitten und genäht. Unterstützt wurden die Frauen von Bärbel Rogoll, die als Schneidermeisterin die Gruppe leitet. Zum Team gehören auch Miriam Krause, Ulrike Schlottbohm und Gabi Sommer, teilt die Flüchtlingshilfe mit.

Paryanka Omar, seit einem halben Jahr Mitglied in der Steuerungsgruppe der Flüchtlingshilfe, hilft als Dolmetscherin: „Ich bin selbst als zweijähriges Flüchtlingskind nach Deutschland gekommen und weiß, wie es sich in einem fremden Land anfühlt. Deshalb möchte ich dazu beitragen, dass die Menschen hier gut ankommen können“.

Treffen alle zwei Wochen

Alle sind erleichtert und zufrieden, dass Treffen wieder möglich sind – natürlich unter Beachtung der aktuellen Corona-Auflagen. Sechs Frauen sind in zwei Gruppen aufgeteilt und in zwei Räume untergebracht. Maria Schumacher, Vorsitzende der Flüchtlingshilfe: „Der Kurs findet alle zwei Wochen statt, jeweils von 17 bis 20 Uhr. Es können noch weitere Frauen kommen. Die Obergrenze liegt bei acht Teilnehmerinnen. Und: Es ist ein Angebot nur für Frauen“.

Im Projekt Nähwerkstatt hat sich die Flüchtlingshilfe St. Lambertus zwei Ziele gesetzt. Als erstes sollen die Frauen nähen lernen. Hier können sowohl Anfängerinnen wie auch Fortgeschrittene mit fachlichen Kenntnissen Neues probieren. Bärbel Rogoll: „Die Feinheiten des Schneiderhandwerks sind so vielseitig, dass man nie ausgelernt hat“. Eine junge Frau aus Afghanistan hat bereits in ihrer Heimat geschneidert. Sie kann anderen Frauen entsprechende Tipps geben, heißt es weiter.

Deutsche Sprache wird vermittelt

Das zweite Ziel im Nähkurs ist die Vermittlung der deutschen Sprache und der deutschen Kultur. Schumacher: „Wegen ihrer kleinen Kinder können die Frauen oft nicht an den regulären Sprachkursen teilnehmen. Doch abends, wenn die Männer wieder zu Hause sind, können sie sich für ein paar Stunden von der Familie lösen“. Auch besondere Feste wie Ostern oder die Adventszeit werden mitgefeiert. „ Im Advent richten wir gemeinsam eine gemütliche Kaffeetafel her und feiern miteinander“.

Die Nähwerkstatt benötigt noch Spenden: „Gebrauchte und gut erhaltene Nähmaschinen oder Overlockmaschinen können unsere Arbeit unterstützen“, erklärt Schumacher. „Die Maschinen können bei Bärbel Rogoll in Herbern, Spormakerstraße 1 abgegeben werden. Telefonisch ist sie unter 0 25 99 / 12 58 zu erreichen“. Die Maschinen werden von einem Fachmann überholt, bevor sie an die Frauen weiter gegeben werden.

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