Kfz-Zulassung nur nach Online-Anmeldung

Die Nummernrolle hat ausgedient

Ascheberg

Im verflixten siebten Jahr ist Schluss: Mitten auf einer Kreuzung in Ascheberg gibt die Familienkutsche den Geist auf. Eins der Folgeprobleme: Das Zulassen des Nachfolgers braucht Zeit.

Theo Heitbaum

Das Zulassen von Autos läuft über eine Online-Anmeldung. Foto: dpa

Im verflixten siebten Jahr ist Schluss: Mitten auf einer Kreuzung in Ascheberg gibt die Familienkutsche den Geist auf. Der Schaden ist nicht mehr reparabel. Die Nachfolgersuche beginnt und ist schnell erfolgreich. Dann aber die Botschaft: Das Anmelden wird bis zu vier Wochen dauern. Willkommen im Behördenalltag zu Corona-Zeiten.

Vor Corona funktionierte es beim Straßenverkehrsamt des Kreises Coesfeld wie an der Fleischtheke im Supermarkt. Es wurde eine Zahl gezogen und damit eine Reihenfolge für die Anmeldung am gleichen Tag festgelegt. Mit Corona brach dieses über Jahrzehnte bewährte System zusammen. Die Gesundheit aller Beteiligten führte direkt zu einem Online-Buchsystem. „Bei uns waren immer Zulassungen möglich. Wir mussten nur die Stelle in Lüdinghausen wegen der Enge vorübergehend schließen“, berichtet Stephan Hoffmann, Leiter der Zulassungsstellen im Kreis Coesfeld. Er hat auch gehört, dass es mit einer Anmeldung drei, vier Wochen dauern könne. Den Gerüchten hält er den Blick ins Reservierungsportal entgegen: „In Coesfeld sind die nächsten freien Termine am 13. August, in Lüdinghausen am 17. August und in Dülmen gibt es sogar am Dienstag noch einen Termin“, listete Hoffmann gestern Morgen auf. Die Terminvergabe richte sich nach den örtlichen Möglichkeiten und der personellen Verfügbarkeit: „Wir hatten zwar keinen Corona-Fall, aber durch Urlaub und Krankheiten nicht immer die volle Mannschaft da.“ Zudem warte man bei den Anmeldungen noch auf das Sommerloch.

Inzwischen, so Hoffmann, sei fürs Anmelden eine neue Software-Version aufgespielt worden: „Mit ihr können nicht nur Termine reserviert werden. Seit vergangener Woche ist es möglich, Termine zu ändern oder zu streichen.“ Damit kann eine Schwachstelle des Online-Systems gemindert werden: „Es kommt immer wieder vor, dass Termine nicht wahrgenommen werden“, erklärt Hoffmann. Damit verärgern die Nicht-Kommer Menschen, die sich hinten in der Online-Schlange einklicken. Der freie Termin am Dienstag entspringt den neuen Möglichkeiten, denn er ist gerade freigegeben worden. Es lohnt sich also solche Lücken aufzuspüren.

Die aktuellen Wartezeiten für Privatkunden beziffert Hoffmann auf etwa zwei Wochen. Autohändler warteten etwa eine Woche, Zulassungsdienste zwei bis zweieinhalb Wochen. Um die Wartezeiten zu verkürzen wurde in den Zulassungsstellen im Juli bereits eine Zusatzstelle besetzt, Mitte August soll das Team weiter verstärkt werden.

Eine Rückkehr zum alten Nummernabrissverfahren mag Hoffmann sich aktuell nicht vorstellen: „Das würde morgens unübersichtlich werden. Da gibt es schlechte Erfahrungen aus anderen Kreisen.“

Zudem gebe es einen virtuellen Schalter für Notfälle. die nachgewiesen werden müssten. Die Besitzerin der neuen Familienkutsche hat derweil den Zweitwagen im Einsatz. Am 14. August steht das neue Auto bereit – angemeldet mit Kennzeichen.

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