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Elektroautos in Betrieb

Die Post kommt auf leisen Rädern

Ascheberg

Umweltfreundlich und leise ist die Post in Ascheberg unterwegs. Der Stützpunkt Ascheberg wurde mit 16 Elektrofahrzeugen ausgestattet.

Siegmar Syffus

So leise wie  mit dem neuen Elektroauto war Theo Heckenkamp in 45 Postjahren nur mit dem Fahrrad unterwegs. Foto: sff

In Sachen Post-Fahrzeuge macht Theo Heckenkamp so schnell keiner etwas vor. Denn seit 45 Jahren ist der gebürtige Ascheberger beim gelben Riesen im Zustelldienst beschäftigt. „Zuerst habe ich einen VW Käfer mit Rechtslenkung gefahren“, erinnert sich der 60-jährige Teamleiter des Zustellstützpunktes Ascheberg. Deutlich mehr als zwölf Liter Sprit pro 100 Kilometer fraß das „Käferchen“, dessen Scheiben im Winter auch schon mal von innen zufroren. Im Laufe der Jahre stieg Heckenkamp auf immer modernere Diesel betriebene Fahrzeuge um, zuletzt einen Caddy. Jetzt ist er erstmals elektrisch unterwegs.

Damit sind der Teamleiter und seine rund 30 Kollegen seit Ende Oktober in Sachen umweltfreundliche Zustellung ganz vorne mit dabei. Denn die Deutsche Post DHL hat den kompletten Stützpunkt Ascheberg mit 16 Elektrofahrzeugen ausgerüstet. Ihren Saft ziehen sie jeden Morgen aus Ladesäulen, die mit Öko-Strom gespeist werden.

„Für die üblichen Fahrstrecken zwischen 40 und 50 Kilometern sind die neuen StreetScooter, die zusammen mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen entwickelt wurden, ideal. Außerdem sind Wartungs- und Re­paratur­aufwand extrem gering“, sagt Rainer Ernzer. Der Pressesprecher der Post rechnet, dass durch die Umstellung auf Elektromobilität allein am hiesigen Stützpunkt, der die Gemeinden Ascheberg und Nordkirchen versorgt, bei einer jährlichen Fahrleistung von rund 250 000 Kilometern etwa 80 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Heckenkamp findet es gut, dass der gelbe Riese umweltschädlichen „blauen Dunst“ nachhaltig vermeidet. Ihm gefallen die StreetSoccer aber noch aus ganz anderen Gründen. „Auf Strecke ist der Wagen zwar etwas langsamer als der Diesel, aber der Anzug ist gut“, sagt der erfahrene Zusteller, der auf seiner täglichen Tour rund 250 Mal ein- und aussteigen muss. „Das ist anstrengend. Und wenn man abends die Hose auszieht, nicht einfach weg“, erklärt der 60-jährige Ascheberger. Auch diesbezüglich biete der StreetSoccer Vorteile: Ein- und Ausstieg sowie die Ladefläche wurden in Zusammenarbeit mit der Aachener Hochschule so gelenkschonend wie möglich konzipiert. Und das wird immer wichtiger für die Zusteller. Denn einzelne Pakete dürfen bis zu 31,5 Kilo wiegen. Zumal das Aufkommen nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern durch den zunehmenden Online-Handel steigt. „Und jedes Jahr kommt eine Schüppe drauf“, weiß Heckenkamp.

Ein wenig warm ums Herz wird es dem erfahrenen Zusteller hingegen, wenn er an die winterlichen Einsätze mit dem StreetSoccer denkt. Denn der wird im Winter 30 Minuten vor dem Start automatisch komplett vorgewärmt. Kalte Sitze und vereiste Scheiben – das war einmal, dank Öko-Strom.

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