1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ascheberg
  6. >
  7. Ein Zuchtjahr ohne Richter-Votum

  8. >

Kaninchenzüchter „Davertstolz“ mussten Kreisschau absagen

Ein Zuchtjahr ohne Richter-Votum

Davensberg

Hätte, Wenn und Aber. Ohne Corona und den Lockdown läge ein besonderer Spätherbst hinter dem Kaninchenzuchtverein W 189 Davertstolz Davensberg. Allerdings nicht so besonders, wie es sich nun darstellt.

Theo Heitbaum

Die Kaninchen wurden dieses Jahr nicht von Richtern bewertet. Foto: Theo Heitbaum

Hätte, Wenn und Aber. Ohne Corona und den Lockdown läge ein besonderer Spätherbst hinter dem Kaninchenzuchtverein W 189 Davertstolz Davensberg. „Wir werden in diesem Jahr 60 Jahre alt und wir hätten deswegen die Kreisschau ausgerichtet“, blickt Vorsitzender Berni Altenhövel zurück. Nicht klagend, aber wehmütig: „Wir hatten mit der Gemeinde Ascheberg ein Hygienekonzept ausgearbeitet. Das war alles fertig. Die Ehrengäste vom Landrat über den Bürgermeister bis zu Vertretern der Landwirtschaftskammer hatten den Termin schon zugesagt. Mit dem Lockdown mussten wir dann aber kurzfristig absagen. Alles andere wäre nicht zu verantworten gewesen.“

Altenhövel wäre nicht auf die Idee gekommen, sich selbst bei den WN zu melden, obwohl auch die Kaninchenzüchter zu den Gruppen gehören, denen Corona einen dicken Strich durch alle Pläne gemacht hat. Vielmehr wollten die WN von ihm wissen, welche Auswirkungen die Pandemie hatte. Im Frühjahr hatten die Kaninchenzüchter während des Lockdowns viel Zeit, sich um den Nachwuchs zu kümmern. Über den Sommer lief beim Hobby alles wie immer. Unter den jungen Tieren wurden jene Vierbeiner ausgewählt, die ihre Rassemerkmale besonders ausgeprägt mitbekommen haben. Jene Kaninchen, die vor den Augen von Preisrichtern viele Punkte bekommen hätten. „Wir haben die Tiere wie immer aufgezogen“, berichtet Altenhövel. Bis in den Herbst hinein gab es auch die Hoffnung, für besonders guten Nachwuchs Preise ergattern zu dürfen. „Aber Corona ist höhere Gewalt. Da war nichts zu machen. Die Landesschau und die Bundesrammlerausstellung werden auch nicht stattfinden“, erklärt der Davensberger. Selbst für Tiere, die vor den Richteraugen die allerbesten Noten erhalten hätten, gibt es keine zweite Chance: „Überjährige Tiere werden nicht ausgestellt. Sie haben keine Chance. Deswegen macht es keinen Sinn, sie bis zur nächsten Schausaison zu füttern“, klärt Altenhövel auf. In den heimischen Ställen werden jetzt noch die Zuchttiere gehalten. Andere werden als Schlachttiere das Weihnachtsmenü bereichern.

Berni Altenhövel hätte gerne Kollegen ausgezeichnet. Foto: Lagocki

Im Gespräch berichtet Altenhövel dann auch über die ausgefallene Schau. Mit der Halle von Kneilmann, der alten Molkerei, hatten die Davertstolz-Mitglieder, die auf ihr Stammlokal und ihre gewohnte Ausstellungsräume bei Haverkamp verzichten müssen, eine neue Ausstellungsmöglichkeit gefunden. Das Hygienekonzept wurde in enger Absprache mit der Gemeinde erarbeitet und angepasst. Für die Kreisschau, in deren Rahmen auch die Lokalschau durchgeführt worden wäre, lagen 400 Anmeldungen vor. Die Richter waren bestellt, alles für ein Wochenende Mitte November vorbereitet, dann kam der Lockdown-Light und bei den Kaninchenzüchtern setzte sich die Vernunft gegen das Herz durch. „Wie bei vielen anderen Vereinen ist es für uns ein verlorenes Jahr, aber es gibt ja keine Alternative, wenn wir Kontakte vermeiden wollen“, sagt Altenhövel. Und nach über 30 Jahren wird der Superpokal, der seit den 1980er Jahren an den besten Züchter bei unterschiedlichen Schauen verliehen wird, keine neue Plakette erhalten. 2020 ist ein Jahr ohne Gewinner und Vereinsmeister.

Startseite
ANZEIGE