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Cornelia Ardes hört zu, wenn es darauf ankommt

Ein Zuhause für die Seele

Ascheberg

„In der Seelsorge geht es oft im Besonderen um eine Fähigkeit – nämlich darum zuzuhören“, bringt es Cornelia Ardes auf den Punkt. Die 51-Jährige ist ausgebildete Familienpflegerin hat sich in der Pandemie zu einer Seelsorgerin fortgebildet.

Cornelia Ardes arbeitet in einer Caritas-Einrichtung für Menschen mit Handicap. Nun hat sie sich zu einer Seelsorgerin fortbilden lassen. Besonders ihre Fähigkeit, zuhören zu können, ist dabei gefragt. Foto: acf

Die geistliche Unterstützung von Menschen in Lebenskrisen jeglicher Art ist eine Aufgabe mit großer Verantwortung. „In der Seelsorge geht es oft im Besonderen um eine Fähigkeit – nämlich darum zuzuhören“, bringt es Cornelia Ardes auf den Punkt. Die 51-Jährige, die als ausgebildete Familienpflegerin schon lange im Gruppendienst im Caritas-Wohnhaus an der Biete arbeitet, hat sich in der Pandemie zu einer Seelsorgerin fortgebildet, weil ihr diese Art des Miteinanders besonders wichtig ist.

Bindeglied zwischen Kirche und Wohnheim

„Es geht dabei ums Zeit haben, miteinander Reden, Schweigen, Trösten, miteinander Beten, aber vor allem auch darum, die jeweilige Situation auszuhalten“, erklärt Ardes, die in der Wohngruppe für Menschen mit geistiger Behinderung auch schon vor ihrer Fortbildung in den Bereich der Seelsorge hineingeschnuppert hat und so ihr Interesse an dem Themenfeld entdeckt hat. „Als meine Kollegin, die die Seelsorge vor mir hier im Haus zu ihren Aufgaben zählte, die Einrichtung gewechselt hat, kam mir die Idee, diese zu übernehmen“, erklärt sie.

„Allerdings wollte ich so etwas Wichtiges nicht ohne vorherige Schulung machen“, betont Ardes. Gemeinsam mit zwölf weiteren Teilnehmern hat sie sich dann in dem Bereich der Seelsorge fortgebildet. Unter dem Titel „Auch die Seele braucht ein Zuhause/Brücken bauen über Grenzen“ hat das Bistum erstmals diesen zusammengeführten Kursus zur seelsorglichen Begleitung in Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe durchgeführt. In vier Themenblöcken wurden dann Inhalte wie Reflexion des eigenen Glaubens, das Kirchenjahr, Kommunikation sowie Trauer- und Sterbebegleitung erarbeitet. „Ich bin in der Einrichtung quasi das Bindeglied zwischen Kirchengemeinde und dem Wohnheim“, schildert Ardes ihr vielfältiges Aufgabenfeld. So gestaltet sie beispielsweise auch Gottesdienste, wenn in der Einrichtung Feste anstehen.

Hilfe bei der Trauerbewältigung

„Ich bin in meiner Arbeitszeit drei Stunden nur für die Seelsorge freigestellt, sodass ich mich dann nur diesem Themenbereich widmen kann. Bei Bedarf fließt die Seelsorge aber auch in meine tägliche Arbeit einfach so mit ein“, verweist Ardes zum Beispiel auf die Trauerbewältigung. „Es gibt in den Wohngruppen natürlich auch viele ältere Bewohner, von denen dann auch mal welche versterben. Hier begleite ich dann auch den Trauerprozess oder höre einfach nur zu und halte mit den Bewohnern die Trauer über den Verlust aus“, erklärt die 51-Jährige.

In Bezug auf ihre Arbeit als Seelsorgerin strebt Ardes nun noch an, eine offizielle kirchliche Beauftragung dafür zu bekommen. „Das steht für mich noch als Abschluss nach der Fortbildung an“, sagt sie.

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