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Priester Joji Sebastian absolviert Praktikum in der Kirchengemeinde

Feuertaufe schon bestanden

Ascheberg

Ein halbes Jahr lang wird der indische Priester Joji Sebastian das Seelsorgeteam der Kirchengemeinde St. Lambertus unterstützen. Seine Feuertaufe hat er bereits bestanden.

Von Beate Nießen

An der Pforte und am Altar der Pfarrkirche St. Benediktus: Joji Sebastian verstärkt als Praktikant für ein halbes Jahr das Seelsorgeteam der Katholischen Kirchengemeinde Ascheberg. Sein Zuhause ist in dieser Zeit das Pfarrhaus in Herbern. Foto: ben

Südlich der indischen Metropole Bangalore, an der tropischen Malabar-Küste am Arabischen Meer, liegt der Bundesstaat Kerala. Bekannt für seine Palmenstrände, aber auch für seine beeindruckende Bergwelt im Landesinneren, wo Tee, Kaffee und Gewürze angebaut werden und in Nationalparks Elefanten und Tiger zu beobachten sind. In diesem indischen Bundesstaat liegt die Heimat von Joji Sebastian, der nun seit zwei Wochen als Praktikant das Seelsorgeteam der katholischen St. Lambertus Gemeinde ergänzt.

Viel über Kultur und Bräuche erfahren

„Ein halbes Jahr werde ich hier im Rahmen meines Praktikums bleiben, um die Pastoralarbeit in Deutschland besser kennenzulernen“, erzählt der 37-Jährige im Gespräch mit den WN. In dieser Zeit wird das Pfarrhaus in Herbern sein Zuhause sein. Ein Glücksfall für Sebastian, hat er doch in Pater George Pattarakalayil als Mitbewohner nicht nur einen Landsmann, sondern zugleich auch einen erfahrenen Seelsorger in der Herberner Kirchengemeinde von Beginn an an seiner Seite.

Sebastians Weg bis ins Münsterland war hingegen ein langer: Nach Theologiestudium und Priesterweihe in Indien arbeitete der zum Orden der Missionare des heiligen Franz von Sales gehörige Ordensbruder zunächst ein Jahr als Kaplan in einer Pfarrei in Karnataka und anschließend vier Jahre lang als Provinzial-Sekretär in der – nach Mumbai und Delhi – drittgrößten Stadt Indiens, der Millionen-Metropole Bangalore.

Von dort ging es schließlich 2017 nach Österreich, ins beschauliche Klosterneuburg zwischen Donau und Wienerwald, wo er knapp vier Jahre als Aushilfskaplan tätig war. Nach Deutschland kam Sebastian dann im September vergangenen Jahres. „Ich habe in Münster zunächst einen Willkommenkurs im Priesterseminar Borromeum absolviert“, berichtet er. Dabei habe er bereits viel über die deutsche Kultur und Bräuche erfahren.

Priester möchte das Fahrradfahren lernen

Mit diesem Grundwissen im Gepäck ist er jetzt in seine Pastoralarbeit gestartet. „Die Feuertaufe hatte ich mittlerweile schon“, erzählt er und meint seine ersten Predigten. Von den Menschen in der Gemeinde sei er dabei sehr herzlich aufgenommen worden. Er selbst wünscht sich möglichst viele Begegnungen während der Zeit seines Praktikums: „Ich bin als Lernender hierher gekommen. Und das tue ich mit einem weit offenen Herzen.“

Seine Umgebung hat er bereits bei dem ein oder anderen Spaziergang erkundet, beispielsweise auch das Schloss Westerwinkel. Als nächstes will er aber das Münsterländer Verkehrsmittel Nummer Eins für sich entdecken: „Ich möchte gerne das Fahrradfahren lernen, so lange ich noch hier bin.“ Wohin ihn sein Weg anschließend führt, weiß er dagegen noch nicht. Nur, dass es eine Stellung als Kaplan irgendwo im Bistum Münster sein wird. Und auch die wird er sicher wieder mit einem weit offenen Herzen antreten.

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