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Einsatz der Ehrenabteilung

Feuerwehrleute retten Sandsteine

Ascheberg

Rettungseinsatz für die Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Ascheberg: Am Dienstagmorgen retteten sie zwei Sandsteine mit Jahreszahlen aus dem alten Feuerwehrgerätehaus vor der Abrissbirne.

Theo Heitbaum

Sandsteine ausbauen am alten Feuerwehrgerätehaus Foto: Theo Heitbaum

Franz-Josef Falke hat 1980 den Speiß angerührt und die Maurerkelle in der Hand gehabt. Am 7. März 1980 hat er beim Grundsteinlegen den Jahresstein am Ascheberger Feuerwehrgerätehaus an seinem Platz in das Mauerwerk eingesetzt. Fest eingesetzt, fast für die Ewigkeit, wie er 14 732 Tage später erfährt. Denn exakt 40 Jahre und vier Monate später steht Falke wieder zwischen dem Eingang und dem Rolltor vor dem Sandstein mit den Zahlen 1965 und 1980. Sie markieren Bau und Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses an der Lüdinghauser Straße. Dieses Mal hat der gelernte Maurer allerdings keine Kelle in der Hand. Hammer und Meißel sind seine Werkzeuge und er ist - wie im Frühjahr 1980 – nicht allein. Die Ehrenabteilung ist zusammengekommen, um die Jahressteine des Gerätehauses zu sichern. „Sie kommen in eine Vitrine im Eingang des neuen Gerätehauses“, weiß Löschzugführer Sven Kahl bereits, was mit den Steinen und den hinter ihnen verborgenen Messingrollen passieren wird. Mehrzahl, weil beim zweiten Anbau ans Gerätehaus 1996/1997 ebenfalls ein Sandstein eingesetzt wurde. Er war neben der Tür, die vom früheren Aldi aus ins Gebäude führt. Dort greift Geburtstagskinde Rudi Tönies zur Flex, um die Steine drumherum zu beseitigen. Ein Presslufthammer kommt ebenfalls zum Einsatz. Auch wenn die Feuerwehrkameraden der Ehrenabteilung angehören: Sie waren und sind technisch interessiert und wissen etwas mit ihren Händen und Werkzeugen anzufangen. Die beiden Sandsteine haben keine Chance, auch wenn „Falkes Stein“ sehr widerborstig ist und nur mitsamt einem Teil der Wand zu bergen ist. Vorsichtig geben einige Kameraden den Mauerspecht, doch die Sorge, das Objekt der Begierde zu beschädigen, überwiegt. Ein Steinmetz soll den Rest professionell erledigen.

Derweil kommen Erinnerungen an die Bauzeit hoch. „Rohlmanns Wiese, wo das Gerätehaus gebaut worden ist, lag bestimmt einen halben Meter tiefer. Damals sind die Betonplatten von der Autobahn entfernt worden. Mit dem Schotter daraus ist der Platz hier angefüllt worden“, erinnert sich Walter Sobbe. Er berichtet auch von einem Graben neben der Lüdinghauser Straße. „Rudi Tönnies und ich haben ihn verrohrt“, sagt Sobbe. Das gesamte Team hat seinerzeit den Platz gepflastert. Das hat zusammengeschweißt. „Ein paar Bierchen haben wir auch dabei getrunken“, schmunzelt Sobbe, der sich nicht erinnern kann, wie viel 100 Mal er zu dem Gebäude gesprintet ist, um Menschen in Not ehrenamtlich zu helfen. Die beiden Sandsteine werden daran erinnern, wenn die Abrissbirne im Herbst Platz für Neues geschaffen hat.

Umzug der Rettungswache

„Wir werden die Rettungswache planmäßig zum 1. August übergeben“, erklärt Kreissprecher Christoph Hüsing und markiert so das Enddatum für die Rettungssanitäter an der Lüdinghauser Straße. Gerüchte zu einem Wasserschaden an der Herberner bestätigt Hüsing, doch liege der lange zurück. Der Probebetrieb laufe gut. Eine feierliche Eröffnung sei für den 29. Juli geplant. Mit dieser Aussage ist auch klar: Ab 1. August sind alle drei Gebäude (Feuerwehr, Rettungsdienst, KiK-Markt) leer und können abgerissen werden.

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