Ewald Hömann (81) hört nach 59 Jahren auf

Gesicht der Tankstelle geht in den Ruhestand

Davensberg

In den vergangenen 20 Jahren war er „der Mann und das Gesicht der Tankstelle“ und seit Oktober 1960 Mitarbeiter bei Möllers in Davensberg.

Simon Roß

Mit 81 Jahren verabschiedet sich Ewald Hömann nach 59 Jahren aus dem Dienst der Familien Möllers und Kimmina. Foto: sim

In den vergangenen 20 Jahren war er „der Mann und das Gesicht der Tankstelle“ und seit Oktober 1960, als Konrad Adenauer noch Bundeskanzler war, ist er Mitarbeiter bei der Tankstelle Bernhard Möllers in Davensberg. Nach nun 59 Jahren tritt Ewald Hömann im Alter von 81 Jahren seinen wohlverdienten Ruhestand an.

Am Freitagabend wurde er im Kreis von Familie und Freunden von Brigitte und Bernd Kimmina in einer kleinen Feier mit Kaltgetränken und Gegrilltem verabschiedet, auch wenn sein letzter Arbeitstag bereits am 31. Mai war. „Wir sind hier um dich, lieber Ewald, zu verabschieden und gleichzeitig Danke zu sagen für deine Treue, deine Arbeitskraft und dein Verantwortungsbewusstsein für die Firma“, fasst Brigitte Kimmina es in ihrer Ansprache zusammen.

Angefangen hat Ewald Hömann bei Möllers, nachdem er eine Ausbildung zum Automechaniker im Autohaus Röer in Münster absolviert hatte, zu einer Zeit, zu der Möllers seit einem Jahr nicht mehr nur eine Schmiede, sondern auch eine Tankstelle hatte. In der Schmiede wurden hauptsächlich landwirtschaftliche Fahrzeuge und Geräte repariert, aber es gab auch schon ein paar Autos, die Hömann dank seiner Ausbildung wieder flott machen konnte. 1964 wurde die Schmiede dann abgerissen und es entstand eine Landmaschinenwerkstatt, die 1982 zu einer Kfz-Werkstatt erweitert wurde.

Bei all diesen Umbau- und Erweiterungsarbeiten hat Hömann der Firma immer geholfen und mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Allein sechs Mal haben sich die Marke und die Farbe der Tankstelle in diesen 59 Jahren geändert. Von grün und weiß für Rheinpreußen bis orange, schwarz und weiß für bft. Dabei hatte Hömann immer eine der verantwortungsvollsten Aufgaben: Die Preise an der Anzeigetafel zu ändern. Dass, was heute automatisch geregelt wird, musste früher noch von Hand gemacht werden. Auch wenn sich die Preise zu der Zeit noch nicht so oft änderten, wie heute, war es doch immer sehr „nervig und aufwendig. Vor allem, wenn man gerade alle Zahlen festgeschraubt hat, dann noch mal alles kontrolliert und feststellt, dass die sechs eigentlich eine neun sein müsste“, wie Brigitte Kimmina anmerkte.

Ewald Hömann war „der Macher und der Mann in der Werkstatt, der auch etlichen Lehrlingen sein Wissen weitergab. Dabei konnte er dann auch sehr streng sein.“ Für seine betriebstreue Mitarbeit und sein Verantwortungsbewusstsein bekam er neben einem großen Dankeschön der Familie Kimmina als besondere Anerkennung auch eine Ehrenurkunde von der Innung des Kraftfahrzeughandwerks Coesfeld.

Beim Verlesen der Urkunde unterlief Brigitte Kimmina dann ein kleiner Fehler, den sie vorher noch beim Montieren der Zahlen für die Tankstellenpreise angesprochen hatte: So wurde beim Datum „2019“ zu „2016“, was alle Anwesenden und auch sie zum Lachen brachte, bevor die familiäre Feier dann bei bester Stimmung richtig begann.

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