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Gemeinde stellt sich breit auf, um Ukrainern zu helfen

Gezielte Hilfe für Kriegsflüchtlinge

Ascheberg

Die ersten Flüchtlinge sind in der Gemeinde angekommen, weitere werden in Kürze folgen. Für rund 50 Menschen reicht der derzeitige Wohnraum. Bürger können der Gemeinde weiterhin Wohnraum melden. Auch die Initiativen vor Ort sind auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern.

Von Ann-Christin Frank

Mit überschaubarem Gepäck kommen die Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet an. Foto: dpa/Annette Riedl

„Aktuell befinden sich 29 Flüchtlinge aus der Ukraine in der Gemeinde, weitere 20 sind angekündigt und werden in den kommenden Tagen folgen“, fasst Bürgermeister Thomas Stohldreier die aktuelle Situation in der Gemeinde zusammen. Die Vorlaufzeit für die Gemeinde, sich auf die Ankunft neuer Kriegsflüchtlinge vorzubereiten, betrage derzeit drei Tage. Die Unterbringung der oft auch stark traumatisierten Menschen aus dem Kriegsgebiet ist bisher in Privathaushalten und auch in angemietetem Wohnraum, der sich im Eigentum der Gemeinde befindet, erfolgt, erklärt Stohldreier im WN-Gespräch.

Derzeit könne die Gemeinde Wohnraum für rund 50 Personen stellen, sieben Mietverträge seien dazu in den vergangenen Tagen unterschrieben worden. „Wir mieten weiter Wohnraum an. Zudem versuchen wir mit Hochdruck den Wasserschaden in der Unterkunft in Davensberg zu beheben und sind auch weiterhin darauf angewiesen, dass die Bürger uns freien Wohnraum melden“, appelliert Stohldreier an die Bewohner , entsprechende Räumlichkeiten im Rathaus zu melden. Die Gemeindemitglieder würden mit einer wahnsinnig großen Hilfsbereitschaft agieren. „Das macht uns stolz“, sagt Stohldreier weiter. Auch am Wochenende seien Mitarbeiter des Rathauses damit beschäftigt, bereits gemeldeten Wohnraum zu begutachten. „Wir bitten alle jedoch um Geduld, wenn wir uns nicht sofort zurückmelden. In den kommenden Wochen werden wir definitiv noch weiter Bedarf haben“, stellt er heraus. Wichtig sei momentan vor allem eines: Jetzt alle Kräfte zum Wohle der Menschen zu bündeln und ganz gezielt einzusetzen. Aus diesem Grund arbeitet die Verwaltung bei ihren Hilfsangeboten für die Ankommenden ganz eng mit versierten Ansprechpartnern vor Ort zusammen, die auch auf ihre Erfahrungswerte aus dem Jahr 2015 zurückgreifen können.

Gezielte Hilfe benötigt

So weiß Flüchtlingshelferin Roswitha Reckers vom Verein Integration Ascheberg, dass die Flüchtlinge nach ihrer Ankunft zunächst erstmal eines benötigen: „Ruhe, um anzukommen“. Es gebe eine große ukrainische Gemeinschaft vor Ort und die Leute sind untereinander sehr gut vernetzt, um sich zu helfen, weiß sie aus ihrer Arbeit. „Wenn Ehrenamtliche sich bei der Flüchtlingsarbeit einbringen wollen, dann sollen sie sich zunächst bei mir melden“, sagt Reckers und ergänzt: Man dürfe nicht vergessen, dass es sich zum Großteil um Frauen mit Kindern handelt, die noch einen Teil der Familie im Kriegsgebiet zurückgelassen haben und dementsprechend traumatisiert sind oder trauern.

Den entsprechenden Raum dafür gewährt auch die Gemeinde den Müttern und ihren Kindern, bevor diese in den Kitas und Schulen gemeldet werden. Wir führen intensive Gespräche mit den Flüchtlingen und bewerten jeden Fall individuell. Je nach Situation könne der Start in der Kita oder Schule für die Kinder dann auch erst in zwei bis drei Wochen erfolgen, wenn sie mit ihren Familien in ihrem neuen Zuhause angekommen sind, so der Bürgermeister.

Ehrenamtliche Helfer können sich melden

Auch Maria Schuhmacher, die sich bei der Flüchtlingshilfe St. Lambertus engagiert und auch mit ihrem Mann das Sozialkaufhaus in Herbern betreibt, bietet den Kriegsflüchtlingen Hilfe in diversen Bereichen an. „Im Sozialkaufhaus können sie eine Erstausstattung mit Kleidung und Haushaltsutensilien bekommen und das auch abseits der Öffnungszeiten“, sagt sie. Für die Flüchtlingshilfe St. Lambertus ist Schuhmacher noch auf der Suche nach Interessierten, die sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge aus der Ukraine engagieren möchten. „Hier wolle sie eine eigene neue Sparte gründen“, so ihr Vorhaben.

Auch die Ascheberger Tafel stellt sich angesichts der neuen Situation in der Gemeinde noch breiter auf und sucht helfende Hände bei der Ausgabe von Lebensmitteln. Auch Lebensmittel- oder Geldspenden würden den Flüchtlingen zugute kommen, so Martin Hörster.

Wohnraum kann unter

 0 25 93/6 09 55 55 gemeldet werden. Kontakt zum Sozialkaufhaus oder zur Flüchtlingshilfe St. Lambertus über Maria Schuhmacher

 0 25 99/18 69. Lebensmittelspenden an Martin Hörster von der Tafel unter

 0 25 93/95 12 94. Roswitha Reckers von Integration Ascheberg e.V.

 0 25 99/74 18 55.

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