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Bauhof-Team im Dürre-Einsatz für Straßenbäume und Staudenbeete

Hauptsache der Hummel gefällt‘s

Ascheberg

Eine Menge Mehrarbeit haben die Mitarbeiter des Bauhofs in diesem von Hitze und Trockenheit geprägten Sommer geleistet. So mussten beispielsweise die circa 250 Straßenbäume in der Gemeinde täglich mit rund 10 000 Liter Wasser versorgt werden.

Von Beate Nießen

Viele einzelne Maßnahmen sollen helfen, die Natur in Ascheberg so gut wie möglich durch den Klimawandel zu bringen. Gärtnermeister Matthias Wenge geht dabei auch mal ungewöhnliche Wege. Wie bei den kleinen Blühtuffs an der Davensberger Straße. Foto: ben

Zwei Wochen brauchen sie allein für nur eine Bewässerungsrunde durch die Gemeinde: rund 10 000 Liter Wasser am Tag in den Tankwagen pumpen, um das kostbare Nass anschließend an die unter der Trockenheit leidenden Straßenbäume zu verteilen. Der Dürre-Sommer 2022 beschert den Mitarbeitern des Gemeinde-Bauhofs eine Menge zusätzliche Arbeit. „Aber ohne das ginge es nicht“, weiß Gärtnermeister Matthias Wenge, der die Einsätze koordiniert. „Wir müssen ja nicht nur die Bäume wässern, die wir in diesem Jahr neu angepflanzt haben. Allein da sind wir schon bei rund 100“, veranschaulicht er die Mammutaufgabe, die seine Mannschaft – neben all den anderen Aufgaben – in den vergangenen Monaten stemmen musste.

250 Straßenbäume mit Wasser versorgt

Insgesamt habe man circa 250 Straßenbäume, die in diesem Sommer auf die zusätzliche Bewässerung angewiesen seien. Dabei sorgen neue Techniken zumindest für eine größere Wirkung. Wie beispielsweise an der Hegemerstraße, wo Gießränder um die neu angepflanzten Bäume deutlich größere Mengen Wasser aufnehmen könnten, die dann langsam im Erdreich versickern. Dort wurden zudem die Stämme mit einer weißen Schutzfarbe versehen. „Es entstehen starke Schäden, wenn sich die Rinde in der Sonne zu stark erhitzt“, erklärt Wenge. Ab 42 Grad schmelze quasi die wichtige Schicht unter der äußeren Rinde, die für die Versorgung des Baums wichtig sei.

Aber nicht nur die Bäume, auch Pflanzbeete im Stadtbereich wurden in den vergangenen Wochen durch das Team des Bauhofs gewässert. Beispielsweise Beete, wie das an der Nordkirchener Straße gegenüber des Sozialwerks St. Georg, wo mehrjährige Stauden bis zum Spätsommer für eine wahre Blütenpracht sorgen. Die wird übrigens nicht im Herbst abgemäht. Aus gutem Grund. „In den Stängeln der Stauden und auf dem Boden zwischen den Pflanzen überwintern viele Insekten“, so Wenge. Und auch die Vögel nutzten die Samen der Stauden als willkommenes Futter in der kalten Jahreszeit.

Pflege kommen nicht immer gut an

Dass nicht alle Pflegemaßnahmen der Gemeinde bei den Bürgern immer gut ankommen, weiß Wenge. Gerade deswegen bittet er darum, erstmal nachzufragen, warum gerade bestimmte Arbeiten durchgeführt werden, anstatt sofort zu meckern, „oder auch gerne mal uns im Vorbeifahren aus dem Auto heraus den Vogel zu zeigen“. Ein typisches Beispiel sei die Pflege von Baumkronen durch einen Rückschnitt. „Solche Maßnahmen sind deutlich mehr geworden, gerade eben weil wir versuchen, auch ältere Bäume möglichst lange am Leben zu halten.“ Früher habe man geschwächte Bäume kurzerhand gefällt. „Heute tun wir alles, um das so lange wie möglich zu vermeiden“, betont der zertifizierte Baumkontrolleur mit Nachdruck. Die Kettensäge komme erst dann zum Einsatz, wenn ein Baum nicht mehr zu retten sei oder eine Gefahr darstelle. „Das ist aber nicht immer für den Laien erkennbar.“

Viele kleine Maßnahmen für den Naturschutz

Manche Kritik an seiner Arbeit nimmt Wenge aber auch mit Humor. So auch, als ein Passant die kleinen Staudentuffs an der Davensberger Straße mit den Worten kommentiert habe: „Damit retten wir aber nicht die Welt.“ Das stimme natürlich. „Aber es machen die vielen einzelnen, auch kleinen Maßnahmen, die am Ende ein große Wirkung entfalten können“, ist der Fachmann überzeugt. Und wie zu seiner Bestätigung lässt sich im gleichen Moment direkt vor seiner Nase ein dicke Hummel laut brummend auf den Blüten des Eisenkrauts in einem jener Staudentuffs nieder.

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