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Mitten drin statt nur dabei

Heimatverein: Archivarbeit und Aufnahmen aus luftiger Höhe

Ascheberg

Die Verantwortlichen des Heimatvereins Ascheberg schmieden große Pläne, darunter als Mammutaufgabe die Digitalisierung des Archivs. Hoffnungsfroh sieht der Vorstand der Fertigstellung des Eschenplatzes entgegen, damit ein besonderes Ereignis gefeiert werden kann.

Von Beate Nießen

Lassen sich trotz Großbaustelle vor der Haustür die Laune und Motivation nicht verderben (v.l.): Hubert Wobbe, Heinz Frenster, Armin Klaverkamp und Rudi Henter vom Heimatverein Ascheberg. Foto: ben

An der historischen Fassade baumelt noch immer die Weihnachtsbeleuchtung vom vergangenen Jahr. Und zum Eingang des schmucken kleinen Gebäudes gelangt nur, wer sich zuvor mutig seinen Weg über die Mammutbaustelle von HIT-Markt und Eschenplatz gebahnt hat. Der Spieker, Sitz des Ascheberger Heimatvereins, gleicht seit Monaten jenem kleinen gallischen Dorf aus den berühmten Asterix-Comics – eingekreist von einer scheinbar feindlich gesinnten Welt. Doch das alles ficht die Vorstandstruppe um den Vorsitzenden Hubert Wobbe nicht wirklich an. Zum einen, weil die Absprache mit der Bauleitung prima klappe. Und zum anderen: „Wenn das hier erstmal fertig ist, liegen wir mitten an der neuen zentralen Achse durch den Ortskern, besser geht es doch gar nicht.“

Jubiläum steht vor der Tür

Bis es allerdings so weit ist, wird es wohl noch eine gehörige Portion Geduld brauchen. „Wir hoffen zumindest, dass der Eschenplatz bis zum Jahreswechsel fertig wird“, so Klaverkamp. Das würde dann auch erlauben, den 75. Geburtstag des Vereins, der im kommenden Jahr ansteht, gebührend zu feiern. Ein echter Lichtblick für die ehrenamtlich Aktiven nach zwei Jahren voller Einschränkungen durch die Pandemie. „Das Osterfeuer werden wir in diesem Jahr noch nicht realisieren können“, bedauert Wobbe. Aber beim traditionellen Lambertusspiel im September sei man guter Dinge, es nun wieder neu aufleben lassen zu können.

Langeweile ist in den Pandemiezeiten trotzdem nicht aufgekommen. Schließlich hat man sich mit der schrittweisen Digitalisierung des gesamten Heimatverein-Archivs eine echte Mammutaufgabe vorgenommen (die WN berichteten). „Da werden wir noch auf Jahre mit beschäftigt sein“, lautet Klaverkamps durchaus realistische Einschätzung. Damit überhaupt Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, hat der Verein gerade erst einen Antrag beim Landes- Förderprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen.“ gestellt, um die mehrere Tausend in die Jahre gekommenen Dias von einem Dienstleister professionell einscannen zu lassen und damit für die Nachwelt zu erhalten. „Wenn wir das selbst machen wollten, wären wir allein damit vier, fünf Jahre beschäftigt“, rechnet Klaverkamp vor.

Verein hofft auf Fördergelder

Apropos Fördergelder: Dank ihnen verfügt der Heimatverein mittlerweile auch über eine ferngesteuerte Kameradrohne, mit der der Verein die Entwicklung des Ortes aus der Vogelperspektive dokumentiert. Dafür musste Drohnen-Kapitän Klaverkamp aber zunächst mal den „Europäischen Fernpiloten-Nachweis“, eine Art Führerschein, ablegen. Zu fotografieren gibt es von oben für die Heimatfreunde mehr als genug. Der Abriss von Suermanns Hof, Eschenburg oder gerade aktuell der evangelischen Küsterei, Neubaugebiete wie das am Breilbusch, ebenso die neuen Entwicklungen in den Gewerbegebieten, zählt Klaverkamp auf. Darüber hinaus wolle man in Zukunft auch beispielsweise Denkmäler oder im Außenbereich die zahlreichen Hofanlagen aus der ungewöhnlichen Perspektive festhalten.

Selbstverständlich gilt das auch für die Großbaustelle direkt vor ihrer historischen Haustür. Hier können Klaverkamp und seine Mitstreiter live und in Farbe festhalten, wie sich das Herz von Ascheberg wandelt. Und mitten drin der kleine Spieker des Heimatvereins.

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