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Reanimationstag an der Profilschule

Hemmschwellen abbauen, um Leben beherzt zu retten

Ascheberg

Die Situation überfordert viele Menschen, obwohl nur schnelles Eingreifen Leben rettet. Wer eine leblose Person findet, sollte darum zügig mit der Reanimation starten. Profilschüler haben das schon zum zweiten Mal gelernt.

Von Theo Heitbaum

Die Ascheberger Schüler setzten sich im Ballettraum mit dem Vorgehen bei der Reanimation einer leblosen Person auseinander. Chiara Meistrell zeigt, wie die Herzdruckmassage richtig durchgeführt wird. Foto: Theo Heitbaum

Die Situation überfordert viele Menschen, obwohl nur schnelles Eingreifen Leben rettet. Wer eine leblose Person findet, sollte darum zügig mit der Reanimation starten. Das ist für Ungeübte und Unsichere kein leichte Aufgabe. Aber sie ist unverzichtbar. Sicherheit holen Menschen sich bei Kursen und Lehrgängen. Die Profilschule Ascheberg vermittelt ihren Kindern und Jugendlichen das Wissen bei jährlichen Reanimationstagen.

Vor zwei Jahren fand an der Schule eine Fortbildung mit Professor Dr. Hugo Van Aken vom Uniklinikum Münster statt. Bei der Gelegenheit hat die Schule Puppen für das praktische Üben erhalten. In Zusammenarbeit mit dem JRK Herbern stand nun der zweite Reanimationstag an der Schule auf dem Programm. Chiara Meistrell – die ehemalige Profilschülerin leitet die Arbeitsgemeinschaft Schulsanitätsdienst – und Phillis Krämer brachten den Schülern das Wissen an zwei Vormittagen näher. Nach einem kurzen Film, der die Notwendigkeit und das Vorgehen zeigte, gingen die beiden Rettungshelfer das abzuspulende Programm an zwei Puppen durch, bei denen zuerst geprüft wird, ob es noch Lebenszeichen gibt. Wichtig: Der Anruf beim Rettungsdienst (112) darf bei aller Aufregung nicht vergessen werden. Bis die professionelle Hilfe kommt, steht die Herzdruckmassage an. Bei den jüngeren Schülern ging es darum, die passende Stelle für das Drücken zu finden, den Mut, den Brustkorb fünf bis sechs Zentimeter nach unten zu drücken. „Hier geht es eher noch spielerisch zu. Es ist ein Kennenlernen“, erklärt Phillis Krämer. Bei den älteren Schülern wird dann auf deutlich mehr Präzision und den passenden Rhythmus geachtet.

Reanimationstag an der Profilschule Ascheberg mit Chiara Meistrell. Foto: Theo Heitbaum

„Wir möchten durch das jährliche Wiederholen die Hemmschwelle zum Helfen nach unten herabsetzen“, erklärt Lehrer Florian Schulte das Anliegen der Schulen. Denn jedes Jahr sterben zu viele Menschen an den Folgen eines Herzinfarktes.

In Corona-Zeiten war das Projekt kein leichtes Unterfangen. So war das Tragen von Masken Pflicht. Und bei einem Gruppenwechsel mussten Helfer und Lehrer alle Puppen einmal mit Desinfektionsmittel für die nächste Runde vorbereiten.

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