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Gestüt Ligges präsentiert Star-Vererber vor Publikum

Hengstschau mit Cornet Obolensky

Herbern

Edele Pferde wurden bei der Hengstschau auf dem Gestüt Ligges präsentiert. Publikumsliebling war ein Stargast aus der Ukraine, der aus dem Kriegsgebiet in Sicherheit gebracht worden war.

Von Ann-Christin Frank

Zahlreiche edele Pferde wurden bei der Hengstschau des Gestüts Ligges dem Publikum präsentiert. Foto: acf

Viele erfreuliche Entwicklungen kamen für Gestütsbesitzer Kai Ligges am Samstag zusammen. Allen voran die Tatsache, dass er seine traditionelle Hengstschau in Forsthövel wieder in Präsenz vor Publikum hat durchführen können. Im vergangenen Jahr hatte Ligges seine Hengste nur im Internet präsentiert und dafür extra verschiedene Videosequenzen produziert und diese dann auf einer Online-Plattform hochgeladen.

„Eigentlich liegt der Termin der Hengstschau immer Ende März. In der vergangenen Woche hätten wir zwar besseres Wetter gehabt und die Hengstschau hätte unter freiem Himmel stattfinden können, doch wir hatten bei der Planung auch immer die Corona-Regelungen im Blick“, erklärt Kai Ligges die etwas spätere Terminwahl.

Star-Vererber

So ging es am Samstag bei knackigkaltem Winterwetter lieber in die Halle. Aber dort füllten sich die Ränge mit zahlreichen Pferdefans, die Ligges Prachtexemplare live und in Aktion sehen wollten. Mit Balous Bellini, Con Dio, Bellini Royal oder dem Cornet-Obolensky-Sohn Congress zeigten zahlreiche Hengste, was in ihnen steckt.

Ein besonderer Publikumsliebling an diesem Nachmittag war allerdings der Star-Vererber Cornet Obolensky aus dem Gestüt von Valentin Nychyporenko.Tatsächlich befindet sich der berühmte und erfolgreiche Schimmel seit Mitte März wieder in einer Box auf der Hengststation Ligges und wird dort auch für die aktuelle Decksaison bleiben. Cornet Obolensky stand zuletzt auf dem Gestüt seines Besitzers Nychyporenko in der Ukraine. Aufgrund des dort tobenden Krieges hatte Ligges Mitarbeiter Sebastian Dammann den mittlerweile 23-jährigen Deckhengst und Olympiateilnehmer zusammen mit seinem Sohn Comme il faut nach Deutschland geholt.

Cornet Obolesky hat allein in Deutschland 1277 Nachkommen. Foto: acf

„Wir hatten die Aktion ohnehin geplant, aber dann musste es plötzlich doch ganz schnell gehen. Wir haben quasi mittags drüber gesprochen und sind dann abends losgefahren, um die beiden Pferde zu holen“, erklärt Dammann. Dies sei auch über einen polnischen Tierarzt, der in Lemberg studiert hatte, möglich gewesen. Der kannte sich mit dem Transport von Pferden über die Grenze aus. Insgesamt war der Mitarbeiter mit den beiden Pferden vier Tage unterwegs bis alle sicher in Deutschland ankamen. In einem zweiten Transporter seien noch weitere Pferde nach Deutschland transportiert worden.

Die meisten Pferde von Valentin Nychyporenko seien allerdings auf dessen Gestüt in der Ukraine verblieben, da es sich um trächtige Stuten, Fohlen oder einjährige Tiere handele, erklärt Dammann und ergänzt: Diese Pferde seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht transportierfähig, weil den Tieren die lange Fahrt nicht zuzumuten sei. Die Lage auf dem Gestüt, das sehr ländlich rund 150 Kilometer von Kiew entfernt liegt, ist derzeit noch ruhig, da sich die Angriffe und Kriegshandlungen mehr auf die größeren Städte konzentrieren. Cornet Obolensky wird aber zunächst einmal bei Ligges bleiben. Wie lange? Das wird die Zeit zeigen.

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