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Erfahrungsberichte von Betrieben

Homeoffice wird nach Corona bleiben

Ascheberg

In den aktuellen Wirren um Corona-Regeln ist das Homeoffice eine der Konstanten, um Kontakte zu vermeiden. Auf die Frage, wie es mit dem Homeoffice klappt, haben sich einige Beispiele aus Ascheberg angesammelt.

Theo Heitbaum

Das Homeoffice klappt gut Foto: dpa/Christin Klose

In den aktuellen Wirren um Corona-Regeln ist das Homeoffice eine der Konstanten, um Kontakte zu vermeiden. Auf die Frage, wie es mit dem Homeoffice klappt, haben sich einige Beispiele aus Ascheberg angesammelt.

In der Verwaltung der Gemeinde Ascheberg arbeitet inzwischen etwa ein Drittel der Mitarbeiter zeitweise mobil von Zuhause, wenn dies aufgrund der Aufgaben möglich ist. „Bei uns wurden dafür zahlreiche mobile Endgeräte angeschafft und von den Mitarbeitern der IT eingerichtet. Auch in Zukunft wird das flexible, mobile Arbeiten dabei helfen, die knappe Raumkapazität im Rathaus zu entschärfen“, berichtet Pressesprecherin Simone Böhnisch. Im Rathaus werde in Einzelbüros gearbeitet. Der Service für die Bürger erfolge überwiegend per Telefon und E-Mail. Notwendige Besprechungen werden per Telefon und zunehmend per Videokonferenz durchgeführt.

Andre Mönster von CentralApps an der Herberner Südstraße ist bei diesem Thema mitten in seinem Berufsalltag: „In unserem Unternehmen sind alle Mitarbeiter im Homeoffice tätig. Das Büro ist zurzeit wechselnd mit nur einer Person besetzt. Da wir im IT Bereich für Firmen tätig sind und ein eigenes Rechenzentrum in Dortmund haben auf dem unsere Server virtuell laufen, ist eine Anbindung weltweit möglich.“ Die Telefonanlage sei seit Jahren als virtuelles System aufgesetzt und ermögliche auch im Homeoffice die offizielle Telefonnummer zu verwenden. Bei aller funktionierenden Technik sagt Mönster auch: „Was uns fehlt, ist die direkte Kommunikation und das Zwischenmenschliche eines klassischen Bürobetriebs.“

Büroarbeit kommt nicht ohne Papier aus

Monika Angelkort berichtet zur Organisation der Herberner Schädlingsbekämpfer: „In unserem Betrieb konnten wir vier Büromitarbeiter ins Homeoffice schicken, das sind 15 Prozent unserer gesamten Mitarbeiter. Die Techniker sind durch den Außendienst nicht in der Firma.“ Die Büromitarbeiter seien mit Laptops ausgestattet. Da noch nicht alle Vorgänge papierlos bearbeitet werden könnten, die Büromitarbeiter aber schon bearbeitete Sachen, wie Rechnungen, Angebote oder Dokumentationen an die Drucker sendeten, kämen sie an manchen Tagen in den Betrieb, um Restarbeiten und die Ablage erledigen zu können. Angelkort hat festgestellt, dass die Mitarbeiter, die auch zu Hause durch Kinder und Homeschooling beansprucht werden, gerne für ein paar Stunden im Betrieb, um ein wenig Abstand von zu Hause zu gewinnen und andere Gespräche führen zu können.

Michael Mersmann hat im LVM-Büro zwei Teams gebildet, so dass im Fall einer Quarantäne der Rest weiter arbeiten darf. Von jedem Team arbeitet einer zu Hause und einer im Büro. Mersmann ist froh über die IT-Abteilung der LVM-Zentrale, die „sehr schnell sehr gute Lösungen präsentiert hat. Auch die ständige Unterstützung bei Fragen zum Thema Rufumleitung oder Netzwerklösungen ist gewährleistet.“ Mersmann glaubt, dass die durch die Pandemie deutlich gestiegene Fachkompetenz für digitale Medien die Homeoffice-Zukunft fördert und unterstützt: „Da ich davon ausgehe, dass das Zeitalter der Pandemien gerade erst begonnen hat, ist Homeoffice für die Zukunft unverzichtbar.“ Wie Mönster verweist er auf die „Entmenschlichung des Berufes. Durch Gespräche mit Kollegen und Kunden, durch Lachen oder Fluchen oder durch einen persönlichen Gesichtsausdruck wird das Leben persönlich und menschlich. Ich hoffe, dass uns das mit den Einschränkungen der Kontakte nicht abtrainiert wird.“

Effektives Arbeiten im Homeoffice

Elektromeister Josef Fleige hat 20 Prozent der Arbeitnehmer, welche ausschließlich im Büro tätig sind, ins Homeoffice geschickt. Ohne den Bürotrubel wird aus seiner Sicht im Homeoffice mehr Arbeit schneller erledigt. Deswegen wird diese Option auch nach der Pandemie ein wichtiges Thema sein: „Wir sehen hier sicherlich die wirtschaftliche Komponente hinsichtlich Konzentration und ungestörtem Arbeitsfluss.“

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