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Runder Tisch „Friedhof“

Hundekot auf dem Friedhof: Mehr als nur ein Ärgernis

Ascheberg

Hundekot auf der Grabstelle eines lieben Verstorbenen vorzufinden – für trauernde Angehörige ist das mehr als nur ein Ärgernis. In Ascheberg kam genau dieses unappetitliche Thema jetzt auf den Tisch.

Von Beate Nießen

Grün, zentral gelegen und rund um die Uhr zugänglich – der Friedhof im Ortskern von Ascheberg zieht viele Besucher an. Allerdings kommen manche auch aus dem falschen Grund und sorgen für Unverständnis bei Trauernden, ebenso wie bei den mit der Pflege beauftragten Gärtnern und Bauhof-Mitarbeitern. Foto: ben

Gaby Ketturkat ist regelmäßig auf dem Ascheberger Friedhof. „Ich besuche hier meinen Sohn“, erzählt sie und belegt ungewollt mit diesem einen schlichten Satz, warum der Gottesacker mitten im Ortskern eben mehr als eine schöne Grünanlage oder auch eine gern genutzte Abkürzung für Fußgänger und Radler ist.

Hier trauern Menschen um ihre verstorbenen Angehörigen. Hier geben sie dem Gedenken an ihre Lieben einen Ort, oft liebevoll gepflegt und gestaltet. Bräuchte es da eigentlich noch extra den Hinweis, dass das Gelände kein Ort ist, wo Herrchen oder Frauchen ihren Vierbeiner sein Geschäft erledigen lassen?

Verschmutzungen haben zugenommen

Beim jüngsten Treffen des runden Tisches „Friedhof“ war allerdings genau das das Thema. „Sowohl die Gärtner als auch die Mitarbeiter des Bauhofs, die die Wege und Grünanlagen in Schuss halten, haben übereinstimmend darauf hingewiesen, dass die Verschmutzung durch Hundekot stark zugenommen hat“, erklärt Andrea Mennemann-Willermann, bei der Gemeinde für Friedhofs- und Beisetzungsangelegenheiten zuständig, jetzt im Gespräch mit den WN. Und leider betreffe das nicht nur die Wege und Wiesen, sondern auch die Grabstellen selbst. Insbesondere Letzteres ist für sie ein absolutes Unding. „Es dürfte doch wohl klar sein, dass Hunde auf den Grabflächen absolut nichts zu suchen haben.“ Außerdem gelte auf dem gesamten Gelände eine Anleinpflicht.

Schilder mit der Friedhofssatzung und Piktogramm mit Hund in eindeutiger Haltung geben eindeutig vor, was auf dem Gelände nicht gestattet ist. Foto: ben
Andrea Mennemann-Willermann

Darauf weisen im Übrigen auch an allen Eingängen zum Friedhof Schilder mit der Friedhofssatzung ausdrücklich hin. Wer sich einmal die Zeit nimmt und die Stichpunkte durchliest, findet sowohl den Hinweis, dass nur angeleinte Hunde erlaubt sind, als auch das Verbot, das Gelände zu „verunreinigen“. Und für alle, die es mit dem Lesen von Schildern nicht so haben, prangt gleich darunter gut sichtbar ein Piktogramm, das einen Hund in eindeutiger Haltung zeigt. Deutlicher geht‘s eigentlich nicht.

Bürger für Thema sensibilisieren

Wie gesagt: eigentlich. „Morgens früh um Sieben drehen hier schon die ersten ihre Runden“, weiß Ketturkat beispielsweise zu erzählen. Bei der Gassirunde mal eben über den Friedhof – das liegt wohl für viele so nah aufgrund dessen zentraler Lage und ist wohl auch dem Umstand geschuldet, dass der Friedhof rund um die Uhr geöffnet ist.

„Wir möchten die Bürger für das Thema gerne sensibilisieren“, sagt die Verwaltungsangestellte Mennemann-Willermann. Und meint: Bitte mehr Rücksichtnahme und, wenn dann doch das Malheur passiert sein sollte, die Hinterlassenschaft selbst zu entsorgen. „Und bitte nicht den Plastikbeutel anschließend in die Kompostcontainer schmeißen“, lautet noch eine letzte Bitte. Auch das passiere leider immer wieder.

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