1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ascheberg
  6. >
  7. Idee aus Herbern: Mundschutz soll Viren abtöten

  8. >

Zu Besuch bei Joachim Raguse und KL medical

Idee aus Herbern: Mundschutz soll Viren abtöten

Herbern

Einen Mundschutz tragen, der Viren nicht nur fernhält, sondern tötet? Ein Herberner Unternehmen glaubt, so etwas entwickeln zu können.

wn

Joachim Raguse zeigt dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann und dem CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Maximilian Sandhowe (v.l.) das Vliesmaterial für OP-Kittel. Foto: Büro Henrichmann

Medizinische Produkte und Einwegartikel für die Hygiene sind in der Corona-Pandemie besonders gefragt. Insofern kann Joachim Raguse, Geschäftsführer von KL medical in Herbern, über Nachfrage nicht klagen. 500.000 Schutzmasken lieferte sein Unternehmen bereits dem Bund, auch Schutzkittel bezieht Berlin aus Herbern.

Da für ihn die Gesundheit zu einem besonders sensiblen Bereich zählt, ärgert ihn allerdings die Abhängigkeit von Billig-Produkten aus Fernost. „Wir müssen einen europäischen Ansatz finden, um wirtschaftlich unabhängiger von China zu werden“, sah dies der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann ganz ähnlich wie der Unternehmer. Der Preis sollte bei öffentlichen Ausschreibungen nicht das alleinige Argument sein, erklärte der CDU-Politiker.

Hohe Produktionskosten

Gleichwohl lege er großen Wert auf einen sparsamen Umgang mit Steuergeldern – auch der Bundesrechnungshof habe darauf ein Auge. Gemeinsam mit dem Ascheberger CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Maximilian Sandhowe besuchte Henrichmann die Geschäftsräume in Herbern. Und dort erfuhren sie einiges über die Pläne, die Raguse aktuell ausarbeitet. „Es laufen erste Versuche für einen virentötenden Mundschutz“, erklärte er. Nachgedacht wird außerdem über einen neuartigen, ebenfalls Viren abtötenden Schutzkittel.

Ein Problem seien aber die hohen Produktionskosten, mit denen heimische Unternehmen gegenüber staatlich subventionierten chinesischen Anbieter kaum konkurrenzfähig seien. Er regte an, dass bei öffentlichen Ausschreibungen ein gewisser Anteil von Produkten „Made in Germany“ – oder gern auch „Made in Europe“ – festgelegt werden könnte. Henrichmann will das Anliegen in Berlin platzieren. Er ist von der Innovationskraft heimischer Produkt überzeugt: Ein Label wie „Made in Germany“ sei ein Kaufargument.

Startseite