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DRK-Ortsverein sucht ehrenamtliche Sanitäter

Ihr Einsatz rettet Leben

Ascheberg

Gleich zwei großen Herausforderungen stellt sich der DRK-Ortsverein. Zum einen muss in absehbarer Zeit eine neue Unterkunft gefunden werden. Zum anderen soll eine Sanitätsbereitschaft weiter aufgebaut werden, wozu ehrenamtliche Sanitäter gesucht werden. Ihr Einsatz kann Leben retten.

Von Beate Nießen

Mit diesen mehrere Kilo schweren Rettungsrucksäcken, die Angelika Reimers und Andreas Groß zeigen, geht es für die ehrenamtlichen Sanitäter in den Einsatz. Da ist neben medizinischem Fachwissen auch körperliche Fitness gefragt. Foto: ben

Nein, attraktiv sieht das derzeitige Zuhause des Ascheberger DRK-Ortsvereins nicht aus. Das Gebäude auf dem Gelände der Profilschule hat schon bessere Zeiten gesehen. Und eine Renovierung ist nicht in Sicht, da die Gemeinde das Gebäude im Zuge der Baumaßnahmen zur Konzentrierung der Profilschule auf den Ascheberger Standort abreißen lassen will. „Das geschieht wohl nicht vor 2024, aber wir suchen schon jetzt intensiv nach einem neuen Standort“, erklärt der Ortsvereins-Vorsitzende und stellvertretende Rote-Kreuz-Leiter Andreas Groß im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten.

Sanitätsbereitschaft bei Großveranstaltungen ist zwingend

Zusammen mit seiner Stellvertreterin Angelika Reimers sitzt er auf der baufälligen Terrasse und die beiden versprühen trotz des eher traurigen Umfelds eine ungeheure positive Energie. Beide brennen vor allem für ein Projekt: die von ihnen erst Ende 2019 wieder ins Leben gerufene Sanitätsbereitschaft. „Viele Jahre hat es hier vor Ort den ehrenamtlichen Bereitschaftsdienst nicht mehr gegeben, anders als beispielsweise beim Ortsverein in Herbern“, so Groß, der im normalen Leben als Dozent in der Zollverwaltung arbeitet.

Eine der wichtigsten Aufgaben der ehrenamtlichen Sanitäter: die medizinische Versorgung bei größeren Veranstaltungen, wie beispielsweise gerade erst die Jacobi-Kirmes. „Ob Reitturnier, Schützenfest oder Gemeinde-Jubiläum – ab einer Teilnehmerzahl von 500 Menschen muss die Versorgung durch einen Sanitätsdienst gegeben sein“, erklärt Groß die Gesetzeslage. Eine Vorschrift, die in der Vergangenheit von den Veranstaltern nicht immer eingehalten worden sei – oft auch aus Unwissenheit.

14 Mitglieder hat die Sani-Bereitschaft des Ortsvereins aktuell. Da sei aber noch Luft nach oben, wie beide betonen. „Je nach Größe der Veranstaltung sind wir mit mehreren Teams vor Ort. Und wir gehen erst nach Hause, wenn der letzte Besucher das Gelände verlassen hat“, beschreibt Groß den Einsatz. Wie viele Stunden seiner Freizeit ein Teammitglied für den Bereitschaftsdienst opfere, entscheide jeder frei. „Aber natürlich sind einmal zugesagte Einsätze verbindlich“, so Groß. Schließlich sei die Sanitätsarbeit „kein Spaß“. Da könne es im Ernstfall eben auch um Leben und Tod gehen. Dieses Ehrenamt trage große Verantwortung in sich. „Aber das ist gleichzeitig auch das Reizvolle daran.“

Ehrenamtliche entlasten hauptamtlichen Rettungsdienst

Alle Ehrenamtlichen durchlaufen gesetzlich vorgegebene Lehrgänge, bevor sie in den Einsatz gehen. „Wir haben dazu verschiedene Stufen der Ausbildung, von der erweiterten Erste-Hilfe-Ausbildung, über den Sanitäter, den Rettungshelfer bis zum Rettungssanitäter.“ Aber auch nach bestandener Prüfung gehörten regelmäßige Trainingseinheiten weiter dazu.

„Wir entlasten durch unseren Einsatz den hauptamtlichen Rettungsdienst“, nennt Groß einen wichtigen Effekt, den der Aufbau der hiesigen Sani-Bereitschaft habe. Damit die möglichst optimal arbeiten kann, wünsche man sich allerdings zwei Dinge: die Verstärkung durch neue Mitglieder, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich und vor allem tatkräftig einsetzen wollen. „Und möglichst bald einen neuen passenden Standort.“ Gespräche zu Letzterem habe es bereits gegeben, auch mit dem Bürgermeister. „Er setzt sich sehr für eine Lösung ein“, betont der DRK-Ortsvereinsvorsitzende. Aber eine passende Immobilie zu finden, sei leider nicht so einfach.

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