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Rund 150 Kinder sind bei den Waldjugendspielen in Mutter Natur unterwegs

Im grünen Davert-Klassenzimmer

Ascheberg/Davensberg

Mutter Natur präsentierte sich von der allerschönsten Seite, so als habe sie sich für den Besuch extra herausgeputzt: Die Wiesen am Davensberger Emmerbach glänzten gestern Morgen durch das Zusammenspiel von Tau und Sonne silbern. Auf diese und andere Schönheiten der Natur lenkten die Waldjugendspiele den Blick von Schülerinnen und Schülern aus Ascheberg, Davensberg und Rinkerode.

Theo Heitbaum

Die Natur entdecken lautete gestern Morgen das Motto für die Mädchen und Jungen aus acht Klassen von Schulen in Ascheberg, Davensberg und Rinkerode. Foto: hbm

Der Hegering Ascheberg begrüßte mit rund 25 Helfern gleich acht Klassen im „grünen Klassenzimmer“. Weil der Ablauf in den Vorjahren erprobt und gefestigt worden war, ließ sich das bisher größte Interesse an den Waldjugendspielen leicht bewältigen.

„Das macht mehr Spaß als in der Klasse zu sitzen“, erzählt Magnus während der Brotzeit auf dem Hof Schulze Hobbeling-Terhardt. Jana zeigt stolz den Laufzettel vor: „Wir haben bisher alle Fragen beantwortet.“ So selbstverständlich ist das nicht, denn vier Baumstammarten voneinander zu unterscheiden gehört nicht unbedingt zum Alltagswissen von Kindern. In den kleinen Gruppen mit denen sie losziehen, die Natur zu erforschen, fügt sich das Wissen – manchmal mit der Hilfe von Erwachsenen – so zusammen, dass neben der weißen Birke auch die anderen Hölzer identifiziert werden. „Wir möchten, dass die Kinder Dinge entdecken, die sie noch nicht kennen“, erklärt Aschebergs Hegeringleiter Claus Zobel die Motivation hinter den Waldjugendspielen. Dazu gehört auch ein bewusster Umgang mit der Natur. Das „pädagogische Bonbon“, welches die Helfer gleich zum Start am Burgturm verteilen liefert das passende Beispiel dazu: Bevor es am Mittag Urkunden und Informationsmaterial gibt, fordern die Helfer das Papier der Bonbons zurück. Wer es nicht mehr hat, wird es irgendwo achtlos bei Mutter Natur zurückgelassen haben. Insgesamt sind die Kinder so begeistert dabei, dass sie überhaupt keine Zeit haben, etwa gegen die Waldgebote keinen Lärm und kein Feuer machen; Bäume, Sträucher und Kräuter nicht beschädigen und Tiere nicht fangen, füttern und anfassen, zu verstoßen.

19 Aufgaben warten auf die Kinder: In der rollenden Waldschule sind zahlreiche ausgestopfte Tiere zu sehen. Sie müssen auf dem Gruppenzettel angekreuzt werden. Schwerer ist es da schon, Bäume an ihrer Rinde zu erkennen. In Tastkästen wartet beispielsweise ein Schneckenhaus. Der Verlauf des Emmerbaches wird genauso thematisiert wie die „Gras-Landschaft“ am Ufer. Auf ihrer Runde erfahren die Kinder, welchen Sinn Hochsitze für Jäger haben. Damit nicht nur der Kopf strapaziert wird, müssen die Gruppen zwischendurch einen Holzstapel umstapeln – einige probieren es mit einer Kette, andere laufen mit dem Holz von Stapel zu Stapel.

Jan Schulze Hobbeling-Terhardt und Förster Wolf Meyer bereichern die Runde auf halber Strecke mit Informationen über den wirtschaftlichen Nutzen von Holz.

Für die Kinder gibt es nachher noch das Begleitheft „Kauz und Co.“, damit sie den Vormittag nachvollziehen können. Wenn sie zurück im echten Klassenzimmer Fragen an die Lehrer haben, ist das auch kein Problem, denn auch sie wurden mit Begleitmaterial versorgt.

Da der Hegering mit den Organisatorinnen Carmen Irmen, Lioba Fricke und Karin Bullermann sowie seinen Helfern gut aufgestellt ist, würde er an einem Vormittag sogar mehr Klassen im grünen Davert-Klassenzimmer die Augen für die Natur öffnen können – beispielsweise Mädchen und Jungen der Mariengrundschule aus Herbern.

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