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VHS und Heimatverein präsentieren Videoprojekt

Jüdische Kultur würdigen

Lüdinghausen

Der Volkshochschulkreis Lüdinghausen und der Heimatverein Lüdinghausen beteiligen sich mit einem sechsteiligen Videoprojekt am bundesweiten Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Die Spurensuche erfolgte unter anderem in Lüdinghausen und Herbern. Die Kurzfilme sind ab 15. Juli (Donnerstag) im Internet abrufbar.

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Michael Kertelge auf dem jüdischen Friedhof: Der Pastoralreferent in St. Felizitas und Vorstandsmitglied des Heimatvereins erforscht seit Jahren das jüdische Leben in Lüdinghausen. Foto: Andrea Bauhus

Bundesweit finden aktuell Veranstaltungen im Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ statt. Die Volkshochschulen beteiligen sich daran mit einem vielfältigen Programm. Im Rahmen dieses Projektes kooperieren die Volkshochschulen Dülmen, Haltern am See, Havixbeck und Lengerich mit dem Volkshochschulkreis Lüdinghausen. Auf diese Weise sind an allen Standorten Videos entstanden, die das jüdische Leben vor Ort sichtbar machen, so die VHS.

„Die jüdische Kultur gestern und heute ins Bewusstsein der Menschen zu rufen, ist eine sehr wichtige Aufgabe und gehört nicht in den Mottenschrank der Geschichte“, ist sich Andrea Bauhus sicher. „Mit den Kurzvideos wählen wir bewusst ein zeitgemäßes und modernes Medium, um für die Inhalte zu werben“, so die Leiterin des Volkshochschulkreises Lüdinghausen.

Wechselvolle Geschichte

In Lüdinghausen sind in Kooperation mit dem Heimatverein sechs kurze Videos entstanden, die die wechselvolle Geschichte der Jüdischen Gemeinde im Ort thematisieren und die Geschichte hinter der Geschichte erzählen. Michael Kertelge, Pastoralreferent in St. Felizitas und Vorstandsmitglied des Heimatvereins Lüdinghausen, forscht seit Jahren in der Sache und wurde als kompetenter Redner für die Videos gewonnen. Er erzählt schnörkellos und präzise die Geschichte des Jüdischen Friedhofs, berichtet über Synagoge, Judenhaus und einzelne Familienschicksale und fügt eine Rettungsgeschichte hinzu, die sich in Lüdinghausen zugetragen hat. Die Videos führen die Betrachter an die jeweiligen Orte des Geschehens und laden dazu ein, sich auch selbst vor Ort ein Bild zu machen.

Verfilmung mit Veronika Ferres

In Herbern berichtet Dr. Wilhelm Bauhus von der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Universität Münster von den Spuren Jüdischen Lebens. „Vielen ist nicht bekannt, dass der Ursprung der Verfilmung ,Unter Bauern‘ mit Veronika Ferres in der Hauptrolle in Herbern liegt“, so der Wissenschaftler. In Herbern wurden Marga Spiegel und ihre Tochter in den Kriegstagen erfolgreich vor den Nazis versteckt und überlebten den Holocaust.

Die Videos, die über den Youtube-Kanal des Volkshochschulkreises abrufbar sind, bilden den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen. Zwei Exkursionen führen am 18. August (Mittwoch) nach Telgte in die Ausstellung „Pessach – von Exodus bis heute“ ins Museum für religiöse Kunst Relígio und am 30. September (Donnerstag) nach Köln mit Besuch der Synagoge und dem neu entstehenden Museum MiQua.

Weitere Informationen unter

 0 25 91 / 92 64 84 und ab Donnerstag (15. Juli) im Internet unter www.vhs-luedinghausen.de.

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