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„Girls Day“-Praktikum

Jugendlicheneine Chance geben

Ascheberg/Rinkerode

„Irgendwie bleiben die jungen Menschen bei dieser Pandemie ja schon auf der Strecke, und ich finde, da muss man gerade ihnen auch eine Perspektive bieten“, sagt Steffi Stöppler und handelt. Sie ermöglichte beim Girls Day ein Tagespraktikum.

Tina Nitsche

Clara Schilling tauchte im Rahmen des „Girls Day“ in das Berufsbild des Raumausstatters ab. Sie gestaltete sogar – sehr zur Freude von Steffi Stöppler (r.) – ganz allein ein Schaufenster. Foto: Tina Nitsche

Geschickt zieht Clara Schilling die Kordel durch die Plastikflasche. Am Donnerstag hat die 13-Jährige Schulhefte, Füller und Co. gegen Bohrer, Stoffe und Deko-Elemente getauscht. Im Rahmen des „Girls Day“ ist sie für einen Tag in das Berufsbild des Raumgestalters abgetaucht. Und das hat ihr richtig Spaß gemacht. „Dieser Beruf ist vielfältig“, gibt das Mädchen zu und greift nach einem Schraubenzieher. Was ihr besonders gefällt, dass da eine ganze Menge Kreativität im Spiel ist. Und diese hat Clara beim Raumgestalter Stöppler ausleben können.

Selbstverständlich ist dieses Tagespraktikum nicht gewesen. „Längst nicht jeder meiner Mitschüler hat die Möglichkeit dazu gehabt“, verrät die Schülerin und erzählt, dass die Corona-Pandemie auch hier Auswirkungen gezeigt hat. Steffi Stöppler hat zwar auch erst kurz überlegt, als die Anfrage kam, aber dann hat sie Clara Schilling den „Girls Day“ ermöglicht. „Irgendwie bleiben die jungen Menschen bei dieser Pandemie ja schon auf der Strecke, und ich finde, da muss man gerade ihnen auch eine Perspektive bieten“, sagt sie.

Zum mittlerweile gängigen Prozedere gehörte natürlich ein negativer Corona-Test. Für Clara nichts Neues. „Das bin ich ja schon gewohnt, denn in der Schule müssen wir den auch regelmäßig machen.“ Nachdem alle einen negativen Test absolviert hatten, stand dem Unterfangen „Girls Day“ nichts mehr im Wege.

Plastikflaschen haben da zunächst einmal ihre Zeit in Anspruch genommen. „Ich fertige hier einen Vorhang aus Plastikflaschen“, gab sie Einblicke, während sie Flasche um Flasche auffädelte. Der Grund dahinter faszinierte sie jedoch viel mehr. „Damit wollen wir verdeutlichen, was mit recycelten Flaschen alles möglich ist. Denn daraus sind nachhaltige Stoffe produziert worden“, erzählte sie. Genauer gesagt, sind die Stoffe aus Polyesterfasern gefertigt worden, die wiederum aus gebrauchten Plastikflaschen hergestellt worden sind. „Das finde ich richtig gut, denn ich interessiere mich für Nachhaltigkeit.“ Nachdem der fertige Plastikflaschen-Vorhang seinen Weg in eines der Schaufenster gefunden hatte, hat sich Clara dann einem größeren Projekt zugewendet. Sie durfte ein ganzes Schaufenster selbstständig gestalten. Und das hat ihr viel Freude gemacht. Der Tag hat ihr vor allem eines gezeigt: „Dieser Beruf wäre durchaus eine Option für mich.“

Doch bevor es soweit ist, muss die Schülerin aus Ottmarsbocholt erst einmal noch zwei Jahre die Schulbank drücken. „Dann habe ich meine Mittlere Reife, danach schaue ich dann mal, ob es erst mit Schule weitergeht oder schon Richtung Beruf.“ Noch hat sie Zeit, aber „ich bin richtig dankbar, dass ich bei Stöpplers die Möglichkeit erhalten habe, dieses Praktikum zu machen.“ Clara weiß ganz genau, selbstverständlich war das in diesen Zeiten nicht.

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