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Ausstellung zum Tag des Denkmals in St. Lambertus

„Kaffeemühle“ thronte auf der Kirche

Ascheberg

Anlässlich des Tags des Denkmals lädt der Heimatverein am Sonntag (12. September) zu einer Ausstellung in die St.-Lambertus-Kirche ein. Historische Bilder, Postkarten und Dokumente erinnern an die Zeit, als die Kirchturmspitze im Volksmund „Kaffeemühle“ genannt wurde.

Von Tina Nitsche

Regelmäßig steigt Armin Klaverkamp ins Archivs des Heimatvereins. Dort herrscht nun Ordnung, auch dank der gespendeten Regale, die durch den Heimatcheck den Weg nach Ascheberg fanden. Foto: Tina Nitsche

Die Kuppel schraubt sich gen Himmel. Auf ihr thront ein Wetterhahn. Irgendwie ähnelt diese Turmspitze des Ascheberger Kirchturms „einer Kaffeemühle“, sagt Armin Klaverkamp lächelnd und erklärt: „Im Volksmund wurde sie früher deshalb auch Kaffeemühle oder Pfefferdose genannt.“ Der große Druck, der das Zimmer im Spieker des Heimatverein Ascheberg dominiert ist etwas Besonderes. Es zeigt die Ascheberger Kirche im Jahr 1891. Vervollständigt wird der Satz durch zwei weitere Ansichten. Diese drei Fotos bestechen nicht nur durch eine hervorragende Qualität und Schärfe, sondern auch durch ihr Motiv. Und dieses wird am Sonntag (12. September) ein Highlight bei der Ausstellung des Heimatverein Ascheberg sein, die Armin Klaverkamp anlässlich des Tags des offenen Denkmals in der St.-Lambertus-Kirche zeigt. „Das sind immerhin die ältesten Fotos, die es von der Ascheberger Kirche gibt“, sagt Klaverkamp stolz. Und er ist mehr als dankbar, dass der Landschaftsverband (LWL) diese Bilder zur Verfügung gestellt hat. „Wir haben sie als digitale Reproduktion erhalten und sie für die Ausstellung ausgedruckt“, so Klaverkamp. Die Ausstellung, die er vorbereitet hat, beschränkt sich keineswegs nur auf Bildmaterial.

Akribische Kleinarbeit geleistet

„Wir zeigen auch wichtige Zeitdokumente“, verrät Klaverkamp und präsentiert ein ungewöhnliches Tagebuch. Um genau zu sein, ein Schultagebuch. Fein säuberlich verfasst vom damaligen Lehrer Anton Otte. „In diesem Schultagebuch schreibt er auch vom Abriss des alten und Bau des neuen Kirchturms.“ Ergänzt werden diese Dokumente durch originale Zeitungsberichte der Lüdinghauser Zeitung, die unter anderem vom 1. Mai 1909 datieren, sowie durch das Protokoll der Kirchenvorstandssitzung vom 10. August 1905.

Auch diese Postkarte, die vom Urgroßvater Wilhelm Niemanns gedruckt wurde, gilt als echte Raritäten. Auch sie wird am Sonntag bei der Ausstellung gezeigt. Foto: tani

Akribische Kleinarbeit war nötig, um alles zusammenzutragen. Wochen hat Klaverkamp im Spieker zugebracht. Wie oft er die Holzleiter zum Archiv auf dem Dachboden hochgestiegen ist, vermag er nicht mehr zu sagen. Dankbar ist er für die Unterstützung durch Heinz Becker und Winfried Otte. „Die beiden haben soviel im Gedächtnis, das ist unglaublich“.

Echte Raritäten

Wenig später präsentiert er dann noch zwei echte Raritäten. „Das hier sind zwei Postkarten, die seinerzeit noch vom Urgroßvater von Wilhelm Niemann gedruckt worden sind.“ Die Karten zeigen Zeichnungen des Kirchturms. „Unter anderem sollte über ihren Verkauf die Finanzierung der Baukosten in Höhe von 115 000 Goldmark unterstützt werden. Beachtlich ist die Tatsache, dass die Ascheberger Bürger 70 000 Goldmark gespendet haben“, so Klaverkamp. So wie der Kirchturm auf der Postkarte aussieht, ist er nicht gebaut worden, weil die Pläne geändert wurden. Irgendwie passenden zum Motto des Tags des offenen Denkmals. „Denn das lautet Sein & Schein in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“, sagt Klaverkamp. Die Arbeit fasziniert ihn. Vor allem auch dank der Unterstützung, die er durch Heinz Becker und Winfried Otte erfährt. „Da ist so viel Wissen und hier im Spieker ist soviel Potenzial, dass die Ideen für weitere Ausstellungen nur so sprudeln.“

Die Ausstellung des Heimatverein findet am Sonntag, 12. September, von 14.30 Uhr bis 18 Uhr in der St.-Lambertus-Kirche statt.

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