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„Lernort Natur“

Kinder brüten im Wald etwas aus

DAVENSBERG

Am Mittwochmorgen waren einige sehr große zweibeinige Vogelmütter und -väter im Davensberger Wald unterwegs.

Tina Nitsche

Aus Stöcken, Blättern und Moos haben ‚Lotta (l.) und Lana (r.) ein Vogelnest gebaut. Foto: tani

„Ich bin die Vogelmama“, sagt Jana und sammelt eifrig ein paar Stöcke. Die braucht sie für den Nestbau. Am Mittwochmorgen waren einige zweibeinige Vogelmütter und -väter im Davensberger Wald unterwegs. Denn die Grundschulkinder haben wie auch schon am Dienstag ihren Unterricht kurzerhand in das grüne Klassenzimmer verlegt. „Und das ist hier mitten im Wald“, erklären Lotta und Lana, die beide in die Klasse 1–4a gehen.

Zeit für Erklärungen haben die beiden Mädchen kaum, schließlich sind auch sie eifrig mit dem Bau eines Vogelnestes beschäftigt. Der ungewöhnliche Unterricht steht unter dem Motto „Einmal ein Vogel sein“. Gar nicht so einfach, denn dabei gilt es viel zu beachten. Forsthaus-Fee Carmen Irmen leitet die Kinder dabei an. Sie bringt ihnen bei, dass es unterschiedliche Vogelarten gibt. „Da gibt es welche in der Luft, wie der Specht oder die Taube“, gibt Samira Gelerntes wieder.

Foto: tani

Die Grundschüler nehmen bei ihrem Waldprojekt die Bodenbrüter ins Visier. „Das sind Hühner, Fasane und solche Vögel“, weiß Lotta und verfeinert ihr Nest mit Moos und Blättern. Vogelmama Jana und Vogelpapa Elisa haben ihr Nest mittlerweile fertig. „Und ich bin das Kind“, verrät Marie lachend, dass auch sie eine Rolle in dem Spiel übernommen hat. Doch bevor die Vogelkinder schlüpfen, „müssen die Eier erst einmal ausgebrütet werden“, ergänzt Jana. Ganz schön viel Arbeit für die Vogeleltern. Und die hört auch nicht auf, als die Küken aus den Eiern – hier formten die Kinder aus Tonmasse ihre Eier – geschlüpft sind.

Foto: tani

„Jetzt müssen wir sie ja versorgen. Die essen Regenwürmer und Käfer“, erklärt Jana. Carmen Irmen macht es den Vogeleltern in diesem Falle etwas bequemer. Sie dürfen an der Regenwurmfarm bei Waldvater Rolf Schöneberg Futter für ihre Babys holen. Aber nicht einfach so. „Eine Hand kommt auf den Rücken, die andere wird zum Schnabel, wir machen das ganz so wie die Vögel“, versetzt Carmen Irmen die Kinder erneut in die Vogelperspektive. „Gar nicht so einfach“, findet Klara, die übrigens fünf Vogelkinder zu versorgen hat. Die Kinder besorgen eifrig Futter und lassen dabei völlig Irmens Warnung vor den Nesträubern außer Acht. Während sie beschäftigt sind, betätigen sich Lehrerin Franzi Tebbel und Carmen Irmen als eben solche. „Nesträuber sind Greifvögel, aber auch Marder oder Katzen“, erklärt Carmen. Und so verlieren einige der frisch gebackenen Vogeleltern auf ganz natürliche Weise ein Vogelkind. „Dieser Unterricht ist super spannend“, ist Nalani ganz begeistert. Das finden auch Jana und Elisa, die am Mittwochmorgen gelernt haben, das Vogeleltern ganz schön viel Arbeit haben.

Zum Thema

Die Waldtage sind vom Hegering Ascheberg und dem Projekt „Lernort Natur“ initiiert worden. Waldpädagogin Carmen Irmen bietet für alle Jahrgänge unterschiedliche Dinge an.

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