Gemeinde muss improvisieren

Kindergarten-Bauten benötigen viel Zeit

Ascheberg

Rechnerisch fehlt im Sommer in der Ortschaft Ascheberg für neun U 3-Steppkes ein Kindergartenplatz. Das Schaffen neuer Möglichkeiten geht nur zäh voran.

Theo Heitbaum

Die vierte Gruppe der DRK-Kita Rheinsbergring, die über diesem Gebäudeteil entstehen soll, steht erst am 1. Januar 2021 zur Verfügung. Foto: Theo Heitbaum

Rechnerisch fehlt im Sommer in der Ortschaft Ascheberg für neun U 3-Steppkes ein Kindergartenplatz. Während in Herbern und Davensberg alle Kinder versorgt seien, berichtete Fachbereichsleiter Thomas Stohldreier im Jugend-, Senioren-, Sozial- und Sportausschuss, liefen in Ascheberg gerade Gespräche mit den Eltern, deren Kindern kein Platz zugesagt werden könne. Aktueller Auslöser ist die Nachricht, dass die vierte Kita-Gruppe am Rheinsbergring frühestens am 1. Januar 2021 zur Verfügung steht. Im Oktober 2019 hatte die Gemeinde noch auf den 1. August 2020 als Einzugstermin gehofft. Das Umsetzen von Plänen dauert.

Im November 2018 ist der evangelische Kirchenkreis Münster als Träger der Mirjam-Kita ausgewählt worden. Auf einem Grundstück der Kirchengemeinde am Hoveloh soll ein Vier-Gruppen-Kindergarten entstehen. Stand damals sollte er Mitte 2020 öffnen. Errichten soll die zehnte Kita auf kirchlichem Erbbaugrund ein Investor. „Es hat gedauert, bis alle Verträge erstellt und von den einzelnen Beteiligten beschlossen worden waren“, informiert Stohldreier im WN-Gespräch. Während dieser Zeit habe der Investor Vorentwürfe gefertigt. Die Verträge seien schließlich im November 2019 unterschrieben worden. Der Bauantrag liegt seit dem 19. Dezember 2019 beim Kreis Coesfeld. Weil man gemerkt habe, wie schwierig es ist, Handwerker zu finden, habe man den 1. August 2021 als Bezugstermin gewählt. „Das scheint uns realistisch zu sein und wir wollten einen verlässlichen Termin.“

Kommentar: Gas geben!

Dynamische Entwicklungen und träge Prozesse: Die Gemeinde Ascheberg muss seit Jahren bei den Kita-Plätzen improvisieren. Und sie ist zum Bauherrn immer neuer Kindergärten geworden. Dort hat sich gezeigt, dass ein Bauprojekt selbst beim emsigen Bemühen aller Beteiligten seine Zeit benötigt. Verträge sind auszuhandeln und zu unterschreiben, Pläne zu zeichnen und zu genehmigen. Und dann braucht es Handwerker, deren Kalender möglichst früh freie Zeiten hat. Deswegen: Für Kita Nummer elf, die am Dieningrohr vorgesehen ist, muss schleunigst verhandelt und geplant werden. Ein neues Baugebiet wird bald vermarktet und das Pavillon-Provisorium an der Profilschule ist endlich.

Die Mirjam-Kita ist aktuell mit zwei Gruppen in den Pavillons an der Profilschule untergebracht. Für die dritte Gruppe ist in den gerade von der Caritas-Tagespflege geräumten Räumen an der Bultenstraße am 23. Dezember ein Antrag aufs provisorische Nutzen als Kita gestellt worden. Aktuell werde das Brandschutzgutachten für diesen Gebäudebereich fortgeschrieben.

Für die vierte Gruppe in der DRK-Kita Rheinsbergring, die seit Oktober 2019 ein Thema ist, habe man zuerst einen Architekten suchen müssen, dem auch die Politik zustimmen müsse. Es habe sich gezeigt, dass die Baupläne aus dem Jahr 2013 geändert werden müssten. Statt der damals angedachten Ü 3-Gruppe sei heute mehr Bedarf im U 3-Bereich. Deswegen enthalte der neue Plan auch einen Aufzug. Der Bauantrag wurde am 10. Februar an den Kreis Coesfeld geschickt. Im Ergebnis steht die Gruppe ein halbes Jahr später zur Verfügung. Eltern, deren Kinder hier einen Platz bekommen sollten, wurden im Februar informiert. Mit ihnen werde jetzt, so Stohldreier, nach Lösungen gesucht.

Darüber hinaus ist vom Trägerverein für Übermittagbetreuung an der Lambertusschule für unversorgte Flüchtlingskinder ein Antrag gestellt worden, sie in der Unterkunft am Breil betreuen zu dürfen. Ein Förderbescheid wird im März erwartet. Stohldreier verweist zudem auf das Angebot der Tageseltern, das stärker beim Aufstellen von Bedarfsplänen berücksichtigt werden soll. „Das ist für einige Eltern eine gute Alternative“.

Neues zu einer elften Kita am Dieningrohr hatte Stohldreier auf Nachfrage nicht parat, obwohl die Gemeinde natürlich das Baugebiet Breilbusch mit vermutlich weiterem Kita-Bedarf im Auge habe.

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