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Familienunternehmen hält Kurs in unruhigen Zeiten

Klaas wächst und wächst

Ascheberg

Nicht nur die Produkte der Firma Klaas haben immer etwas mit schwindelnden Höhen zu tun. Auch die Entwicklung beim Hersteller von Aluminiumkränen und Schrägliften kennt nur eine Richtung: nach oben. Doch das Unternehmen bekommt die zweijährige Pandemie und die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs ebenfalls zu spüren.

Von Beate Nießen

Am Haselburger Damm im Gewerbegebiet Nord hat das Unternehmen Klaas inzwischen einen zweiten Standort etabliert. Zuletzt war dort ein neues Bürogebäude hinzugekommen, das im März 2022 bezogen wurde. Foto: ben

Mehr Familienunternehmen geht wohl kaum. Bei der Ascheberger Firma Klaas steht der Familienname traditionell nicht nur draußen drauf, er sitzt auch in persona an vielen Schaltstellen, ob im Büro oder in den Werkshallen. 40 Jahre ist es her, dass das Unternehmen aus Werne seine Heimat an der Raiffeisenstraße gefunden hat. Seitdem scheint es für den Hersteller von Aluminiumkränen und Schrägliften nur eine Richtung zu geben: nach oben.

Das passt im Übrigen nicht nur zu seinen Produkten, die fast immer etwas mit schwindelnden Höhen zu tun haben, sondern auch zum stetigen Wachstum. Gerade jetzt erst wieder sichtbar am Haselburger Damm im Gewerbegebiet Nord. „Im März haben wir dort die neuen Büros bezogen“, erzählt Tobias Klaas, Serviceleiter aller Niederlassungen in Deutschland. 2019 habe man die erste Halle am neuen Standort im Ascheberger Norden hochgezogen, 2021 folgte ein Zentrallager für Ersatzteile und zuletzt nun das neue Bürogebäude.

Dem voran gegangen waren seit den 1990er Jahren bereits zahlreiche Erweiterungen am Standort an der Raiffeisenstraße. Und auch der Neubau am Haselburger Damm wird nicht der letzte gewesen sein, wie Schwester Daniela Klaas, Mitglied der Geschäftsleitung und für den Bereich Produktion verantwortlich, erklärt: „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Grundstücken.“ Dabei habe sich die stetige Expansion des Unternehmens auch in der Belegschaft nieder geschlagen: „Im Jahr 2004 hatten wir noch 75 Mitarbeiter, heute sind es 350.“

Explodierende Materialkosten und Lieferengpässe

Doch auch wenn die Auftragsbücher weiterhin voll sind, zwei Jahre Pandemie und nun die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs bekommt man auch bei Klaas zu spüren, selbst wenn man keine eigenen Geschäftsbeziehungen nach Russland pflege. „Für uns läuft 60 Prozent des Geschäftes in Deutschland und 40 Prozent in Europa ab, hauptsächlich in Frankreich und den Beneluxstaaten“, so Tobias Klaas. Dennoch sei man von den explodierenden Materialkosten und vermehrten Lieferengpässen betroffen.

„Eine normale Geschäftsplanung, so wie früher, ist zurzeit überhaupt nicht machbar“, schildert Daniela Klaas die aktuelle Situation. Selbst langjährige Lieferanten könnten keine längerfristigen Zusagen mehr machen. „Im Moment müssen wir quasi von Woche zu Woche schauen, wie die Situation ist.“ Während der Pandemie habe man dabei bereits von den eigenen hohen Lagerbeständen profitiert. „Damit konnten wir manchen Lieferengpass schon abfedern.“ Doch die unsichere Lage sei mittlerweile auch in der Belegschaft spürbar. „Viele machen sich Sorgen, sind verunsichert.“ Da sei es gut, dass man im Betrieb schon immer eine gute, ja familiäre Unternehmenskultur gepflegt habe, betonen die beiden Geschwister. „Wir kennen jeden mit Namen und wir unterstützen unsere Leute, wo wir können.“ Selbst bei der Wohnungssuche versuche man beispielsweise zu helfen.

m Unternehmen Klaas wird Familie groß geschrieben: Daniela Klaas und ihr Bruder Tobias in einer der Produktionshallen an Standort an der Raiffeisenstraße. Foto: ben

Darüber hinaus würde man bei Klaas übrigens selbst gerne neuen und vor allem bezahlbaren Wohnraum für Mitarbeiter schaffen. Ein Wunsch, den man schon länger hege, der sich bisher aber leider nicht habe realisieren lassen.

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